Aufregung um Essener Tafel nachvollziehbar?

vom 26.02.2018, 05:36 Uhr

Eine Tafel in Essen hat medial großes Aufsehen erregt, da sie einen Aufnahmestopp für Ausländer verhängt hat. Sie meinte, dass die "deutsche Oma" sich ansonsten verdrängt fühlen würde und man wolle eben für ein Gleichgewicht zwischen Inländern und Ausländern achten.

Dies hat einen ziemlichen Shitstorm ausgelöst und man unterstellt der Tafel nun auch rechtes Gedankengut. Könnt ihr persönlich den Wirbel um diese Essener Tafel verstehen? Findet ihr, dass eine Tafel in dem Sinne "Ansprüche" stellen dürfen sollte oder geht das gar nicht?

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» Täubchen » Beiträge: 21424 » Talkpoints: 0,23 » Auszeichnung für 21000 Beiträge



Ich finde das vollkommen übertrieben, allerdings war es auch absehbar weil man sich hier wieder einen rassistischen Skandal konstruieren konnte. In meinen Augen hat die Essener Tafel ein Problem erkannt und die nötigen Maßnahmen ergriffen um dieses Problem zu lösen.

» RavenThunder » Beiträge: 1159 » Talkpoints: 339,61 » Auszeichnung für 1000 Beiträge


Diesem Aufnahmestopp von Ausländern sind ja wohl tumultartige Zustände vorausgegangen, was den Leiter der Essener Tafel zu dieser Maßnahme bewogen hat. Diese nun gleich wieder mit rechtem Gedankengut zu assoziieren, das finde ich schon etwas übertrieben, aber für mein dafürhalten müsste das ganze Tafelkonzept nochmals überdacht werden. Es müssen Abläufe geschaffen werden, die allen Bedarfsgruppen gerecht werden und die Benachteiligungen ausschließen.

» cupertinorino » Beiträge: 103 » Talkpoints: 31,58 » Auszeichnung für 100 Beiträge



Über diese Tafel habe ich vor einigen Tagen auch schon einen Artikel gelesen und war ehrlich gesagt hin und hergerissen. Die Gründe der Tafel sind für mich absolut nachvollziehbar, hier ging es aber nicht nur um die "deutsche Oma" sondern vor allem auch um bedürftige Mütter mit Kindern, die in zum Teil unzumutbar langen Schlangen, zwischen Dutzenden von jungen, männlichen Ausländern bei eisigen Temperaturen ausharren mussten. Das es hier zu unangenehmen Vorfällen kam und Frauen sich oftmals bedrängt fühlten, muss wohl nicht groß ausgeführt werden.

Natürlich ist die Regelung Ausländer nun gar nicht mehr zuzulassen sehr radikal und ich persönlich hätte versucht einen anderen Weg zu finden, aber die Tafel war in eine Zwangslage geraten und Chef Jörg Sartor hatte deutlich gesagt, dass es sich um einen vorübergehenden Beschluss handle, um die Ausgabe neu zu organisieren und zu optimieren. Ich empfinde den Shitstorm und vor allem auch die Empörung einiger Politiker als überaus peinlich, anstatt eine völlig unproduktive Nazihetze anzuleiern, hätte man sofort reagieren können und der Tafel mit Rat und Tat unter die Arme greifen können.

Es wird doch wohl möglich sein eine Ausgabe zu organisieren, die ältere Menschen, sowie Mütter mit Kindern, körperlich eingeschränkte Personen und anderweitig Benachteiligte unabhängig von Nationalität und Hautfarbe in einem angemessenen Rahmen mit Lebensmittel zu versorgen. Menschen die sich damit nicht anfreunden können, sollten meiner Meinung nach einzeln ausgeschlossen werden. Ich bin sicher, die Tafel wird das in absehbarer Zeit in den Griff kriegen und wir haben einen weiteren unnützen Shitstorm mehr, mit vielen Anfeindungen und Beleidigungen, die niemandem zum Vorteil gereichen.

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» Pikalina » Beiträge: 564 » Talkpoints: 63,16 » Auszeichnung für 500 Beiträge



Ich verstehe das Problem der Tafel, nur finde ich die Lösung total ungeschickt. Und das liegt einfach daran, dass die falschen Leute bestraft werden und die Menschen, die geschützt werden sollen, erst einmal keine Verbesserung spüren. Denn "Ausländer" sind nun einmal ziemlich vielfältig.

