Durch Training Gespräche Arzt/Patient verbessern
Die Gesprächsführung Arzt – Patient wurde ein Teil ärztlicher Ausbildung. Die Approbationsordnung wurde geändert und somit ist die Gesprächsführung verpflichtend und nun ein Teil der Prüfung.
Die Patienten legen Wert darauf, dass ihnen alles erklärt wird und sie es verstehen, was der Arzt sagt. Ist der Arzt nicht in der Lage, sich verständlich auszudrücken, empfinden ihn manche Patienten als arrogant und wechseln die Praxis. Kommunikationstraining für Mediziner war schon an einigen Hochschulen Tradition. Nun ist es überall Pflicht.
Die Worte des Arztes haben für die Gesundung des Patienten große Bedeutung. Dass junge Ärzte das erst lernen müssen, ist nachvollziehbar. Der Patient spricht nicht jedes Leiden direkt an, sondern sendet oft nur Signale, die der Arzt erkennen und nachfragen muss.
Wie empfindet ihr die Gespräche mit eurem Arzt? Versteht er immer, was ihr meint, auch wenn ihr es umschreibt? Und könnt ihr seine Erklärungen und Empfehlungen ohne Nachfrage verstehen?
Ich persönlich finde es gut, dass die Gesprächsführung des Arztes zu einem Patienten ein Teil der ärztlichen Ausbildung ist. Immer hin will man als Patient wirklich alles verstehen, was der Arzt einem erzählt und erklärt. Aber ich würde einen Arzt jetzt nicht als arrogant ansehen, nur weil ich nicht das verstehe, was der Arzt versucht, mir zu erklären.
Wenn ich meinen Arzt, bei dem ich zu Besuch bin, gerade, nicht verstehe und er mir versucht zu erklären und zu erzählen, was ich denn habe und was mein Leiden ist, dann frage ich nach und sage, dass ich das gerade nicht verstanden habe, und hoffe dann darauf, dass der Arzt mir dies noch einmal näher erklärt und vor allem verständlicher sich ausdrückt, was dann auch meistens der Fall ist.
Aber meist ist es so, wenn ich denn mal beim Arzt bin und der Arzt seine Diagnose stellt und er mir dann im Nachhinein erzählt, worunter ich leide und was ich dagegen machen kann und desgleichen, also wenn er mir alles erklärt, dann erklärt mein Arzt mir dies auch ziemlich gut. Ich hatte bis jetzt noch keine Verständigungsprobleme mit meinem Arzt beziehungsweise mit meinen Ärzten. Bis jetzt wurde mir immer alles superverständlich erzählt und erklärt und ich musste mich bis jetzt auch noch nicht über irgendetwas beschweren. Und wenn ich dann etwas nicht ganz verstanden habe, was ja mal vorkommen kann, dann frage ich ganz normal nach und dann wiederholt der Arzt sich halt noch mal, also alles kein Problem.
Ich gehe nur sehr ungerne zum Arzt und möchte teilweise gar nicht wissen, was er mir da alles erklärt. Bis jetzt bin ich fast immer gut aufgeklärt worden. Mein Frauenarzt ist da besonders ausführlich und erklärt mir, während der Ultraschallstab unangenehm in mir steckt, alles, was er auf dem Bild sieht, irgendwelche Polypen oder so was. Ich sage dann immer nur, dass ich das gar nicht wissen will, und wenn er meint, dass er etwas wegmachen müsse, dann solle er es tun.
Mich stört auch immer beim Gesundheits-Checkup, wenn meine Hausärztin mir meine Gallensteine zeigt. Ich verdränge sie ganz gerne, weil ich sie gar nicht spüre und sie anscheinend auch nicht schaden. Der einzige Arzt, der ein bisschen gesprächiger hätte sein können, was ein Kardiologe, bei dem ich einmal einen Ultraschall wegen meines Blutdrucks gemacht habe. Der hat nämlich fünf Minuten absolut nichts gesagt und nur besorgt auf den Bildschirm geschaut, bis ich ihn gefragt habe, ob alles in Ordnung ist. Ja, hat er dann nur gesagt. Ich habe aber von anderen hinterher gehört, dass er immer so ist. Das fand ich schon etwas extrem und unangenehm.
