Beileidskarten zum Trost spenden als unsinnig ansehen?
Wenn ich Beileidskarten schreibe, empfinde ich das als regelrechten Zwang, aber es gehört ja nun mal zum guten Ton. Der Grund ist, dass ich mir auch nicht vorstellen kann, dass so eine Karte in irgendeiner Form Trost spendet. Meistens stehen doch ohnehin nur Trauersprüche aus dem Internet drin. Ich bräuchte so etwas im Trauerfall jedenfalls nicht. Da finde ich es wirklich wesentlich hilfreicher, wenn man den persönlichen Kontakt sucht und Hilfe anbietet oder zumindest anruft.
Ja, es "gehört dazu". Es ist halt eines von diesen Ritualen, die "man" so macht ohne groß darüber nachzudenken. Eigentlich finde ich solche Karten total unsinnig, schnell im Laden gekauft, ein zwei mehr oder weniger persönliche Sätze rein geschrieben, verschickt und man hat seine Pflicht getan. Aber wie soll so eine Karte Trost spenden? Es geht doch eher darum, dass man nicht negativ auffallen will, als die einzige, die keine Karte geschickt hat.
Persönlich vorbei gehen und etwas zu Essen andrehen finde ich aber auch unpassend. Viele Leute haben sicher erst mal keine Lust auf Gesellschaft und keinen Hunger. In meiner weiteren Verwandtschaft hat sich jemand vor Kurzem mehr oder weniger selber umgebracht mit ihrem Glauben an Naturheilverfahren und Homöopathie. Ich war so geschockt als ich die ganze Geschichte erfahren habe, dass ich das erst mal selber für mich verarbeiten musste. Wenn da jemand mit einem Kuchen oder so vor mir gestanden hätte, hätte ich den wohl erst mal nur verständnislos angeschaut.
Bei uns ist es so, das in den Beileidskarten nicht nur Worte stehen sondern auch ein kleiner Geldbetrag beigefügt ist. Ich empfinde es überhaupt nicht als unsinnig, denn eine Trauerkarte zu kaufen, etwas zu schreiben und dem Angehörigen zukommen zu lassen, das beinhaltet doch Zeit, also hat sich doch derjenige auch die Zeit genommen um etwas Trost zu spenden! Ich empfinde einen "Händedruck" und "Mein Beileid" dann eher als "unsinnig", denn für viele ist das "persönliche" einfach zu früh und eine Karte, die man liest, bedeutet etwas Abstand aber dennoch weiß man, das derjenige dran "gedacht" hat und auch mit trauert.
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