Wann dachtet ihr, alles falsch gemacht zu haben?

vom 18.07.2019, 10:35 Uhr

Manchmal ist man mit der einen oder anderen Entscheidung unzufrieden, was ja ganz normal ist. Man kann nicht immer nur richtige Entscheidungen treffen, wobei es ja oft nicht "die eine richtige Entscheidung" gibt. Manche Menschen kommen ja aber irgendwann an einen Punkt, an dem sie denken, alles falsch gemacht zu haben - und würden sich daher wünschen, eine Vielzahl anderer Entscheidungen getroffen zu haben.

Hattet ihr schon einmal das Gefühl, alles falsch gemacht zu haben? Das kann ja verschiedene Lebensbereiche betreffen, beispielsweise die Wahl des Partners, des Wohnorts oder des Berufs und noch vieles mehr. Was kann man tun, wenn man solche Gedanken hat und was hat euch dabei geholfen?

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» Prinzessin_90 » Beiträge: 31829 » Talkpoints: 175,86 » Auszeichnung für 31000 Beiträge



Ich konnte Situationen schon immer ziemlich realistisch einschätzen, von daher dachte ich auch nie, dass ich alles falsch gemacht hätte.Von anderen kenne ich das durchaus, dass sie nach einer Klausur dieses Gefühl hatten, aber bei mir war es immer so, dass ich es wusste wenn ich eine Klausur verhauen hatte oder eben nicht. Ich hatte nie dieses gefühlte Versagen, dass sich später als falsch herausgestellt hat.

Und in meinem Privatleben neige ich nicht zu Überdramatisierungen. Ich meine, ALLES falsch gemacht? Wirklich alles? Solche Aussagen kenne ich nur von Leuten, die zu maßlosen Übertreibungen neigen und Mitleid abgreifen wollen. Niemand macht alles falsch im Leben und wahrscheinlich macht auch niemand alles richtig.

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» Cloudy24 » Beiträge: 23338 » Talkpoints: 100,05 » Auszeichnung für 23000 Beiträge


Privat für mich hatte ich auch schon Momente des Selbstmitleids und der Überdramatisierung. Alles andere zu behaupten, wäre gelogen. Aber manchmal hat der Mensch eben so seine Momente, wenn gefühlt gleichzeitig der Kuchen anbrennt, die Katze den Tisch abräumt, der Durchzug die Vorhänge halb abreißt und das Telefon klingelt. :D Und ich stehe dann in der Mitte, umgeben von Chaos und Rauchschwaden, recke die Faust zum Himmel und rufe: Warum, oh gnadenloses Schicksal, geht ausgerechnet bei mir immer alles schief?!

Wenn man von diesen Momenten absieht, denke ich mir jedoch nie, "alles" falsch gemacht zu haben. Das ist übertriebener, egozentrischer Blödsinn. Niemand macht "alles" falsch, und niemand ist so wichtig, dass sein Tun und Lassen wirklich der alleinige entscheidende Faktor im Leben ist.

Wenn ich beispielsweise einen Job nicht bekomme oder sonst irgendwie scheitere oder verliere, heißt das in den meisten Fällen nicht, dass ich "alles falsch gemacht" habe, sondern dass ganz andere Faktoren am Werk waren, die mit mir als Mensch überhaupt nichts zu tun haben. Gerade Bewerbungen stellen ja schöne Beispiele dar. Top Unterlagen, Qualifikation einwandfrei, aber eben 500 Bewerber, die alle nichts falsch gemacht haben.

» Gerbera » Beiträge: 8117 » Talkpoints: 0,44 » Auszeichnung für 8000 Beiträge



Ich dachte es eigentlich nie und denke es bis heute nicht. Ich bin sogar gar im Wissen dessen, dass ich in vielen Situation nicht möglicherweise, sondern ganz sicher falsch gehandelt habe. Ich kann jetzt keine expliziten Beispiele als solches geben, aber davon kann ich mich wohl kaum freisprechen, dass irgendwo und irgendwann etwas im Leben nicht so gelaufen ist, wie ich es eigentlich handhaben sollte oder? Das gehört doch auch zum Leben dazu.

Manchmal wurde mir gesagt, sei nicht immer so ehrlich. Ich bin wirklich sehr direkt und ehrlich. Das verletzt sicherlich den einen oder anderen. Bei manch einen traf ich dann auch gefühlstechnisch ins Schwarze und habe mich dafür auch entschuldigt. Das war dann wohl ein Fehler, so direkt zu sein. Doch später kamen genau jene Personen zu mir an und meinten: Kätzchen, hätte ich mal auf dich gehört. Ist kein „geht runter wie Öl“ Effekt, aber was hätte es denn geändert, hätte ich etwas netter verpackt? Das Szenario wäre das Gleiche.

Ein Problem, das habe ich hier im Forum erkannt. Ich bin manchmal vorschnell mit einer Meinungsbildung. Ich lasse mich da aber auch hier immer gerne belehren und würde sogar sagen, dass ich manches hier im Forum lernen konnte. Ich versuche mich natürlich auch einzulesen, aber verstehe dann vieles aus rein menschlicher Sicht nicht. Das passt dann oft nicht mit Humanität, Recht und Gesetz oder Politik überein. Aber das ist vielleicht ein Fehler von mir.

Ich habe bestimmt so einiges schon falsch gemacht. Was genau weiß ich aber wie angemerkt nicht mehr so. Früher als Kind habe ich in einem schrottfreien Auto auf einem Hof bei uns vor der Tür rumgesessen und die Cops sind gekommen. Dann bin ich auch schon mit Baseballschlägern und Freunden bewaffnet zur Schlägerei in den 80er Jahren gegangen. Früher haben wir auf Bolzplätze „Straßenkämpfe“ abgehalten. Ich war also nie unfehlbar.

Macht nicht jeder Fehler und sicherlich denke ich heute, was wäre, wenn ich damals einiges anders gemacht hätte, aber gleichzeitig bin ich stolz auf mich, meine Entwicklung und vor allem dann, wenn ich Freunde/Bekannte sehe, auch von früher und deren Werdegang.

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» Kätzchen14 » Beiträge: 4743 » Talkpoints: 49,85 » Auszeichnung für 4000 Beiträge



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