Soziale Netzwerke zur Kindererziehung nutzen?

vom 21.09.2017, 11:36 Uhr

Eltern sollen teils dazu übergangen sein, ihre Kinder mit Hilfe von sozialen Netzwerken zu erziehen. So hat ein Vater ein Video über die Unordnung seiner Tochter gedreht und im Internet hochgeladen, um sich Hilfe durch ein soziales Netzwerk zu holen.

Ein anderer Elternteil nervte der Selfiewahn seiner Tochter und filmte diese dabei im Auto und stellte das Video dann online. Die Tochter macht in diesem Video hinten im Auto verschiedene Grimassen, um sich eben selbst zu fotografieren. Natürlich sind die Kinder nicht gerade begeistert, wenn ihre Eltern solche Videos von ihnen hochladen. Aber anscheinend sahen diese keine andere Möglichkeit mehr, um an ihre Kinder zu appellieren.

Was haltet ihr vom sozialen Netzwerk als Erziehungsmethode? Würdet ihr auch Videos und Bilder hochladen, wenn alles reden bei den Kindern nicht fruchtet? Oder findet ihr, dass das gar nicht geht und man so die Privatsphäre des Kindes verletzt und vielleicht sogar alles nur verschlimmert? Meint ihr, dass soziale Netzwerke durchaus zu Erziehungszecken genutzt werden sollten?

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» Nelchen » Beiträge: 31711 » Talkpoints: 0,29 » Auszeichnung für 31000 Beiträge



Das habe ich ja noch nie gehört, dass man seine Kinder mit Hilfe sozialer Netzwerke erziehen kann. Wer sowas nötig hat, sollte lieber erst gar keine Kinder zur Welt bringen. :twisted: Dass solche Menschen nicht dazu geboren sind, Kinder zur Welt zu bringen, beweist das von Dir erwähnte Video des Vaters, dessen Tochter ihr Zimmer nicht ordentlich halten konnte. Wer es nötig hat, seine Kinder öffentlich so zu demütigen, sollte sich selbst dringend Hilfe holen. Aber nicht im Netz, sondern beim Psychiater. :!:

Ich würde meine Kinder nie so hintergehen. Vertrauen ist die wichtigste Basis zwischen Eltern und Kindern und wenn mein Kind mir als Mutter nicht mehr vertrauen kann, dann wird noch viel schlimmeres passieren als die Selfiesucht oder die Schlampigkeit meines Sprösslings. Das Recht auf Privatsphäre ist ein gesetzlich festgelegtes Gesetz und eines der wichtigsten Kinderrechte und sollte niemals gebrochen werden. Diese Eltern gehören strafgerichtlich verfolgt.

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» cherrypie » Beiträge: 555 » Talkpoints: 25,37 » Auszeichnung für 500 Beiträge


Zumindest in meinem Umfeld ist dies nicht der Fall. Mir ist noch kein Fall vor die Nase oder zu Ohren gekommen, wo Verhaltensweisen des Kindes gefilmt werden, um das dann zu posten und Erziehungstipps von anderen Eltern einzuholen und ich hoffe, dass das nur in der Phantasie von RTL passiert und nicht im wahren Leben.

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» Täubchen » Beiträge: 31864 » Talkpoints: 1,72 » Auszeichnung für 31000 Beiträge



Sein Kind zu filmen, wenn einem Elternteil das Verhalten nicht in den Kram passt, ist keine Erziehungsmethode, sondern eine reine Bloßstellung. Hier stellt sich der Erziehungsberechtigte auch ein Armutszeugnis aus. Denn wenn das Zimmer des Kindes aussieht, als wäre eine Horde Elefanten durchgerannt, gehört das nicht ins Gesichtsbuch sondern ausschließlich in der Familie geklärt und zwar nur dort.

Und der Vater, der sein Kind filmt, als dieses ein Selfie von sich macht, was macht der denn besser als das Kind? Nutzt er nicht auch genau das Medium, gegen das er angeblich vorgehen will? Das ist ja geradezu lächerlich und einfältig. Außerdem ist ein unordentliches Zimmer kein Weltuntergang und kein Grund einer Bloßstellung.

Vielleicht sollte das Kind einmal Oma interviewen und sie fragen, ob Papas Zimmer früher stets ordentlich aussah. Mal schauen, was der Vater davon hält, wenn er diese Unterhaltung im Gesichtsbuch anschaut. Das wäre doch mal ein Konter und noch dazu altersgemäß. Der Vater hingegen verhielt sich nur kindisch.

Und was bitteschön ist schlimm an einem Selfie? Es wird doch schließlich niemandem weh getan dafür und niemand kommt zu Schaden. Solche Eltern wünschen sich keine Kinder. Solche Eltern wünschen sich Abziehbilder von sich selbst.

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» Quasselfee » Beiträge: 1443 » Talkpoints: 210,30 » Auszeichnung für 1000 Beiträge



War da nicht vor kurzem einmal ein Bericht, in dem sein Vater sein Kind gefilmt und ins Internet gestellt hat, wie es zur Schule gehen musste? Das Kind hat andere Kinder im Bus gemobbt, anscheinend nicht zum ersten Mal, darauf hin durfte dieses nicht mehr mit den Bus fahren sondern musste zur Schule gehen. Ich kann mich nicht mehr an die Länge der Strecke erinnern, aber ich fand es damals lang.

Die Idee, dass das Kind zu Fuß zur Schule gehen muss, wenn es auf anderen Kindern herum hackt, finde ich ja nicht schlecht. Aber es als Video ins Internet stellen, ist sehr erniedrigend für einen Jugendlichen und wird jegliche Vertrauensbasis zu seinen Erziehungsberechtigten zerstören. Ich finde, dass das absolut der falsche Weg ist ein Kind zu erziehen!

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» Kruemmel » Beiträge: 1273 » Talkpoints: 61,33 » Auszeichnung für 1000 Beiträge


Meine Mutter hat gerne Bilder von meinem Zimmer gemacht und diese Bilder dann zu Familienfeiern herumgezeigt. Das war auch nicht eben besser und alles andere als schön. Eine gewisse Unordnung gehört ja auch irgendwie dazu, so ist es nun mal als Kind und man muss das erst lernen. In gewisser Weise war das bei mir auch Rebellion, da ich meine Eltern ärgern wollte mit meinem unordentlichen Zimmer.

Ich finde es daher aber auch nicht gut, wenn man Videos von den Kindern dreht und diese online stellt um sich irgendwelche Tipps zu holen. Das macht doch auch keinen Sinn. Was ändert das? Man könnte doch auch einfach nachfragen und schreiben, dass es wirklich schlimm unordentlich ist und man nicht weiter weiß. Videos finde ich da fehl am Platz und denke, dass das am Ziel vorbeischießt. Natürlich kann man sich Rat im Internet holen bei einem akuten Problem, aber nicht auf diese Art und Weise.

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» Ramones » Beiträge: 39363 » Talkpoints: 29,34 » Auszeichnung für 39000 Beiträge


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