Die traurige Wahrheit über Boney M
Nach dem Tod von Bobby Farrell, der letzte Woche an einem Herzinfarkt starb, kommen jetzt traurige Wahrheiten über die Gruppe heraus. So habe ich gestern Abend verschiedene Interviews der Sängerinnen und auch von Bobby Farrell gesehen, in denen sie von ihrem Alltag als Gruppe Boney M berichteten.
So machte der Tänzer Bobby Farrell dem Gründer und Liedschreiber Frank Farian große Vorwürfe, dass die Sänger und Tänzer der Gruppe arm geblieben sind, während sich Frank Farian an ihnen viel Geld verdient haben soll. Auch eine Sängerin erzählte, dass sie pro Abend nur 300 DM bekommen haben sollen, während Frank Farian viel Geld für sie einstrich. Es gab von ihnen Anspielungen auf ihre Hautfarbe und dass man sie nur ausgenutzt habe. Frank Farian stellte in einem schon älteren Interview fest, dass er sein Geld eben nicht auf den Kopf gekloppt habe, sondern es gespart und clever investiert habe.
Egal, wie es wirklich gewesen ist, niemand hat die Sängerinnen und den Tänzer gezwungen, dort mitzumachen. Frank Farian ist ein Geschäftsmann, er hat die Gruppe gegründet, die Lieder geschrieben und produziert und sicherlich auch für die Auftritte gesorgt. Da ist dann auch klar, dass er am meisten verdient hat. Außerdem muss man überlegen, sie waren damals komplett unbekannt und in den 70er Jahren waren 300 DM für einen Abend viel Geld, da haben andere weit über eine Woche lang hart gearbeitet.
Natürlich war nicht alles rosig und auch sie mussten hart arbeiten und haben durch ihre Tourneen ihre Familien und Freunde sicherlich nicht so häufig sehen können, wie sie es sich gewünscht hätten. Dennoch stand es ihnen doch frei, solche Verträge zu unterschreiben. Die Beschwerden kommen jetzt viel zu spät, das hätte man vor 30 oder 40 Jahren klären müssen und nicht erst dann auf den Tisch bringen dürfen, wenn mal jemand aus der Gruppe gestorben ist. Das Business ist hart und es gibt immer Gewinner und Verlierer.
Ich kann es mir schon vorstellen, dass es für die Gruppe nicht leicht war, unter Frank Farian zu arbeiten. Er wusste schon, wie man Geld macht und ich kann es mir vorstellen, dass er viel an Boney M verdient hat und dass die Sänger und Tänzer der Gruppe nicht so viel verdient haben, wie es vielleicht bei dem Bekanntheitsgrad doch hätte sein sollen.
Aber ich finde auch, dass es nun zu spät ist, darüber zu reden und dass man das direkt hätte klären müssen. Bei der Vertragsunterzeichnung war die Gruppe ja noch nicht bekannt und dann war das vermutlich schon viel Geld. Aber man hätte die Verträge wohl anpassen müssen, nachdem die Gruppe bekannter wurde. Wenn das versäumt wurde, dann ist man selber daran doch auch nicht unschuldig und darum sehe ich es auch so, dass so späte Anklagen nichts mehr bringen.
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