Was haltet ihr von Krankenhäusern?

vom 20.03.2011, 23:58 Uhr

Also ich finde Krankenhäuser ganz allgemein furchtbar. Es hat sich zwar schon einiges getan und das Essen ist auch nicht mehr so schlimm. Dennoch leiden viele Krankenhäuser unter Ärztemangel. Überall wird gespart. Dann kann es eben sein, dass eine Station ab 16 Uhr und an den Wochenenden keinen Stationsarzt hat.

Was mich an Krankenhäusern auch stört ist, dass man dort immer ewig warten muss. Ich weiß nicht warum, aber die sind immer der Meinung man hat Zeit. Klar ist man dort und hat nichts anderes vor, aber ob man einen Tag länger liegt oder nicht, macht für jeden einen Unterschied.

» floraikal » Beiträge: 1127 » Talkpoints: 2,05 » Auszeichnung für 1000 Beiträge



Krankenhäuser erfüllen einen bestimmten Zweck. Sie sind dazu bestimmt, dass operierte Personen und andere Kranke wieder gesund in die häusliche Pflege entlassen werden können. Dafür sorgt ein Ärzteteam mit Krankenschwestern und Pflegern.

Natürlich kannst du dich auch gut erholen. Bei manchen Krankheiten ist das ja sogar sehr wichtig. Wenn jemand einen schwierigen Knochenbruch hat und nicht aufstehen darf, dürfte es schon sehr langweilig werden. Ich war bisher schon fünfmal im Krankenhaus. Zweimal vor einigen Jahren wegen Blinddarm und Kiefer- Stirnhöhlenoperation. Dann 2007 durch einen Verkehrsunfall - zwei Operationen. Und im letzten Jahr zweimal durch Nachwirkungen des Verkehrsunfalles von 2007.

Die letzten dreimal waren es verschiedene Krankenhäuser. Mit einem war ich nicht zufrieden, aber das lag an einem sehr arroganten jungen Stationsarzt. Dort war es auch nicht sauber. In einem anderen waren die Ärzte alle sehr nett und auch alle in Ordnung bis auf eine Schwester. Im letzten Krankenhaus war alles prima. Das Essen in allen Krankenhäusern konnte man essen. Man hatte die Wahl zwischen mehreren Menues, da kann man wirklich nichts sagen. Frühstück und Abendessen waren auch nach Wahl.

Ansonsten ist ja wohl am wichtigsten, dass einem geholfen wird, wenn man krank ist, das haben alle gemacht. Meine längste Zeit im Krankenhaus war 2007 zwei Monate lang mit zwei Operationen.

» Cid » Beiträge: 20027 » Talkpoints: -1,03 » Auszeichnung für 20000 Beiträge


Ich war bisher nur einmal - für circa 24 Stunden - wegen einem Migräneanfall im Krankenhaus. Ich fand es ziemlich nervig: Es gab keinen Fernseher, keinen Computer, das Essen war dürfig und man wollte mich nicht aufstehen lassen. Das Einzige, was vermutlich gut für mich gewesen wäre, nämlich schlafen, konnte ich nur sehr schlecht, weil alle 2 Stunden Jemand reinrannte um bei irgendwem den Blutdruck zu messen und dabei natürlich das große Licht angemacht worden. Die 6 Stunden die ich aufgrund des Verdachts auf Meningitis im Einzelzimmer verbrachte, konnte ich hingegen schlafen.

Interessant war es kurz vor meiner Entlassung, als mich ein Arzt in die Ärztelounge holte und ein Video von mir drehte. Ich bin jetzt wohl so etwas wie der Präzedenzfall für eine Migräneattacke an der Universität Bonn, also mit lokalem Kopfschmerz, Desorientierung, Übelkeit und Wortfindungsstörung sowie Gleichgewichtsstörungen :D Gut fande ich, dass viele Tests gemacht wurden um ernstere Ursachen auszuschließen.

Negativ an Krankenhäusern ist jedoch auch noch, dass sich viele Krankheiten im Krankenhaus verbreiten können: Viele Menschen mit angeschlagenem Gesundheitszustand befinden sich auf engem Raum. Besonders nach einer Operation hat man ein erhöhtes Risiko eine postoperativen Infektion zu bekommen und möglicherweise daran zu sterben.