Während die, die den Terror machen, ihre volle Nutzungszeit bei der Tafel ausnutzen dürfen und danach sowieso ein Jahr Pause machen müssen, sind die anderen in Sippenhaft. Das ist nicht fair und Rentner und Alleinerziehende trauen sich erstmal auch nicht eher dahin, denn bis es besser wird, das dauert.

Und was ist mit "unseren" Ausländern? Unterscheidet sich der Gastarbeiter aus Italien oder Türkei, der hier geblieben ist und von einer schmalen Rente lebt, in seiner Bedürftigkeit von einem deutschen Rentner? Das finde ich unfair. Wobei ich die Essener Tafel auch bei den geforderten Unterlagen übergriffig empfinde und das gilt auch für Deutsche.

Andere Tafeln, die ebenfalls in einem schwierigen Umfeld arbeiten, bekommen das auf anderen Wegen hin. Ich finde es zum Beispiel sinnvoll, die Ausgabezeiten für Rentner und Alleinerziehende separat an den Anfang zu legen. Da ist noch viel Ware da und die Menschen, denen es schwerfällt müssen nicht so lange warten. Und wer sich nicht benimmt, der fliegt konsequent raus. Wiederholt sich der Ärger, darf er gar nicht mehr kommen. Das spricht sich schnell rum.

» cooper75 » Beiträge: 9804 » Talkpoints: 60,70 » Auszeichnung für 9000 Beiträge


Die pauschale Verurteilung einer ganzen Gruppe ist nie der richtige Weg, weil damit immer auch die falschen getroffen werden. Und genau so funktioniert populistische Propaganda eben, es wird immer vereinfacht und in Gruppen eingeteilt und mit einer "wir" und "die" Rhetorik gearbeitet.

Wenn sich dort Leute daneben benommen haben und das waren sicher nicht nur Ausländer, es gibt auch genug asoziale Deutsche, dann sollten doch auch genau diese Leute bestraft und in Zukunft von der Ausgabe ausgeschlossen werden. Denn so wie das jetzt geregelt wurde ist das Problem ja nicht gelöst. Die Pöbler sind weiterhin Kunden und machen weiterhin Probleme.

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» Cloudy24 » Beiträge: 20332 » Talkpoints: 12,61 » Auszeichnung für 20000 Beiträge


Aber man bestraft doch schon in ganz Deutschland die Deutschen an der Tafel. Wieso sollen Ausländer und Flüchtlinge bedürftiger sein? Alle kriegen den Regelsatz. Die Flüchtlinge werden oftmals sogar noch besser unterstützt als Deutsche. Bei Hartz-IV-Beziehern wurden Arno-Dübel-Geschichten erzählt, während Flüchtlinge anfangs sogar beklatscht wurden.

» Juri1877 » Beiträge: 5109 » Talkpoints: 20,30 » Auszeichnung für 5000 Beiträge



Als Essenerin, die dort nicht unweit von gewohnt hat und fast täglich dort vorbei geht, obwohl ich mittlerweile in einem anderen Stadtteil wohne, habe ich mich immer gefragt, wann es soweit ist, dass die Tafel Essen dem Treiben ein Ende setzt. Ob jetzt hier welche mit der Rassismuskeule kommen oder nicht, spielt generell erst einmal keine Rolle, denn die Wahrheit wollen die Leute sowieso nicht sehen.

Fakt ist, der Ausländeranteil hat sich in den letzten Jahren von abermals 30 Prozent auf 75 Prozent erhöht. Die „Gib“ Attitüde geben auch viele Landsleute zu, dass die von denen da ist. Auch das Männlichkeitsgehabe konnte man sehen. Schubsen, bedrohen etc. waren keine Seltenheit.

Einige, die dort vermeidlich „bedürftig“ sind, sind wiederum mit den Leuten auf der großen Straße nahe der Tafel befreundet, die eigene arabische Supermärkte & Co haben oder teilweise auch verwandt. Da habe ich mich schon immer gefragt, wieso sie an den Tafeln stehen, aber das klappt ja in DE hervorragend, weil ja keiner richtig prüft.

Die Klientel ist rau, hat eine „Gib“ Manier und diese ist auch in Wattenscheidt schon 2015 auffällig geworden. Wenn Ihr durch den sogenannten Ostpark, wo die Essener Tafel steht durchlaufen müsstet, würdet ihr das selbst als total weltoffener Mensch schon merken, dass hier eine angeheizte und seltsame Stimmung herrschte. Das haben meine Patenkinder, die dort den Schulweg entlang gehen auch schon immer gesagt. Aber auch ich konnte das durchaus das eine oder andere Mal erleben.

