Haben Ärzte von Krankschreibungen irgendwelche Nachteile?

vom 30.09.2014, 13:07 Uhr

Person A ist im Moment krank. Frau A hat eine starke Erkältung und fiebert auch. Die Temperatur geht teilweise über 39 Grad und sie hat auch Ohrenschmerzen. Sie ist bei ihrem Hausarzt gewesen, den sie aber wegen ihres Umzugs erst kurz kennt. Dieser hat ihr ein Antibiotikum verschrieben und andere Medikamente und meinte, wenn es bis Mittwoch nicht erheblich besser ist, soll sie noch mal kommen. Sie fragte dann nach einer Krankmeldung für den Arbeitgeber und der Arzt meinte, dass es wohl nicht nötig wäre. Die Medikamente würden wohl schnell helfen und wenn es gar nicht geht, kann sie ja noch mal kommen.

Person A ist nun heute arbeiten gegangen und es ging nicht. Sie hat sich nun für den Rest der Woche Urlaub genommen. Sie wird wohl in Zukunft zu einem anderen Arzt gehen. Geht sie jetzt zu einem anderen Arzt, sieht es ja eher so aus, als ob sie unbedingt nur auf die Krankmeldung aus ist.

Frau A fragt sich nun, ob die Ärzte bei den Krankenkassen irgendwelche Nachteile haben, wenn sie mehr als durchschnittlich krank schreiben und zur Zeit scheint ja wieder eine Grippewelle umzugehen. Habt ihr das auch schon erlebt, dass ihr krank wart und der Arzt euch nicht krank geschrieben hat?

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» Diamante » Beiträge: 41749 » Talkpoints: -4,74 » Auszeichnung für 41000 Beiträge



Ich habe eher erlebt, dass Ärzte grundsätzlich eher zu viel und zu lange krank schreiben. Schließlich haben sie damit im Endeffekt weniger Arbeit und mehr Zeit für ihre richtigen Patienten. Außerdem bestehen viele Patienten sehr vehement auf eine längere Krankschreibung. Manche Ärzte machen das aber eben nicht, sondern möchten wirklich nur so lange wie nötig die Leute krank schreiben. Mit der Krankenkasse hat das nichts zu tun.

Wenn ein Arzt nur für einen kurzen Zeitraum krank schreibt, ist es normalerweise überhaupt kein Problem, sich eine Verlängerung zu holen. Mitunter geht das sogar telefonisch. Man sagt dann einfach, dass man noch nicht genesen ist und bekommt ohne größere Untersuchung eine neue Krankschreibung. Es gibt keinen Grund für den Arzt, das zu verweigern.

In diesem Fall war es doch wirklich so, dass er vorgeschlagen hat, dass A noch einmal zu ihm kommt. Wieso geht A dann arbeiten und nimmt sogar Urlaub, wenn es ihr nicht besser geht? Das ist doch das Dümmste, was man in dieser Situation machen kann.

» Weasel_ » Beiträge: » Talkpoints: Gesperrt »

Zuletzt geändert von ten points am 30.09.2014, 13:19, insgesamt 1-mal geändert. Zeige Beitragsversionen

Weasel_ hat geschrieben:In diesem Fall war es doch wirklich so, dass er vorgeschlagen hat, dass A noch einmal zu ihm kommt. Wieso geht A dann arbeiten und nimmt sogar Urlaub, wenn es ihr nicht besser geht? Das ist doch das Dümmste, was man in dieser Situation machen kann.

Ja, wenn es bis Mittwoch nicht besser ist und der Arztbesuch war heute und da wollte er nicht krank schreiben. Heute ist die Praxis am Nachmittag geschlossen und weil A einfach nicht arbeiten kann, hat sie sich Urlaub genommen. A hat sich gestern so schlecht gefühlt, dass A nach der Krankmeldung fragte und der Arzt diese verweigert hat. A glaubt auch nicht dass der Arzt sie morgen krank schreiben wird, wenn er sie heute nicht krank geschrieben hat. Aber das ist nebensächlich.

Die Frage war ja, was die Ärzte davon haben, wenn sie nicht krank schreiben oder welche Nachteile sie beispielsweise bei den Krankenkassen haben, wenn sie krank schreiben. Ist das ähnlich wie bei der Verschreibung der Medikamente?