» TuDios » Beiträge: 1475 » Talkpoints: 4,83 » Auszeichnung für 1000 Beiträge



Direkt als Patientin kann ich mich selbst nur an meinen Aufenthalt in der Geburtsklinik erinnern, das war dort schon okay. Allerdings war ich doch sehr froh, als ich wieder nach Hause konnte.

Müsste ich allgemein ins Krankenhaus, hätte ich damit vermutlich schon ein größeres Problem, da ich auch die andere Seite kenne - ich bin Krankenschwester und weiß also, wie es hinter den Kulissen läuft. Das soll nichts Negatives bedeuten, aber ich glaube, das ist eine Art Berufskrankheit. Zumindest habe ich solche Äußerungen auch schon von anderen Kollegen gehört.

» TheBigPink » Beiträge: 93 » Talkpoints: 39,29 »



Hufeisen hat geschrieben:Manche meinen, dass man sich dort auch sehr gut erholen kann

Das habe ich nun hier auch schon öfter gelesen und bin doch etwas verwundert darüber. Mag sein, dass es für manche Workaholics erholsam ist, einige Tage mal hauptsächlich zu liegen und nicht von einem Termin zum anderen zu hetzen.

Ansonsten ist es aber so, dass man heutzutage nur noch mit schweren gesundheitlichen Problemen im Krankenhaus liegt und zum Beispiel nach einer Operation auch schnell wieder entlassen wird. Mir selbst ging es im Krankenhaus zwei Tage recht gut und ich konnte in dieser Zeit wenig Erholsames feststellen. Und das in einer kleinen Privatklinik, ohne Hektik, ohne Station zum Sterben, ohne allzu intensiven Krankenhausgeruch (natürlich gab es dennoch Bettpfannen, Desinfektionsmittel, usw.), mit dort zubereiteten genießbaren Essen und teilweise allein im Zimmer.

Doch Erholung ist für mich anders. Wenn ich mich erhole, dann entscheide ich, wann ich aufstehe, schlafen gehe und esse. Dann suche ich Aktivitäten die mir Spaß machen und liege nicht durchgehend ins Bett. Zur Erholung gehören für mich auch keine regelmäßigen Blutabnahmen, Infusionen, medizinische Behandlungen und Arztgespräche über seine Gesundheit.

Auch die Verbesserung meines Zustandes nach der Operation kann ich nicht als Erholung ansehen. Mein Körper erholte sich von den Strapazen der Operation, kam wieder in Gang und die Schmerzen klangen langsam ab. Aber je nach Zustand eine Bettpfanne, einen Toilettenstuhl oder Schmerzmittel gebracht zu bekommen, sehe ich ansonsten nicht als Erholung an.

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» Trisa » Beiträge: 3323 » Talkpoints: 38,55 » Auszeichnung für 3000 Beiträge


"Urlaub im Krankenhaus", das denke ich von vielen Patienten auch, dass die das vorhaben bei uns zu machen. :lol: Ja, das würde ich auch gerne mal machen, mich mal hin zuhauen und bisschen die Schwestern beobachten, bisschen lesen. :lol:

Nein mal ehrlich, wie kann man Urlaub im Krankenhaus machen wollen? Man hat nie seine Ruhe, man liegt seltenst allein in einem Zimmer, es sei denn, man stirbt oder man hatte eben Glück. Man muss dort mit wildfremden Menschen zusammen "wohnen" für ein paar Tage, dauernd kommen Schwestern, Schüler und Ärzte an und wollen was von einem, dauernd muss man zu Untersuchungen, darf vielleicht nichts essen, vielleicht muss man auch unangenehme Dinge wie abführen machen oder auf den Schieber gehen, weil man nicht aufstehen darf. :? Nein, also wirklich, da bin ich froh, dass ich nur dort arbeite und noch nie im Krankenhaus liegen musste außer mal paar Stunden für eine Infusion.