Es hätte nur die treffen sollen, die dafür verantwortlich sind. Doch sind wir einfach mal ehrlich. Dann wäre der Aufschrei trotzdem gleich geblieben. Denn man darf ja mittlerweile nicht einmal mehr sagen, dass sich gewisse Menschen aus dem Ausland immer benehmen, als seien sie der König, als müssen wir alles tun und als drehe sich die Welt um sie. Das dort jetzt auch „Unschuldige“ in den sauren Apfel beißen müssen, ehe ein Gleichgewicht hergestellt ist, ist eben so.

Die Medaille hat zwei Seiten. Zum einen muss man aber auch sagen, dass in Flüchtlings/Asylunterkünften durchaus auch Verpflegung herrscht und ich habe von einigen Ausländern seit das Tafel Thema hochgekocht war erfahren, dass die meisten ihre Asylgelder nach Hause schicken, weil sie sonst eine Schande wären, wie in Afghanistan das der Fall ist. Deswegen stehen die an den Tafeln. Ich kann mir das durchaus vorstellen, aber das ist nicht das Problem der Tafeln, sondern der Politik.

In anderen Städten gab es von Asylunterkünften „Fresspakete“ und da wurde auch immer gemeckert. Weil sie ja keine Speisen aus ihrer Kultur bekommen würden und das Angebot dann eben nicht schön ist. Darauf hin wurde entschlossen, dass die dortigen Asylbewerber glaube um die 140 Euro nur für Essen kriegen. Da platzt mir einfach der Arsch.

Hier kommen Menschen her, die vor Krieg und Tod fliehen oder vor religiöser Verfolgung sowie sexueller Verfolgung. Die wollen wirklich Hilfe und dann kommen da Leute, die wollen einfach nur die Lorbeeren rauspicken und springen auf einen „Lügen-Zug“ auf, damit sie profitieren. Genau diese sind es auch zum größten Teil, die sich daneben benehmen. Statt da endlich einzugreifen, wird jeder angeprangert, der es sagt.

Ich war letztens in einem Frauenhaus beruflich unterwegs. Dort waren 50 Prozent der Frauen mit ausländischem muslimischen Background. Die Mehrheit davon Flüchtlinge und so viele Frauen mussten die letzten Wochen weggeschickt werden. Da schreit keiner, das es nicht sein kann, dass man Frauen aus Gewaltmonopolen, aus kranken Ehen & Co nicht mehr helfen kann, aber bei der Essener Tafel geht es direkt ab.

Es ist nicht fair, keine Frage, aber irgendwo muss man auch mal fair bleiben. Dort benehmen sich welche nicht so, wie man es erwartet. Sie müssen nicht betteln, aber benehmen sich, als würde ihnen alles gehören und andere Bedürftige sollen hinten anstehen?

Das ist eine Antwort auf die fatale Flüchtlingspolitik der letzten 2-3 Jahre, die ja noch immer weiter geht. Nur nicht in der Menge. Die sich dafür mal am meisten gerade machen sollte, ist Frau Merkel, dass jetzt überall in DE dasselbe Problem aufkommt, denn die Essener Tafel ist nicht die Einzige Tafel, die darüber berichtet, aber auch Flüchtlingseinrichtungen & Co haben das schon oft bemängelt, welche Attitüde da von den meisten Herren an den Tag gelegt wird. Aber es darf ja nicht sein, was nicht sein kann.

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» Kätzchen14 » Beiträge: 3774 » Talkpoints: 0,26 » Auszeichnung für 3000 Beiträge


Ich denke da ganz einfach, dass man Leute ausschließen sollte, die sich nach mehrfacher Ermahnungen nicht benehmen können, ganz gleich welcher Herkunft Sie sind. Natürlich haben Ausländer auch ein Recht zur Tafel zu gehen, wenn es nicht reicht.

Ich finde es auch schwierig zu sagen, dass Landsleute doch eh einen Supermarkt in der Nähe haben, wo man sich mit Lebensmitteln versorgen lassen kann. Die müssen doch auch bezahlt werden! Also mein Freund, der früher von der Tafel gelebt hat, bekam auch nicht in einem Supermarkt, wo er sich vielleicht gut mit einer Arbeitskraft verstand Waren umsonst.

» ygil » Beiträge: 2548 » Talkpoints: 38,56 » Auszeichnung für 2000 Beiträge


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