Haschisch für Tourette von Krankenkassen bezahlen lassen?
Trüffelsucher, das Problem vor dem neuen Urteil war folgendes. Du konntest als Patient mit den entsprechenden Unterlagen und Empfehlungen von Medizinern bei der Bundesopiumstelle einen Antrag auf die Erlaubnis zum Bezug oder zum Anbau stellen.
Die Anträge zum Anbau sind regelmäßig und ohne Ausnahme abgelehnt worden, weil du deinen Bedarf über die gewählte und zugelassene Apotheke decken kannst. Nur kann das eben kaum jemand, weil die Krankenversicherung die Kosten nicht übernimmt.
Das tut sie nur in ganz bestimmten Fällen nach langem Kampf für Dronabinol. Das sind Tropfen mit THC. Allerdings werden die oft nur schlecht vertragen und die Wirkung ist weniger gut. Außerdem sind viele Erkrankungen, wo es helfen könnte, von der Kostenübernahme ausgeschlossen.
In der Apotheke kaufen dürfen, hilft wenig, wenn man nicht 700 bis 1.200 Euro übrig hat, die dann monatlich anfallen. Das ist zynisch, da bleibt nur die Selbsthilfe aus dem Blumenkasten. Das soll sich ändern. Es gibt eine Gesetzesvorlage, nach der die Krankenversicherung die Kosten zumindest erstatten soll.
Das wäre mal vernünftig. Es ist ja nicht so, dass eine konventionelle Schmerztherapie günstiger wäre. Hier fallen für ein Familienmitglied alle 3 Wochen Kosten von rund 800 Euro für Schmerzmittel an, in extremen Phasen waren es 1.700 Euro. Das funktioniert hier. Aber es wäre doch Irrsinn, diese Summen auszugeben, wenn es nicht hilft und Cannabis das Problem verbessern könnte.
Bei entsprechenden Erkrankungen, und dazu zähle ich auch Tourette, sollte der Konsum definitiv von den Krankenkassen übernommen werden. Mir sind auch Fälle bekannt, wo das definitiv erfolgt (allerdings ist die Grunderkrankung eine andere und es handelt sich nicht um Tourette).
Den Eigenanbau halte ich dann wieder für schwieriger, es sei denn man legalisiert es komplett - dann ist das natürlich kein Problem. Beim Eigenanbau sehe ich das Problem, dass nicht nachvollzogen werden kann, ob es dann wirklich nur für den Eigenbedarf geschieht, oder eben nicht.
Es gibt genug Leute, die in die Krankenkassen einzahlen und die nichts benötigen. Dann sollte man Menschen das Leben erleichtern, die es wirklich brauchen. Und das es bei Tourette sinnvoll ist, Haschisch zu konsumieren, wurde ja in mehreren Studien nachgewiesen.
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