Ich habe bisher immer nur in meinem "Mutterkrankenhaus" gearbeitet, weil ich gleich fest eingestellt worden bin. Aber ich habe in anderen Krankenhäusern schon Angehörige und Freunde besucht und viele Storys gehört. In manchen Krankenhäusern würde ich mich nie behandeln lassen nach allem, was ich so gesehen und gehört habe, also wirklich nicht. :lol:

Gerade in das Krankenhaus meiner Heimatstadt habe ich gar kein Vertrauen. Was da für Leute arbeiten, die Schwestern ganz dorfmäßig, die Ärzte verstehen glaub ich gar kein Deutsch mehr. Ich kann mir gar nicht vorstellen, ob die überhaupt wissen, was die dort tun. :lol: Wenn ich zum Beispiel an unsere Chirurgen denke, führende Ärzte, teilweise in ganz Deutschland bekannt und ausgezeichnet. Da arbeiten Leute mit Einfluss, da werden manchmal ungewöhnliche Methoden gesucht, um unseren Patienten bestmögliche Therapien zu bieten, ich erinnere mich da an einen Patienten, übrigens kein Privatpatient, für den spezielle Ampullen aus den USA eingeflogen worden sind, 10.000 Dollar pro Ampulle - Patient gerettet! Was wäre gewesen, wenn dieser Mensch an bestimmte andere Häuser geraten wäre? Er wäre wohl verstorben.

Ja unsere Ärzte sind teilweise unfreundlich und arrogant, aber das wäre mir egal, wenn sie mich nur super behandeln. Wenn ich operiert werden sollte, würde ich momentan allein zu uns gehen, da habe ich mehr vertrauen als zum Beispiel zu Hause in meiner Heimat. Nur von den Schwestern erwarte ich überall Freundlichkeit, weil dafür stehe ich selber auf Arbeit, da weiß ich, dass ich das überall erwarten kann. Krankenhäuser mit bösen Schwestern gehen gar nicht. :lol:

» Mandragora » Beiträge: 1763 » Talkpoints: 0,49 » Auszeichnung für 1000 Beiträge


Ich finde an Krankenhäusern gar nichts Schönes und ich habe auch nicht die Erfahrung machen können, dass Krankenhäuser als Ort der Entspannung taugen. Bis jetzt war ich sehr selten und auch nur kurz in einem Krankenhaus und so soll das auch bleiben, jetzt auch unabhängig von den "Rahmenbedingungen" ;).

Die paar Mal, jedenfalls, war ich einem Mehrbettzimmer "untergebracht" und fand das wirklich unschön. Zum einen war man immer gezwungen sämtliche Gespräche mitzuhören, die einen meist nicht interessieren, zum anderen war in einem Mehrbettzimmer mal ein älterer Herr, der extrem laut schnarchte, was es unmöglich machte zu schlafen.

Ebenso nervig fand ich es - obgleich ich mich dort nur etwa zwei Tage "stationiert" war - von all den fremden Menschen (= Ärzten und Arzthelfern/-innen) umgeben zu sein. Es ist wirklich unangenehm in so einem Bett zu liegen und irgendwelche (Routine)Untersuchungen über sich ergehen zu lassen. Hinzu kommt, dass die Mehrbettzimmer ja in regelmäßigen und kurzen Abständen - zwecks Pulsmessung etc. - betreten werden. Für mich waren das also immer eher negative Erfahrungen. Ich habe mich in einem Krankenhaus jedes mal sehr unwohl und unsicher gefühlt.

» MasterOers » Beiträge: 348 » Talkpoints: 1,16 » Auszeichnung für 100 Beiträge



floraikal hat geschrieben:Dann kann es eben sein, dass eine Station ab 16 Uhr und an den Wochenenden keinen Stationsarzt hat.

Oh nein wie schlimm, was erlauben die sich denn? Machen die doch einfach nur noch 60-70 Stundenwochen die bösen Ärzte. Meine Güte was erwartest du denn? Deine Krankenkasse macht irgendwann ganz zu, die KfZ-Werkstatt auch, genauso wie der Supermarkt, auch die Bahn fährt irgendwann nur noch stündlich oder statt Straßenbahnen fahren nachts nur ab und an Busse. Wieso sollte da jetzt ein Krankenhaus eine Ausnahme machen und für 3-4 Anfragen in der Zeit von 16 Uhr bis morgens um 7 Uhr eine volle Arztstelle bezahlen?