Ich habe das Glück, nicht ernsthaft oder chronisch krank zu sein. Mein letzter Arztbesuch bezog sich auf einen Knorpelschaden im Knie. Dabei habe ich alle Erklärungen und Beschreibungen problemlos verstanden. Hätte ich ein komplizierteres Problem, könnte ich mir aber durchaus vorstellen, dass ich als Nicht-Mediziner auch mal überfordert bin, während der Arzt oder Facharzt munter mit Fremdwörtern um sich schmeißt, die er oder sie natürlich seit dem Studium kennt und täglich verwendet.
Deswegen halte ich es für sinnvoll, wenn die Gesprächsführung zwischen Arzt und Patient einen verbindlichen Teil der Ausbildung darstellt. Auch wenn der Genesungsprozess nur bedingt dadurch beeinflusst werden kann, wie geschickt der Arzt die Behandlung erklären kann, ist es doch für alle Beteiligten angenehmer, wenn die Kommunikation effizient und auf Augenhöhe des Betroffenen verläuft.
Der Hausarzt, zu dem ich nun gehe, ist in seinen Erklärungen sehr gut und verständlich. Da ich in einem medizinischen Beruf arbeite, habe ich es allerdings auch einfacher, den Erklärungen zu folgen. Allgemein finde ich es aber schon sehr gut, dass im Studium die Ärzte auch Kommunikation mit dem Patienten lernen. Das ist bei manchen Ärzten wirklich ein Problem, dass sie gar nichts sagen oder nur in Fachsprache reden, die ein Laie nicht versteht. Mein alter Hausarzt war leider so, so dass ich immer nachfragen musste, was ich denn nun habe.
Ich kann mir schon vorstellen, dass sich einige Patienten bei einem solchen Arzt nicht gut aufgehoben fühlen. Es ist eben wichtig, dass die Patienten informiert werden. Der Arzt kann fachlich noch so gut und kompetent sein, wenn er den Patienten nicht über seine Krankheit aufklären kann, dann wird er bei den Patienten einfach nicht so gut angesehen sein. Sicher lernt man den Umgang auch während der Praxis, aber als Fach in der Ausbildung finde ich es auch sehr sinnvoll.
Man muss die Ärzte auch verstehen. Mein Vater zum Beispiel ist Arzt und für ihn gibt es nichts schöneres, als anderen Menschen zu helfen. Am Abend reden wir meist über unseren Tag und er erzählt mir oft von seinen Patienten und meint, dass man einige von ihnen teilweise kaum versteht, da sie in einigen Fällen noch nicht einmal genau wissen, wo der Schmerz sitzt. Ich finde es von den Patienten unfair einen Arzt gleich als arrogant abzustempeln, denn einige Patienten sollten sich mal selbst an die Nase fassen und froh sein, dass es jemanden gibt, der versucht ihnen zu helfen.
@Chuckie, es gibt in der Tat Ärzte, die mit Fachausdrücken um sich werfen, ohne sich bewusst zu sein, dass ein Patient sie nicht verstehen kann. Um sich nicht als unwissend darzustellen, fragen sie leider nicht nach, wenn sie etwas nicht verstehen. Das aber weiß der Arzt wiederum nicht.
Es ist schön, dass du so begeistert von deinem Vater bist und vor allem, dass dein Vater ein Arzt ist, der seinen Patienten wirklich helfen will. Natürlich gibt es das Problem, dass manche Patienten sich nicht genau ausdrücken können, weil sie es nie gelernt haben. Das ist dann auch sehr schwierig für einen Arzt.
Es gibt aber auch Ärzte, die nicht mit Leib und Seele Arzt sind. Für sie war das Studium vorbestimmt. Was sie studierten war ihnen egal. Da der Mediziner einen anerkannten Beruf hat, sind sie eben Arzt geworden, aber nicht mit der inneren Überzeugung, die dein Vater hat. Diese jungen Mediziner sind zwar nur eine kleine Gruppe, aber auch sie müssen lernen, einfache Menschen zu verstehen und ihnen verständlich zu erklären, welches Problem sie haben. Solche Ärzte können arrogant wirken, weil der einfache Mensch sie nicht versteht. Das hat mit deinem Vater nichts zu tun.
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