Wird Fridays for Future von außen gesteuert?

vom 26.04.2019, 15:25 Uhr

In vielen anderen Ländern der EU haben die Leute echte Probleme, wie eine hohe Jugendarbeitslosigkeit, Vororte außer Kontrolle oder die Bedrohung aus dem Osten. In anderen Ländern gibt es auch nicht so einfach schulfrei wie in Deutschland oder Schweden. Für Demos gegen Überfremdung würde es mit Sicherheit kein schulfrei geben.

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» Juri1877 » Beiträge: 6574 » Talkpoints: 9,45 » Auszeichnung für 6000 Beiträge



Juri1877 hat geschrieben:In vielen anderen Ländern der EU haben die Leute echte Probleme, wie eine hohe Jugendarbeitslosigkeit, Vororte außer Kontrolle oder die Bedrohung aus dem Osten. In anderen Ländern gibt es auch nicht so einfach schulfrei wie in Deutschland oder Schweden. Für Demos gegen Überfremdung würde es mit Sicherheit kein schulfrei geben.

Das ist doch aber in dem Zusammenhang mehr als sinnfrei. Weil andere ihre Probleme nicht in den Griff bekommen, ruhen wir uns darauf aus, dass wir mit Jugendarbeitslosigkeit und ähnlichen Dingen nicht solche Probleme haben? Und der Klimawandel geht an Ländern wie Spanien, Griechenland oder Frankreich vorbei, weil diese mit anderen Problemen zu tun haben?

Der Unterschied ist doch nicht, dass diese Probleme existentieller sind. Nein ganz im Gegenteil. Diese Probleme sind im globalen Kontext eigentlich marginal. Mir passiert hier im Grunde eigentlich nichts, wenn in Spanien ein Jugendlicher keine Arbeit findet oder in Frankreich in einem Pariser Vorort randaliert wird. Und das wird nicht nur mir so gehen, sondern in den jeweils konkreten Fällen mehr als 99 Prozent der Weltbevölkerung. Umgekehrt ist es aber so, dass bei einem tatsächlich stattfindenden Klimawandel, wovon nun einmal der Großteil der wirklich klugen Köpfe unseres Planeten ausgeht, Millionen, wenn nicht Milliarden Menschen betroffen sind. Sei es durch einen steigenden Meeresspiegel, der viele Orte unbewohnbar macht, Trockenperioden, die Landwirte dazu zwingen ihre Kühe zu verkaufen, weil sie sich das Futter nicht mehr leisten können und ähnliches.

Was aber der große Unterschied ist, dass dieser globale Kontext für den Einzelnen eben kaum merkbar ist und nicht unmittelbar erfolgt. Rostock oder Hamburg saufen nicht morgen ab, sondern vielleicht erst in 50 oder 100 Jahren. Der arbeitslose Jugendliche ist aber eben heute akut arbeitslos und randaliert eben heute. Und genau das zeigt sich eben in den meisten Diskussionen zum Klimawandel. Der Zeitraum ist für viele Menschen einfach nicht abzusehen und wirkt damit surreal. Das zum Beispiel der Meeresspiegel von Nord- und Ostsee in den letzten 20 Jahren im Durchschnitt jedes Jahr 2-3mm angestiegen sind, weiß doch kaum jemand. Es passiert einfach zu langsam als das wir es bemerken.

Und vor allem wird es uns mit Sicherheit viel mehr kosten, wenn wir dann anfangen müssen unsere Lebenweise umzustellen, Städte umzubauen oder gar umzusiedeln. Es geht ja im Gegensatz zu einigen idealistischen Schülern im Vordergrund bei den großen Initiativen zum Klimawandel nicht darum die Welt zu retten. Der Erde ist so ein Klimawandel völlig egal. Das hat sie in ihrer Vergangenheit ja mehrfach bewiesen. Es geht aber darum unsere Lebensweise und unseren Lebensstandard zu retten. Wir können uns auf 2 Grad mehr viel schlechter einstellen als es der Planet kann.

» Klehmchen » Beiträge: 4716 » Talkpoints: 719,79 » Auszeichnung für 4000 Beiträge


Deutschland ist gerade mal für 2,25 Prozent der Treibhausgase verantwortlich. Da können die Schüler noch so viele Stunden fehlen. Etwas ändern werden sie nicht. Es ist absolute Schülerverdummung, wenn hier suggeriert wird, dass man so die herbeigedichtete Überflutung von deutschen Städten verhindern könnte. Es geht hier nicht um Umweltschutz, sondern um Parteipolitik.

