Zitate verwenden, um gebildet zu erscheinen

vom 17.06.2020, 22:17 Uhr

Ich verwende in Alltagsunterhaltungen nur sehr selten Zitate. Mir fallen spontan nie welche ein, die treffend wären. Ich kenne eh nur wenig Zitate auswendig und wenn ich sie kenne, fällt mir nicht sofort der Urheber ein.

Es gibt Leute, oft Männer, die meinen, dass sie gebildet erscheinen, wenn sie Zitate verwenden. Meist beginnen sie mit: Wie schon Goethe (oder Einstein) sagte. Erscheinen euch Leute, die oft Zitate verwenden gebildeter als andere? Oder haltet ihr sie nur für eingebildeter? Verwendet ihr oft Zitate? Warum?

» blümchen » Beiträge: 1537 » Talkpoints: 28,13 » Auszeichnung für 1000 Beiträge



Wenn es zum Gespräch passt und man das nicht ständig macht, dann ist das sicherlich noch einigermaßen okay. Allerdings kenne ich keinen, der in seinem normalen Sprachgebrauch immer wieder Zitate verwendet. Das ist schon etwas komisch und wirkt auf mich auch nicht gebildet. Bildung hat etwas mit dem Wissen zu tun, was man sich erarbeitet hat, Fakten die man kennt. Ein Zitat findet man innerhalb weniger Sekunden im Internet und ist für mich daher keine Garantie für eine gute Bildung. Im normalen Gespräch passt das doch auch gar nicht und wirkt dann schnell eingebildet.

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» Ramones » Beiträge: 42537 » Talkpoints: 26,85 » Auszeichnung für 42000 Beiträge


Die Goethe und Einstein Zitierer wirken auf mich eher so, als wären sie sich ihrer Aussage nicht ganz sicher und versuchen dann praktisch eine Autorität herbei zu zitieren um diese Aussage zu bestätigen.

Aber es gibt ja auch ganz viele Zitate, die aus der Popkultur kommen und die nicht unbedingt im Ruf stehen irgendwas mit Bildung zu tun haben. In meinem Freundeskreis sind bestimmte Zitate aus Filmen und Serien durchaus üblich. Ich glaube das ist eher so eine Art Insider Witz, weil man das Zitat ja nur versteht wenn man den passenden Film dazu gesehen hat.

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» Cloudy24 » Beiträge: 25490 » Talkpoints: 128,91 » Auszeichnung für 25000 Beiträge



Ich kenne niemanden, der Zitate mit Einleitung verwendet. Und "Goethe oder Einstein" haben wahrscheinlich sowieso nur 5 Prozent von dem, was ihnen die modernen sozialen Medien in den Mund legen, selbst von sich gegeben. Shakespeare ist hier auch ganz übel. In meinem Umfeld werden gelegentlich die erwähnten Filme oder Serien zitiert, aber dann ohne großspurige Einleitung.

Mein Freundeskreis weiß, wer wessen Vater war, und wer uns davor warnt, zu rasch mit einem Todesurteil bei der Hand zu sein. :D Auch Shakespeare kommt nicht zu kurz, allerdings meistens gefiltert durch andere Medien: "Once more unto the breach, dear friends, once more!" Aber das geschieht nicht, um "gebildet" zu erscheinen. Die Leute, die das Zitat erkennen, sind mindestens genauso gebildet, wie die, die es verwenden, und wer es nicht erkennt, denkt sich nur kopfschüttelnd: Was faseln die hochtrabenden Blödsinn daher?

» Gerbera » Beiträge: 9135 » Talkpoints: 0,61 » Auszeichnung für 9000 Beiträge



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