Hormone durcheinander durch "Low-Carb" usw.

vom 04.08.2013, 02:41 Uhr

Irgendwo habe ich von einem sehr interessanten Experiment gelesen: Die Nahrungsration bestimmter Soldaten wurde halbiert. Daraufhin sollen sich deren Gedanken nur noch ums Essen gedreht haben und ihre Libido ließ nach. Und besonders Bodybuilder werden wissen, dass Testosteron ohne die Verfügbarkeit von Fett u.U. nicht in ausreichendem Maße synthetisiert werden kann. Sind unter diesem Gesichtspunkt nicht alle an Männer gerichtete Fasten-Empfehlungen hinfällig? Oder ist der Libido-Rückgang in dem besagten Experiment darauf zurückzuführen, dass die Halbierung der Nahrungsration zwangsweise erfolgte?

Aber auch Frauen könnte das betreffen, sind doch deren Fettzellen an der Östrogen-Produktion recht wesentlich beteiligt. Die eher Fülligeren könnten also durch ein Abhungern auf "size zero" ihre Östrogen-Bilanz kräftig nach unten drücken. Oder ist es umgekehrt so, dass bei Frauen jegliches Fettgewebe "überschüssiges" Östrogen produziert?

Ich für meinen Teil habe heute so ziemlich null Kohlenhydrate gegessen, lediglich ein paar Cherry-Tomaten. Wie es nun z.Zt. um meinen Testosteron-Spiegel bestellt ist, weiß ich nicht, aber was ich definitiv merke, ist eine allgemeine Unruhe, die ich schon durchaus auf den Nahrungsentzug schieben würde. Andererseits gibt es nun ganz greifbare Indikationen für sowas, aber dann wäre z.B. das "Aushungern" von Krankheiten wohl auch nicht so frei von Nebenwirkungen. Oder doch?

» MasterOers » Beiträge: 348 » Talkpoints: 1,16 » Auszeichnung für 100 Beiträge



Jede einseitige Diät ist ungesund. Dass bei Hunger alles durcheinander kommt, ist doch selbstverständlich und nicht besonders verwundernswert. Hormone hängen auch vom Stoffwechsel ab. Man sollte das essen, worauf man Appetit hat und nicht irgendwelchen Diäten folgen. Die große Gefahr ist, dass der Körper mit der Zeit nicht mehr spürt, was er braucht.

Und das ist bei jedem Menschen und in jeder Lebenssituation etwas anderes. Manchmal braucht man viel Kohlenhydrate und manchmal viel Eiweiß oder Fett. Das kann der eigene Körper viel besser entscheiden als irgendwelche Diätvorgaben. Jeder Mensch hat einen individuellen Stoffwechsel je nach genetischer Veranlagung. Das Gefühl dafür geht durch Diäten verloren.

Ich wüsste keinen Grund dafür, dass Low Carb gesund sein sollte. Ich bin mir aus meiner langjährigen Lebenserfahrung sicher, dass in fünf Jahren wieder völlig andere Dinge gepredigt werden.

» anlupa » Beiträge: » Talkpoints: Gesperrt »

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Ja, ich sehe das grundsätzlich auch so, und bei Wikipedia habe ich gerade gelesen, dass der Verzicht auf Kohlenhydrate ganz im Gegenteil das Risiko für Fettleibigkeit sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen (!) erhöht. Damit ist das als langfristiges Ernährungskonzept wirklich ungeeignet. Aus meiner Sicht zumindest. Und wie Du schon sagst: Der Körper weiß i.d.R. am besten, was er braucht. Das Verlangen nach etwas Salzigem bei einem Kater (zwecks Verbesserung des Mineralhaushalts) wäre da z.B. beispielhaft.

Ich ernähre mich jetzt für ein Paar tage rein vegan und erhoffe mir dadurch von diesem Effekt profitieren zu können, was natürlich schon wieder Richtung Heilfasten geht. Dauerhaft sollte man das wohl noch weniger betreiben, als die Low-Carb-Diät denn der menschliche Körper ist auf die Zufuhr bestimmter Aminosäuren von außen strikt angewiesen und auch ohne Eiweiß geht's auch nicht auf Dauer.

» MasterOers » Beiträge: 348 » Talkpoints: 1,16 » Auszeichnung für 100 Beiträge



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