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» Juri1877 » Beiträge: 6574 » Talkpoints: 9,45 » Auszeichnung für 6000 Beiträge



Was du aber bei der Aussage mit deinen "gerade" mal 2,25 Prozent unterschlägst, dass wir damit der sechs größte Emittent sind und es außer mit Russland kein europäisches Land mit mehr Emissionen gibt als Deutschland. Auch das gehört zur Wahrheit.

Die andere Frage ist auch, wer denn sonst etwas ändern soll? Unter den großen entwickelten Ländern gibt es ja nur wenige Länder die weit vorne bei den Emissionen liegen, unter anderem die USA, Japan und eben auch Deutschland. Die USA werden ja von einem bockigen Kind regiert, so dass hier überwiegend Initiativen auf Bundesstaatenebenen erfolgen. Da bleiben dann eben nur wenig Vorreiter über, die sowohl vergleichsweise wenig andere Probleme haben, als auch das Know-How und die finanziellen Möglichkeiten sich um den Klimawandel zu kümmern.

Man kann wohl kaum von afrikanischen Staaten erwarten, dass diese ihre Ressourcen in die Entwicklung von grüner Technologie stecken. Wo das schon passiert, ist bei den Chinesen. Zumal die Chinesen zwar für gut 26 Prozent des CO2-Ausstoßes verantwortlich sind, aber eben auch über eine knapp 17 mal so große Bevölkerung verfügen. Herunter gerechnet auf den einzelnen Einwohner produzieren die Chinesen damit genauso wie die Inder deutlich weniger CO2 als es Deutschland macht.

» Klehmchen » Beiträge: 4716 » Talkpoints: 719,79 » Auszeichnung für 4000 Beiträge



Und was soll damit nun ausgesagt werden? Deutschland kann seine komplette Industrie abschaffen und ändert nichts am möglichen Klimawandel. Wer hier ernsthaft etwas erreichen will, muss unbedingt diese 3 Staaten und so viele kleinere Staaten wie möglich an einen Tisch bringen. Dazu gibt es keine Alternative. Aber genau dies wird vermieden.

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» Juri1877 » Beiträge: 6574 » Talkpoints: 9,45 » Auszeichnung für 6000 Beiträge


Außer den USA, die unter dem glorreichen Donald Trump aus dem Pariser Klimaschutzabkommen ausgetreten sind, waren alle Staaten schon an einem Tisch. China baut massiv grüne Technologien aus, auch bei einigen Bundesstaaten in den USA gibt es Bestrebungen dafür. Das scheint dir natürlich entgangen zu sein.

Aber es ist nun einmal so, dass ein Land, dass 17 mal so viele Einwohner hat wie Deutschland höchstwahrscheinlich auch mehr CO2-Emissionen haben wird. Und erstaunlicherweise sind die Chinesen was das angeht eben deutlich grüner als wir. Ich weiß, dass interessiert dich nicht. Aber Deutschland hat pro Einwohner ein höheres Einsparpotential als die Chinesen, ob du das nun wahrhaben willst oder nicht.

Natürlich müssen die anderen Länder mit ins Boot geholt werden. Aber du kannst nicht darauf warten, dass die Länder, die noch andere große Probleme haben alleine den Klimawandel bekämpfen werden. Zumal es ja im Gegensatz zu deinem Vorwurf ja nicht so ist, dass Deutschland allein versucht seine Industrie kaputt zu machen. Andere Länder in Europa haben schon längst eine CO2-Steuer. Fahrverbote gab es in anderen europäischen Städten schon lange, bevor hier der Dieselbetrug aufflog. Auch Umstellungen von innerstädtischen Nahverkehr haben andere Länder und Städte uns schon lange vorgemacht.

An welcher Stelle ist Deutschland denn tatsächlich, was den Klimawandel und grüne Technologien angeht, denn noch wirklich Weltspitze? Wo preschen wir denn wirklich voran? Wir halten nicht mal unsere eigenen vor Jahren gesetzten Klimaziele ein und du willst jetzt etwas davon erzählen, dass die JETZIGE Bundesregierung uns kaputt sparen will? Alles was passiert, ist das ein paar Schnarchnasen jetzt mal aufwachen und nichts anderes.

» Klehmchen » Beiträge: 4716 » Talkpoints: 719,79 » Auszeichnung für 4000 Beiträge


Wie man heute gesehen hat, gibt es auch hier Licht und Schatten. Die Journalisten wurden beim neusten Treffen mir Greta Thunberg ausgeschlossen. So etwas hätte sich die AfD mal wagen sollen. Außerdem gibt es wohl Meinungsunterschiede darüber, wie gewaltsam Proteste sein dürfen. Damit wird Greta in China und ähnlichen Staaten sicher viel Gehör für den Umweltschutz finden. Und diese Staaten brauchen wir.

