Erfahrungen mit gefälschten Lebensmitteln

vom 23.10.2019, 11:06 Uhr

Ich wollte es kaum glauben, was ich da gelesen habe. Ich habe immer gedacht, dass in Deutschland die Lebensmittel konsequent geprüft werden, was wir Verbraucher im Handel kaufen. In einem Bericht des Ausschusses für Lebensmittelsicherheit im Europaparlament kam jedoch heraus, dass Lebensmittel auch oft gefälscht werden.

Sie nannten auch Beispiele, gemahlener Kaffee kann geröstete Soja- oder Weizenkörner (manchmal sogar auch Erde) enthalten. Es wird empfohlen, ganze Bohnen zu kaufen und diese sich im Geschäft frisch mahlen zu lassen oder sich für zu Hause eine Kaffeemaschine anzuschaffen. Sie nannten noch mehr Lebensmittel, die oft gefälscht werden, z.B. Mehl, Organgensaft, Tees, Olivenöl, Käse, Wein und sogar Fisch (wird rosa eingefärbt und als Lachs verkauft).

Wie kann man denn eurer Meinung nach erkennen, dass es sich nicht um gefälschte Lebensmittel handelt? Welche kennt ihr denn noch oder sind euch im Alltag schon untergekommen? Ich bin etwas irritiert, dass es im Handel überhaupt möglich ist, solche gefälschten Lebensmittel anzubieten.

» baerbel » Beiträge: 1312 » Talkpoints: 407,43 » Auszeichnung für 1000 Beiträge



Mir ist dieser Begriff des Lebensmittelimtitats besonders von Analogkäse auf Pizzen etc. bekannt. Aber auch die berühmten schwarzen Pünktchen bei Lebensmitteln mit Vanillegeschmack fallen mir da ein. Vom gepanschten Olivenöl und künstlichem Lachs hab ich natürlich auch schon gehört.

Ich denke wirklich zu erkennen ist es für das bloße Verbraucherauge nicht. Allerdings hat gute Qualität auch ihren Preis und wenn man z.B. ein Olivenöl für 2 € bekommt dann kann da meiner Meinung nach was nicht stimmen.

» EngelmitHerz » Beiträge: 541 » Talkpoints: 1,41 » Auszeichnung für 500 Beiträge


Einige der Beispiele waren mir auch schon bekannt oder zumindest bereits zu Ohren gekommen, andere wiederum sind neu für mich. Ich glaube definitiv nicht blauäugig alles, was die Lebensmittelindustrie und der Handel allgemein mir zu verklickern versuchen, aber ich mache mir auch nicht bei jeder Kleinigkeit die Mühe, es penibel zu überprüfen.

Zum Teil ist es mir auch schlichtweg egal, solange es gesundheitlich unbedenklich ist, ob ein Produkt nun zu 100% rein oder gestreckt ist, zum Teil nehme ich Qualitätsverluste für einen günstigeren Preis auch bewusst hin. Tatsächlich gekränkt oder in meinen Rechten verletzt fühle ich mich jetzt auch nicht wirklich, wenn mir so eine Mogelei widerfährt. Die Grenze wäre bei mir aber erreicht, wenn ein gesundheitlicher Schaden für den Konsumenten entsteht.

Viele „Betrüge“ dieser Art lassen sich auch schon durch genaues Lesen der Inhaltsstoffe entlarven. Heißt z.B. ein Lebensmittel „... nach Art“, dann ist es höchstwahrscheinlich nicht das Original, sondern ein günstigeres, ähnlich verarbeitetes Imitat. Auch wenn von „Geschmack“ und „Aroma“ die Rede ist, sollte man nicht den Reinstoff dahinter erwarten. Ein guter Hinweis ist, wie auch schon genannt wurde, zudem der Preis und die Herkunft des Produkts.

» MaximumEntropy » Beiträge: 6539 » Talkpoints: 829,73 » Auszeichnung für 6000 Beiträge



Mir ist auch schon seit langem bekannt, dass es alle möglichen Tricks bei der industriellen Herstellung von Lebensmitteln gibt, die man als "Fälschungen" ansehen kann, auch wenn eher im "Kleingedruckten" steht, worum es sich handelt. Die berühmten schwarzen Brösel im Pudding sind beispielsweise durchaus im Regelfall Vanilleschoten, nur das Aroma kommt von woanders, weil reine Vanille zu teuer ist, und der Verbraucher schließlich keine fünf Euro für einen Pudding zahlen möchte.

Auch dass "natürliche Aromen" nicht heißt, dass das Erdbeeraroma aus Erdbeeren gewonnen wird, sondern vielleicht aus Holzspänen oder Schimmelpilzen, ist doch schon seit längerem allgemein bekannt, weswegen ich nicht unbedingt von "Fälschungen" sprechen würde. Außerdem finde ich es angesichts der Transport- und Herstellungsbedingungen auch ganz nachvollziehbar, dass soundsoviel Fremdstoffe in Lebensmitteln enthalten sein dürfen, auch wenn das dem Endverbraucher natürlich nicht gefällt.

Und ab und an übertreibt es ein Hersteller oder wird selber über den Tisch gezogen, und dann haben wir den nächsten Skandal, weil irgendwelche Grenzwerte über- oder unterschritten werden. Für mich ist das einfach eine der leidigen Nebenwirkungen der modernen Lebensmittelproduktion.

» Gerbera » Beiträge: 8383 » Talkpoints: 4,61 » Auszeichnung für 8000 Beiträge



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