Mageres Gehalt durch Überstunden aufbessern?

vom 22.05.2018, 10:28 Uhr

Entschuldige, aber das ist eine Milchmädchenrechnung. Erstens vergisst du offensichtlich, dass es um ein mageres Gehalt geht. Wer den Mindestlohn verdient, hat netto mit zusätzlichem Minijob definitiv mehr in der Tasche als mit Überstunden. Bei gleichem Stundenlohn bleibt mehr übrig, weil die Abgaben fehlen. Das gilt übrigens auch bei hohen Einkommen. Meine Schwiegermutter hat mit vier Stunden Minijob den Betrag voll gehabt. Natürlich blieb bei gleichem Stundenlohn im Vollzeitjob weniger.

Und wenn du sowieso nur den Mindestlohn hast, dann macht es durchaus einen Unterschied, wie viel du pro Stunde netto in der Tasche hast. Denn dann wird aus jämmerlich schnell erbärmlich. Warum man dann Auch noch davon ausgeht, dass jemand, der wenig verdient, unqualifiziert ist, erschließt sich mir nicht. Es gibt genügend Arbeitnehmer, die trotz guter Qualifikation nicht mehr bekommen. Vor dem Mindestlohn bekam jeder dritte Praxisassistent beim Tierarzt weniger als 8,50 Euro pro Stunde. Approbierte Tierärzte würde ich nun nicht als Geringqualifizierte einstufen, oder?

Auch das mit der Abgabenquote ist leicht nachvollziehbar. Nicht jeder Arbeitgeber zählt Überstunden monatlich aus. Wenn sich da etwas angesammelt hat, kommt man für den Monat in eine viel höhere Steuersituation. Das gleicht sich zwar über den Lohnsteuerjahresausgleich wieder aus, nur nützt das wenig, wenn jeder Monat übel knapp ist. Nicht selten hast du dann bei höherem Brutto weniger netto.

» cooper75 » Beiträge: 10275 » Talkpoints: 78,42 » Auszeichnung für 10000 Beiträge



cooper75 hat geschrieben:Entschuldige, aber das ist eine Milchmädchenrechnung. Erstens vergisst du offensichtlich, dass es um ein mageres Gehalt geht.

Nur mal Interessehalber, warum sollte ich das vergessen, wenn außer dir niemand wirklich explizit von mickrigen Gehälter gesprochen hat? Der Thread begann doch eigentlich ganz allgemein damit, dass mehr und mehr Leute sich Zusatzverdienste erarbeiten würden durch Überstunden. Ob es dabei um geringe, mittlere oder hohe Einkommen handelt, wurde nirgends erwähnt.

Auch ich selbst sprach lediglich davon, dass bei geringen Einkommen, die Abgabenquote nur unmerklich ansteigt, wenn da ein paar Überstunden drauf kommen. Und das sehe ich noch immer so.

Das gleicht sich zwar über den Lohnsteuerjahresausgleich wieder aus, nur nützt das wenig, wenn jeder Monat übel knapp ist. Nicht selten hast du dann bei höherem Brutto weniger netto.

Das ist aber für die Mehrzahl der Arbeitnehmer entweder Unsinn oder sagt nur, dass sie eben keine Lust haben ihren Lohnsteuerjahresausgleich zu machen. Grundsätzlich hat man ja eben doch nicht weniger Netto vom Brutto, sondern vergisst sich einfach seine zuviel gezahlte Steuer wiederzuholen. Die Steuerlast ist ja doch die gleich, egal ob man jetzt mal in einem Monat 1200 Euro mehr bekommt oder jeden Monat 100 Euro mehr bekommen würde.

Lediglich die Steuervorrauszahlung ändert sich bei dem Modell mit der Einmalzahlung zu Ungunsten des Arbeitsnehmers. Aber wie gesagt, dann macht man halt seine Steuererklärung und holt sich das Geld dann eben wieder. Gerade bei geringen Einkommen, ist das doch umso wichtiger auch um ein paar Kröten zur Not mit dem Finanzamt zu kämpfen.

» Klehmchen » Beiträge: 3873 » Talkpoints: 347,74 » Auszeichnung für 3000 Beiträge


Überstunden kommen in meinem Bereich häufiger vor, da ohnehin ein gewisser Personalmangel herrscht, der durch Krankheitsausfälle noch einmal verschärft wird. Es lässt sich also nicht immer vermeiden, auch Überstunden zu leisten.

Ich gehöre allerdings nicht zu denjenigen, die sich die Überstunden komplett ausbezahlen lassen. Da ich keine Familie habe und meine Freundin natürlich ihr eigenes Geld verdient, komme ich sehr gut mit meinem Einkommen aus und kann neben meinem Lebensunterhalt auch meine Hobbys davon gut bestreiten.

Daher empfinde ich es als wesentlich wertvoller, wenn ich dann zwischendurch mal eine Woche zusätzlich frei habe und dann wegfahren oder sonst etwas schönes machen kann. Ich wäre nicht bereit, auf den Ausgleich an Freizeit komplett zu verzichten. In gewissen Grenzen wäre es in Ordnung, aber grundsätzlich ist mir Freizeit wesentlich wichtiger als ein paar Euro mehr im Monat.

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» Cologneboy2009 » Beiträge: 14238 » Talkpoints: 2,81 » Auszeichnung für 14000 Beiträge



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