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» Juri1877 » Beiträge: 6574 » Talkpoints: 9,45 » Auszeichnung für 6000 Beiträge



Juri1877 hat geschrieben:Wie man heute gesehen hat, gibt es auch hier Licht und Schatten. Die Journalisten wurden beim neusten Treffen mir Greta Thunberg ausgeschlossen. So etwas hätte sich die AfD mal wagen sollen.

Du leidest wohl unter Wahnvorstellungen oder? Die AfD hat das schon lange praktiziert bevor bei Friday for Future kritische Fragen gestellt wurden.

Ich will das jetzt gar nicht gut heißen, wenn Medienvertreter ausgeschlossen werden und dann hinter verschlossenen Türen diskutiert wird. Aber es ist nun einmal keinesfalls so, dass das jetzt eine Erfindung von Fridays for Future wäre. Und wenn dann einige Leute noch versuchen, daraus Einflüsse von Außen oder von Linksterroristen zu konstruieren, wie es anderswo gemacht wurde, wird das doch nur noch alberner. Dann müssten ja auch Organisationen wie die AfD von links unterwandert sein.

» Klehmchen » Beiträge: 4716 » Talkpoints: 719,79 » Auszeichnung für 4000 Beiträge


In wie weit vermutet man denn wirklich die Steuerung von außen, was diese Fridays for Future Demos angeht? Wird erwartet, dass dort hinter jemand sitzt, der eigentlich hochrangig ist und die Kids manipuliert oder vielleicht jemand wie Greta die Kids nur eben aufmerksam macht. Greta ist keineswegs doof, für viele vielleicht auch mal eine Art jugendliches Vorbild und natürlich hatte sie mit Einfluss darauf. Das ist aber ja auch keineswegs negativ gemeint.

Politischen Einfluss gab es, meiner Erkenntnis nach, erst danach. Denn dann haben die Grünen einen besseren Hype bekommen, was ich zwar weiterhin für die dümmste Idee halte, aber das sei mal vollkommen dahingestellt. Doch die grünen Wähler haben sich bestimmt etwas davon zugunsten des Klimas gedacht und sicher ist doch, dass eben jene Partei genau die Belange auch entsprechend als Agenda hat.

Ich finde dieses „Wort“ von außen steuern oder Einfluss immer so negativ behaftet. Ich möchte den Kids und Jugendlichen, aber auch vielen Erwachsenen nicht zusprechen, dass sie nicht schlau genug gewesen wären, das auch selbst zu erahnen, dass es fünf vor zwölf ist. Viel wichtiger war es wohl, dass Leute wie Greta das anders anpacken und sich die Kids/Jugendlichen endlich mal trauen.

In Deutschland ist eines ganz gut zu beobachten. Viele Deutsche oder eben Mitbürger lassen sich eben in allen gerne treiben. Wer demonstriert denn schon für irgendwas mal so richtig? Die Fridays for Future Bewegung tut es. Andere heulen über die Zuwanderung, aber wirklich auf die Straßen gehen, tun die vielen Tausende ja auch nicht. Andere heulen über die Politik, aber wo sind sie? Zuhause und am meckern.

Während andere Länder mit Demos und vielen anderen Veranstaltungen ihren Unmut kundtaten, gehört wurden und auch etwas mit verändern konnten. Das wäre hier denkbar. Das solche Geschichten dann vielleicht auch immer Leute auf den Plan ruft, die das politisch nutzen, wie jetzt die Grüne, oder andere, das wird wohl immer normal sein. Doch direkt von außen steuern, glaube ich nicht, dass dies möglich ist.

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» Kätzchen14 » Beiträge: 4951 » Talkpoints: 8,46 » Auszeichnung für 4000 Beiträge


In wie weit vermutet man denn wirklich die Steuerung von außen, was diese Fridays for Future Demos angeht?

Das ist eine ziemlich populäre Verschwörungstheorie vom rechten Rand, also nicht gerade von der geistigen Elite dieses Landes. Basiert darauf, dass ein kleiner Teil der Industrie von mehr Klimaschutz profitieren würde und übersieht völlig, dass die wirklich großen und finanzkräftigen Konzerne von weniger Klimaschutz wesentlich mehr hätten. Und, dass die natürlich auch viel mehr Ressourcen hätten um Jugendliche in die gewünschte Richtung zu "steuern".

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» Cloudy24 » Beiträge: 23912 » Talkpoints: 86,70 » Auszeichnung für 23000 Beiträge


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