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» Diamante » Beiträge: 41749 » Talkpoints: -4,74 » Auszeichnung für 41000 Beiträge



Nein, das habe ich noch nie erlebt oder gehört. Der Arzt hat auch keinen Vorteil oder Nachteil davon bei der Krankenkasse, wenn er einem kranken Patienten eine Krankschreibung verweigert. Frau A kann beim Arbeiten weitere Mitarbeiter anstecken, wenn sie arbeiten muss. Unverständlich ist mir, warum Frau A das beim Arzt einfach so hingenommen hat. Vor allem ist es denkbar falsch, sich Urlaub zu nehmen. Wenn sie nicht kann, weil sie krank ist, konnte sie nach Rücksprache mit dem Arbeitgeber wieder nach Hause gehen.

» Cid » Beiträge: 20027 » Talkpoints: -1,03 » Auszeichnung für 20000 Beiträge



Ich habe ja schon Einiges mit Ärzten erlebt. Aber dass man mit Fieber zur Arbeit gehen soll, kenne ich gar nicht. Im Gegenteil, da wollten mich Ärzte schon wegen hohen Blutdruck ins Krankenhaus einweisen, obwohl ich erklären konnte, dass diverse Ereignisse der letzten Tage dies verursacht haben.

Frau A. sollte sich ganz schnell an einen anderen Arzt wenden. Vor allem, weil es eben nicht nur Fieber ist, sondern auch Ohrenschmerzen dabei sind. Wenn sich da eine Mittelohrentzündung entwickelt, dann dauert die Genesung wesentlich länger.

» Punktedieb » Beiträge: 17970 » Talkpoints: 16,03 » Auszeichnung für 17000 Beiträge


Ist es nicht überall so geregelt, dass man zwei (vielleicht sogar drei?) Tage auch ohne Krankschreibung fehlen kann und erst dann zum Arzt gehen muss, wenn sich eine längere Arbeitsunfähigkeit abzeichnet? Wenn man diese Regelung nicht so weit ausreizt, dass der Arbeitgeber "Blaumachen" vermutet und eine Attestpflicht ausspricht, müsste dieses Vorgehen doch eigentlich Standard sein.

Außerdem kann man sich meiner Erfahrung auch rückwirkend krankschreiben lassen, wenn man überzeugend nachweisen kann, dass man es einfach nicht früher zum Arzt geschafft hat. Aber vielleicht hatte ich bisher auch nur sehr liberale Arbeitgeber oder lockere Hausärzte.

Jedenfalls muss meiner Meinung nach schon einiges passieren, damit jemand Urlaub nehmen muss, weil es mit der Krankschreibung nicht klappt. Meine diversen Hausärzte haben mich immer anstandslos krank geschrieben, wenn ich ihnen meine Erkältung oder den verstauchten Knöchel vorgeführt habe. Über den Zeitraum haben wir uns auch immer einvernehmlich verständigt. Mehr als eine Woche gab es zwar nur im Ausnahmefall, aber eine Krankmeldung verweigert wurde mir noch nie.

Ich würde mir an der Stelle von Frau A sofort einen anderen Arzt suchen, der mich krankschreibt. Mit Fieber und Infektionen ist nicht zu spaßen. Außerdem hat niemand was davon, wenn sich das ganze Büro ansteckt oder Frau A die Erkrankung verschleppt und dann erst richtig auf der Nase liegt.

» Gerbera » Beiträge: 11346 » Talkpoints: 56,04 » Auszeichnung für 11000 Beiträge


Ist es nicht überall so geregelt, dass man zwei (vielleicht sogar drei?) Tage auch ohne Krankschreibung fehlen kann und erst dann zum Arzt gehen muss, wenn sich eine längere Arbeitsunfähigkeit abzeichnet?

Stimmt, das könnte natürlich auch der Grund sein, wieso der Arzt sich gegen eine Krankschreibung ausgesprochen hat. Sie wäre in diesem Fall nämlich tatsächlich unnötig. Und nach drei Tagen kann man immer noch zum Arzt gehen.

Allgemein muss man ja nicht wegen jeder kleinen Erkältung zum Arzt rennen und sich dann auch noch völlig unnötige Antibiotika verschreiben lassen. Das kann nämlich auch mal ganz böse nach hinten los gehen. Und gegen Grippe hilft Antibiotika sowieso nicht.

» Weasel_ » Beiträge: » Talkpoints: Gesperrt »



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