Auf Wahrheit beharren, wenn jemand einem etwas nicht glaubt?

vom 12.04.2016, 11:02 Uhr

Meine Eltern halten mich scheinbar für eine chronische Lügnerin, da sie mir sehr vieles nicht glauben wollen, auch wenn es um irgendwelche Lappalien geht. Wenn meine Mutter mich beispielsweise fragt ob ich etwas bestimmtes gemacht oder eben nicht gemacht habe und ich ihr wahrheitsgetreu antworte, fängt sie oft an zu grinsen und meint, ich würde sie veräppeln. Früher habe ich mich dann immer direkt verteidigt. Mittlerweile ist mir das aber oft zu blöd. Ich zucke dann mit den Schultern, wobei es mir dann auch egal ist, ob mir geglaubt wird oder nicht.

Wenn mir jemand etwas nicht direkt glaubt, dann verzichte ich oft darauf, die Geschichte zu erzählen oder belasse es bei einem Mal, anstatt mich eben zu verteidigen oder immer wieder auf der Wahrheit zu beharren. Solange es eben eigentlich nur um Lappalien geht und mir es im Prinzip egal sein kann, ob mir jemand glaubt oder nicht, mache ich mir da auch nicht die Mühe, mich zu verteidigen. Das mache ich nur dann, wenn es die Sache wirklich Wert ist. Wie reagiert ihr, wenn euch jemand nicht glauben möchte? Verteidigt ihr euch grundsätzlich immer oder kommt es bei euch auch darauf an, wie wichtig etwas ist?

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» Prinzessin_90 » Beiträge: 29370 » Talkpoints: 345,53 » Auszeichnung für 29000 Beiträge



Ich kenne solche Situationen eigentlich nicht. Wenn mir jemand nicht glauben würde, würde ich mich sicherlich schon verteidigen, aber wenn das immer wieder vorkommt würde ich dann schon versuchen in einer ruhigen Minute zu klären warum man das immer von mir denkt, aber ich würde es nicht langfristig auf sich beruhen lassen, weil ich mich nicht so behandeln lassen möchte.

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» Ramones » Beiträge: 36006 » Talkpoints: 21,71 » Auszeichnung für 36000 Beiträge


Ich muss sagen, dass ich eine solche Situation auch nicht kenne, dass mir ständig jemand etwas nicht glauben würde, was ich sage. In dem Fall würde ich schon darauf beharren, dass ich die Wahrheit sage, aber wenn es ständig vorkommt, dann verstehe ich dich schon, dass du darauf keine Lust mehr hast. Aber ich könnte so etwas nicht so schnell auf sich beruhen lassen, wenn mir jemand unterstellt, dass ich lügen würde.

» Barbara Ann » Beiträge: 24840 » Talkpoints: 51,49 » Auszeichnung für 24000 Beiträge



Chronisches Misstrauen und Unterstellungen stellen natürlich eine bewährte Methode dar, die Beziehung zu seinen Mitmenschen zu vergiften. Ich reagiere hier auch höchst allergisch, da ich großen Wert auf Ehrlichkeit und Aufrichtigkeit lege. Jeder, der mich auch nur ein bisschen kennt, weiß, dass ich in der Regel die Wahrheit sage, oft genug auch, wenn es eher schadet als nützt. Diplomatie war noch nie eine meiner starken Seiten.

Wenn man mich der Unehrlichkeit bezichtigt oder meine Aussagen mit herablassender Skepsis zur Kenntnis nimmt, zucke ich mittlerweile auch nur noch mit der Schulter. Die Menschen, zu denen ich eine gute Beziehung pflegen möchte, tun so etwas nicht, und irgendwelche Bekannte oder Kollegen können sowieso reden, was sie wollen.

Meiner Erfahrung nach projizieren Menschen, die anderen prinzipiell misstrauen oder sie für Lügner halten, oft ihre eigene Charakterschwäche auf ihr Gegenüber. Weil sie selbst in einer bestimmten Situation die Unwahrheit sagen würden, gehen sie davon aus, dass jeder andere genauso handeln würde. Mit anderen Worten, diese Zeitgenossen disqualifizieren sich in meinen Augen sofort als verlogen, hinterhältig und charakterlos, und vor solchen Gestalten brauche ich mich auch nicht zu rechtfertigen oder auf meiner Version des Sachverhalts beharren. Das überfordert lediglich ihre Spatzenhirne.

» Gerbera » Beiträge: 6558 » Talkpoints: 6,54 » Auszeichnung für 6000 Beiträge



Es gibt doch diesen Spruch "Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht". Ich halte es für durchaus realistisch und nachvollziehbar, dass man einer Person misstraut und nicht sofort alles glauben möchte, die man schon das eine oder andere Mal beim Lügen erwischt hat.

Aber jemanden grundsätzlich unter Generalverdacht zu stellen empfinde ich als falsch und ich denke, dass es da so sein wird wie Gerbera es schildert, dass diese Menschen ihre eigenen negativen verlogenen Charaktereigenschaften auf ihr Gegenüber projizieren und deswegen nichts glauben wollen.

» Capri » Beiträge: 658 » Talkpoints: 8,00 » Auszeichnung für 500 Beiträge


Ich finde, dass man relativ schnell merken kann, ob eine Person in einem "Modus" drin ist, in dem sie aufnahmefähig ist oder nicht. Wenn eine Person mir also pauschal unterstellt, ich würde lügen obwohl ich die Wahrheit sage, dann merkt man ja auch, ob eine Person in diesem Modus und damit aufnahmefähig für meine Meinung und Ansicht ist oder nicht. Wenn ich merke, dass es eh nichts bringt, weil die Person das glaubt, was sie glauben möchte, dann kann man sich das ja auch sparen, die Wahrheit zu beteuern. Das ist in meinen Augen Zeitverschwendung.

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» Täubchen » Beiträge: 22910 » Talkpoints: 0,11 » Auszeichnung für 22000 Beiträge


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