Kosten, Erträge und Risiken bei Fondssparplänen

vom 31.03.2019, 22:50 Uhr

Heutzutage muss man ja Geldanlagen, wo man noch ein paar Zinsen bekommt, schon förmlich mit der Lupe suchen. Bei meiner Suche nach möglichst konservativen Anlagemöglichkeiten, bin ich auf die Fondssparpläne gestoßen und die hören sich ja mal gar nicht so schlecht an. Hat sich denn jemand schon mal mit solchen Fondssparplänen beschäftigt und weiß, mit welchen Kosten, Zinserträgen und vielleicht auch Risiken, diese behaftet sind? Meint ihr, Fondssparpläne könnten sich lohnen und mit welchen Laufzeiten sollte man denn da kalkulieren?

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» mikado* » Beiträge: 3010 » Talkpoints: 982,72 » Auszeichnung für 3000 Beiträge



Fondsparpläne lohnen sich, wenn in die richtigen Bereiche investiert wird und die Kosten nicht wieder alles auffressen. Ich würde im Moment eher zu ETFs greifen. Diese bilden meistens einen Index ab, zum Beispiel den XDAX. Diese sind dann passiv gemanagt und weisen daher geringere Kosten auf. Bei Fonds solltest du drauf achten, ob du immer wieder was reinstecken musst, oder ob du ab und an mal was reinstecken möchtest und das in beliebiger Höhe. Alles hat seine Vor- und Nachteile!

Der Vorteil bei regelmäßiger Besparung ist, dass du den Cost-Average-Effekt mitnehmen kannst. Du holst dir also z.B. monatlich immer für exakt 50,-€ Anteile. Mal sind es mehr, mal sind es weniger, je nach Kursschwankung.

Der Nachteil bei unregelmäßiger Besparung kann aber auch ein Vorteil sein, denn es kommt immer drauf an, wann du das Geld reinpackst! Hast du extremes Glück und bekommst immer dann genug Geld zusammen, wenn der Kurs des Fonds gerade tiefer als sonst ist, holst du dir viele Anteile. Es kann aber auch das Gegenteil sein. Nur solltest du immer so einen Vorteil haben, sollte man sich überlegen, ob der Fonds wirklich gut ist, wenn er öfters eher unten, statt oben ist.

Banken und Versicherungen bieten sollte Rentenversicherungen und Sparpläne an. Aber neuerdings auch Start-Ups mit einfachen Apps, mit denen du immer den Überblick behältst.

Der Vorteil ist immer: Sollte der Investmentanbieter pleite gehen, liegen deine Anteile in deinem Depot und sind sicher. Sollte die Bank pleite gehen, bei der dein Depot liegt, bist du durch die Einlagensicherung abgesichert, außer du hast mehr als 100.000 € auf dem Konto. Dann kommt es drauf an, ob die Bank zusätzliche Absicherungen geschlossen hat. Da sollten Menschen mit dicken Konten drauf achten und vielleicht ihr Geld auf mehrere Depots aufteilen.

Die Kosten sind unterschiedlich. Bei ETFs sind sie, wie schon oben erwähnt, deutlich günstiger. Die genauen Kosten findest du in den Unterlagen zu den Fonds. Zinserträge machst du so gesehen nicht. Du machst Gewinne. Einige Fonds haben seit ihrer Auflage enorme Gewinne erwirtschaftet, was teilweise aber auch meistens nur schön aussieht. Hat ein Fonds seinen Anfang in einer ordentlichen Depression und danach schießt alles in die Höhe und ist gerade kurz vor dem Abschwung, dann heißt das alles nichts. Es kommt halt auf den Markt drauf an und da solltest du genau drauf achten und dich selber schlauer machen.

Der Vertrieb ist interessiert, sein Produkt auf den Markt zu bringen und dir Zahlen zu zeigen, die toll sind. Später kann jeder dann sagen, dass du wusstest, weil man es dir gesagt hat, dass es Hoch- und Tiefphasen gibt. Daher sollte jeder, der sich daran macht, selber entscheiden, in welchen Markt er gehen möchte. Und nein, Fonds für Flugzeuge, Schiffe und Container sind nicht risikoarm, sondern bringen vielleicht viel Provision und mehr nicht.

Laufzeiten sind nun das letzte Thema auf das ich eingehen möchte. Denn da kommt es drauf an. Fondssparen kann in kurzer Zeit viel bringen, aber auf längere Sicht, mit dem oben genannten Cost-Average-Effekt, kannst du eher auf der sicheren Seite sein. Ich arbeite für eine Versicherung und bei uns wird vier Jahre vor Laufzeitende das Geld nach und nach aus dem Fonds rausgezogen und in sichere Anlagen gepackt, damit das Geld an Tag X nicht plötzlich komplett weg ist, weil gerade die Weltwirtschaft zusammengebrochen ist. So etwas sollte auch bedacht werden. Nur weil man kurz vor der Rente/Pension einen Haufen Geld auf dem Depot hat, kann es zum Tag X evtl. auch komplett anders aussehen.

Du siehst, Fondssparen ist nicht so einfach, man sollte sich selber vorher schon schlau machen und sich vielleicht in die Zeitschrift Finanztest einlesen. Dann ist das besparen eines Fonds auch kein Hexenwerk mehr, sondern sehr einfach!

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» DocMichi » Beiträge: 668 » Talkpoints: 3,52 » Auszeichnung für 500 Beiträge


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