Gemeinsames Ausarbeiten einer Hausarbeit als Betrug gewertet

vom 09.11.2014, 08:23 Uhr

Wie viele andere musste auch ich mal eine größere Hausarbeit schreiben. Um das entsprechend gut zu machen, habe ich diese mit einem Freund zusammen - wir hatten dasselbe Thema - in der Bibliothek ausgearbeitet. Da es in der Aufgabenstellung auch um subjektive Einschätzungen einiger Sachverhalte ging, haben wir uns häufig darüber unterhalten und diskutiert.

Das Ergebnis des Ganzen war dann natürlich, dass wir ziemlich ähnliche Ergebnisse mit entsprechenden Begründungen und Ausführungen hatten. Da wir unsere Arbeiten auch am selben Tag abgegeben haben, ist das den Korrektoren aufgefallen und sie werteten es als Betrugsversuch.

Den oben beschriebenen Sachverhalt gaben wir als Rechtfertigung an, was uns aber auch nicht half. Was mein ihr: Ist das tatsächlich ein Betrugsversuch? Ward ihr schon in einer solchen oder ähnlichen Situation?

» Hoffi » Beiträge: 408 » Talkpoints: 3,03 » Auszeichnung für 100 Beiträge



Ich war im Studium nie in einer solchen Situation, obwohl ich zusammen mit meinem Mann den gleichen Studiengang belegt habe. Das Diskutieren der Aufgabe mit Kommilitonen ist völlig legitim. Aber die Arbeit an sich sollte ganz allein entstehen. Jeder Student muss sich mit der Aufgabe alleine auseinandersetzen und sie "geistig ver- und bearbeiten".

Ich kenne es nur so, dass man einen Passus unterschreibt, der in etwa so lautet: "Hiermit erkläre ich, dass ich die vorliegende Arbeit ohne fremde Hilfe und ohne Benutzung anderer als der angegebenen Quellen angefertigt habe. Die Arbeit wurde in gleicher oder ähnlicher Form bei keiner anderen Prüfungsbehörde vorgelegt oder von einer solchen als Teil einer Prüfungsleistung angenommen. Alle Ausführungen, die wörtlich und sinngemäß übernommen wurden, sind als solche gekennzeichnet."

Damit schließen sich große Ähnlichkeiten zu einer anderen Hausarbeit von vornherein aus. Es wird Abweichungen im Aufbau und in der Argumentation geben, wenn die Aufgabe nur diskutiert und eben nicht gemeinsam ausgearbeitet wurde. Denn auch das gemeinsame Ausarbeiten einer Hausarbeit ist nicht statthaft.

» cooper75 » Beiträge: 11924 » Talkpoints: 580,95 » Auszeichnung für 11000 Beiträge


Das kann man ja so machen, aber wenn man zumindest stellenweise dasselbe oder sinngemäß dasselbe stehen hat, ist es einfach Betrug. Das ist schon verständlich, dass man sich da ärgert, aber man sollte es ja auch alleine machen und nicht irgendwelche Hilfe in Anspruch nehmen. Ich denke, dass man einfach sicher gehen würde, wenn man es alleine macht und dann eben auch alle benutzten Stellen und Zitate angibt. Es soll ja das eigene geistige Eigentum sein.

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» Ramones » Beiträge: 41549 » Talkpoints: 11,22 » Auszeichnung für 41000 Beiträge



Da habt ihr wohl Recht. Es war wirklich schade um die verlorene Zeit, da man das Ganze dann ja auch noch wiederholen musste (dann auch strikt getrennt und mit Erfolg). Wir hatten im oben beschrieben Fall übrigens einer wissenschaftlichen Mitarbeiteren unsere fertigen Arbeiten zum drüberlesen gegeben, sie hätte uns ja auch mal warnen können, dass das in die Hose gehen könnte. :D

» Hoffi » Beiträge: 408 » Talkpoints: 3,03 » Auszeichnung für 100 Beiträge



Ich sehe das so wie cooper und ich kenne das auch so, dass man so eine eidesstattliche Erklärung abgeben musste, dass man die Arbeit ganz alleine verfasst hat und keine Hilfe dabei hatte. Wenn man dann feststellt, dass eure Inhalte ähnlich klingen, liegt der Verdacht nahe, dass ihr beide betrogen haben könntet. Ich finde es sowieso total merkwürdig, dass man dasselbe Hausarbeitsthema offensichtlich an mehrere Studenten aus demselben Kurs verteilt. Das hätte es bei uns nicht gegeben, da hatte jeder einzelne ein komplett eigenes Thema bekommen, sodass man da auch schlecht zusammenarbeiten konnte, selbst wenn man gewollt hätte.

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» Täubchen » Beiträge: 33313 » Talkpoints: -0,26 » Auszeichnung für 33000 Beiträge


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