Ist ein Arzt auch ohne Notfall immer zur Hilfe verpflichtet
Meine Bekannte X klagte mir heute ihr Leid. Es geht ihr gesundheitlich nicht so gut und es ist momentan kein Arzt im Dienst, der bei uns Hausbesuche macht. Dann blickte sie aus dem Fenster und sah gerade einen Bekannten, einen Sohn einer Nachbarin, der ebenfalls Arzt ist.
Nun beschloss sie, den Arzt zu fragen, was sie denn machen sollte. Als meine Bekannte X dann anfing, dem Arzt zu erzählen, dass es ihr nicht besonders gut geht, antwortete der Arzt, dass sie dann eben zu einem Arzt gehen sollte. Meine Bekannte X rief mich daraufhin an und brüskierte sich sehr über den Arzt, dass er ihr nicht geholfen hat, sondern sie zu einem Arzt verwiesen hat.
Wie ist es eigentlich mit diesem hippokratischen Eid? Tritt dieser nur in Kraft, wenn wirklich Gefahr im Verzug ist, es also um Leben und Tod geht? Oder hätte der Bekannte meiner Nachbarin trotzdem helfen müssen, wenn es ihr nicht gut geht? Was meint ihr dazu?
Ich denke das er nur im Notfall helfen muss. Wenn ich deine Nachbarin gewesen wäre hätte ich Ihn auch gar nicht angesprochen. Ich finde das sogar fast ein wenig unverschämt. Ärzte haben auch mal Feierabend und müssen sich nicht auch noch in Ihrer Freizeit um Ihre Nachbarn kümmern. Wäre es Ihr wirklich sehr schlecht gegangen hätte er Sie sich bestimmt angesehen. Aber so finde ich es völlig in Ordnung wenn er Ihr "nur" den Rat gibt Ihren Arzt aufzusuchen.
Ein Arzt müsste dann ja immer mit einem Koffer oder besser mit einem ganzen Krankenhaus mit sich umher laufen und hätte gar keine Freizeit mehr. Natürlich muss er im Notfall handeln, aber wenn er gerade keinen Dienst hat und privat unterwegs ist muss er keine Menschen auf eigene Kosten behandeln, bei denen es kein Notfall ist. Immerhin müsste das ja auch irgendwie verrechnet werden mit der Krankenkasse und so und das würde ja nicht gehen.
Ich denke, dass man da nett mal nachfragen kann, aber mehr eben auch nicht. Sie kann aber auf jeden Fall auch einen Krankenwagen rufen oder einen Notarzt anrufen, wenn sie der Meinung ist nicht zum Arzt zu kommen. Es gibt immer auch Vertretungsärzte oder auch Ärzte, die Hausbesuche machen.
Wenn kein niedergelassener Arzt Dienst hat, dann gibt es in aller Regel den kassenärztlichen Notdienst im Krankenhaus. Dort kann man hingehen. Aber ohne Notfall muss eben kein Arzt helfen. Deswegen dürfen ja auch Hausärzte einen Patienten ablehnen, wenn das Wartezimmer schon überfüllt ist. Ansonsten wären ja an manchen Tagen die Ärzte im Dauereinsatz, was den Patienten auch nicht unbedingt hilft.
Wobei man den Begriff des schlecht gehens auch differenziert betrachten muss. Was bei den einem Menschen dann wirklich nur ein wenig Unwohlsein ist, kann bei anderen Menschen schon ein Notfall sein. Kommt halt immer darauf an, wie man es selbst sieht und wie es andere Menschen bewerten. Aber wenn man wirklich krank ist, dann gibt es immer eine Möglichkeit der ärztlichen Behandlung und zumindest im Krankenhaus kann man anrufen und nachfragen, wohin man sich wenden kann.
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