Es ist ja nicht so, dass Abends und an Wochenende keine Ärzte mehr da sind. Da wird halt nur im Dienstsystem gearbeitet. Da hat dann halt ein Arzt Bereitschaft, oft genug noch 24 Stunden am Stück. Sollte vielleicht der ein oder andere mal regelmäßig ausprobieren, wie das so ist, bevor er sich darüber beklagt.

Ansonsten versteh ich aber die Frage nur so bedingt. Ein Krankenhaus ist ja nicht dafür da, dass man da Urlaub machen will oder sich erholt. Der Regelfall ist doch das Akutkrankenhaus, in dem der akute Krankheitszustand behandelt wird. Die wirkliche Erholung soll doch dann zu Hause stattfinden. Im Krankenhaus ist mir wichtig, dass man dort meine Erkrankung behandelt und nicht, dass man mich da wie im Urlaub im 5 Sterne-Hotel hofiert.

» Klehmchen » Beiträge: 5497 » Talkpoints: 1.016,89 » Auszeichnung für 5000 Beiträge


Also ich finde Krankenhäuser als ein notwendiges Übel. Zum Glück war ich noch nicht wirklich oft in einem und hoffe dass dies auch so bleibt. Aber wenn ich mich jetzt an Anfang des Jahres zurück erinnere wo ich einmal bei der Geburt und einmal wegen Komplikationen dort war weiß ich wieder dass ich sie eigentlich hasse. Ich bin jedes Mal so früh wie möglich wieder nach Hause gegangen und da gab es dann auch schon Diskussionen mit den Ärzten. Zumindest beim zweiten Mal. Aber ich kann dort kaum schlafen und Erholung finde ich schon gar nicht.

Sicher sind die Schwestern, Pfleger und Ärzte bemüht, aber es ist doch nun mal ein Krankenhaus und es läuft alles anders ab als man es kennt. Man hat eigentlich überhaupt keine Ruhe weil man ja meistens mit mehreren Personen in einem Zimmer ist, ständig will jemand was von einen und so weiter und so fort. Aber manchmal geht es einfach nicht anders und ich muss schon sagen das ich nach dem Kaiserschnitt von den Schwestern sehr gut gepflegt wurde in den Zeitraum wo ich nicht wirklich alles selber machen konnte. Aber Erholung ist das halt trotzdem nicht.

Auch was ein wenig nervig ist das man nicht immer Besuch bekommen kann wie man es möchte. So kam meine Tochter zum Beispiel am Freitag auf die Welt und außer dem Papa konnten alle erst am Sonntag das Kind begrüßen weil sonst niemand ins Zimmer durfte und ich noch nicht in der Lage war auf dem Gang spazieren zu gehen. Man ist halt sehr eingeschränkt und muss sich an oft ziemlich nervige Regeln halten.

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» torka » Beiträge: 4376 » Talkpoints: 7,91 » Auszeichnung für 4000 Beiträge


Irgendwie ist die Frage schon ein bisschen dämlich. Immerhin lässt man sich ja in einem Krankenhaus behandeln, wenn man dort ist und kann es sich nicht aussuchen dort zu sein. Auch will man dort ja keinen Urlaub verbringen. Ich denke, wenn einem die Ärzte das Leben retten sollte man nicht noch darüber meckern. Auch finde ich es in Ordnung, wenn ein Arzt keine Vollzeitbetreuung für einen Patient macht und eben auch mal sachlich agiert und nicht mit mir über meine Träume, Hoffnungen, Hobbys und Wünsche redet. Er macht seine Arbeit und da ist es in Ordnung, wenn er zwar freundlich aber sachlich bleibt.

Ich denke, dass wir schon einen guten Standard in unseren Krankenhäusern haben und es daher unangenehmere Sachen gibt, als in einem deutschen Krankenhaus behandelt zu werden. Natürlich kommt man immer mit einer Krankheit dort hin und sucht es sich nicht selber aus, weswegen der Spaßfaktor bei so einem Besuch eben ausfällt. Man wird behandelt und teilweise bekommt man ja schon Laptops zur Verfügung gestellt damit man sich nicht langweilt. Da stellt sich die Frage, was wir mehr wollen.

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» Ramones » Beiträge: 47758 » Talkpoints: 8,52 » Auszeichnung für 47000 Beiträge


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