Wie schmerzhaft empfindet ihr Blutzuckermessen?
Letztens haben wir in einer größeren Gruppe quasi kollektives Blutzuckermessen betrieben. Dabei bekam jeder eine eigene Nadel für ein entsprechendes Messgerät, was auch zwischendurch desinfiziert wurde. Das solche Methoden bei Ärzten und Sanitätern nicht genutzt werden, ist mir bewusst, jedoch geht es mir auch nicht um potentielle Risiken. Sondern vielmehr bemerkte ich dort wieder einmal (wie ich es auch einmal in einem Blutspendezentrum beobachtet habe) das unterschiedliche Schmerzempfinden der Leuten.
Einige merkten gar nichts von dem Einstich und hatten auch kein Problem damit sich mit der Nadel quasi die Fingerkuppe zu durchlöchern. Andere hatte regelrecht Panik und waren nah am Heulkrampf. Persönlich muss ich sagen, dass ich auch solch einen kleinen Pieks als sehr unangenehm empfinde und ich bin jedes Mal verwundert, wie Diabetiker so etwas mehrmals am Tag machen können.
Es macht bei mir auch keinen Unterschied, ob man ein Messgerät benutzt, eine Nadel, ob ich es selbst mache oder ein Arzt. Es schmerzt immer und ich habe Angst davor und mag das auch nicht. Empfindet ihr auch so? Oder stört euch so ein kleiner Pieks überhaupt nicht?
Mich stört der Pieks beim Blutzuckermessen eigentlich nicht wirklich sehr. Sicher empfinde ich es im ersten Moment auch als unangenehm, aber dieses Gefühl vergeht recht schnell und dann merke ich schon gar nichts mehr. Bei mir ist es aber eher so, dass es mich mehr stört, wenn ich selber bei mir messen möchte, als wenn jemand anders mit der Stechhilfe angerückt kommt. Ich habe aber auch schon mal mehrere Stunden lang bei anderen Menschen Blutzucker gemessen und dabei bemerkt, wie unterschiedlich sie doch reagiert haben.
Die meisten Menschen hatten eigentlich keine großen Probleme damit oder haben es mir wenigstens nicht gezeigt. Es gab aber auch die Leute, die wirklich Angst vor dem kleinen Pieks hatten und denen ich erst mal gut zureden musste, obwohl die ganze Aktion natürlich freiwillig war. So gab es aber einige Männer, die die größten Probleme damit hatten und im Hintergrund stand die Ehefrau und hat sich amüsiert. Das macht es natürlich nicht gerade leichter, die Angst auch zuzulassen.
Ich bin selber (ab demnächst) Krankenschwester und ich muss echt gestehen, Blutzucker messen ist echt fies für mich.
Ich habe keine Probleme andere Leute den ganzen Tag lang zu stechen, aber beim BZ messen bei mir selbst, aua. Wobei es da auch Unterschiede gibt.
Die Sicherheitslanzetten bei der Haema tun mir zum Beispiel nicht so weh wie die bei uns im Krankenhaus. Die sind echt gemein, wenn die in den Finger gepiekt werden. Und allgemein muss ich auch sagen, dass Fingerkuppenstechen schlimmer ist, als wenn die Blutspendenadel in die Vene gestochen wird, obwohl die viel dicker ist. In den Fingerkuppen liegen eben sehr viele Nerven.
Es macht auch einen Unterschied, wo man jetzt den Blutzucker misst. Wenn ich nicht gleich auf den ersten Blick sehe, dass mein Patient die Ohren voller Ringe hat, dann frage ich meinen Patienten, ob ich in die Fingerkuppe oder ins Ohrläppchen stechen soll. Letzteres tut meiner Meinung nach nämlich längst nicht so dolle weh. Ich merke da kaum etwas. Das ist einfach die schonendere Variante, finde ich.
Da ich aus gesundheitlichen Gründen mehrfach am Tag Blutzucker messen sollte, kann ich es auch nur so sagen, wie ich es empfinde. An manchen Tagen ist es so, dass ich kaum etwas spüre, und an anderen Tagen umso mehr. Da ich es aber machen muss und ich praktisch keine andere Wahl habe, muss ich da durch. Allerdings bin ich ich auch im Gesamten nicht wirklich schmerzempfindlich, sodass ich mich hier auch nicht überwinden muss. Wenn ich aber einen empfindlicheren Tag habe als sonst, ändere ich entsprechend die Einstelltiefe.
Ich habe mir auch schon oft von anderen sagen lassen, dass sie ja gar nicht verstehen könnten, wie ich die Messerei über mich ergehen lassen könnte. Aber wenn man keine andere Wahl hat, geht es eben irgendwie auch nicht anders. Ich kenne aber Diabetiker, die schon Probleme damit haben, daher wird auch an einer Methode gearbeitet, um Blutzuckermessungen weniger schmerzhaft durchführen zu können.
Wirklich angenehm ist ein solcher Stich in die Fingerkuppe mit Sicherheit nicht. Ich finde aber, dass man sich da auch nicht so anstellen und direkt jammern muss. Ich habe auch schon Leute erlebt, die sich über diesen kleinen Pieks künstlich und ziemlich affektiert aufgeregt haben. So etwas finde ich wirklich übertrieben, vor allem wenn es sich um ein einmaliges Erlebnis handelt. Diese Personen sollten sich dann auch vor Augen halten, dass Diabetiker mehrmals täglich einen solchen Stich aushalten müssen.
Ich mag es dennoch nicht, mich selbst zu stechen. Zum Glück musste ich das bisher auch so gut wie nie. In einem Praktikum in der Uni mussten wir zur Blutzuckermessung und für andere Tests mal ein wenig Blut aus der Fingerkuppe entnehmen. Ich finde es da schon angenehmer, wenn mich dann ein Kommilitone sticht. Da entfällt diese Hemmschwelle, die ich sonst dabei habe, wenn ich mir selbst in den Finger stechen soll. Wenn ich mich aber überwinde, klappt es auch und so schlimm finde ich es im Nachhinein dann auch nicht.
Natürlich empfinde ich dies als unangenehm, aber Millionen anderer Menschen müssen dies täglich selber machen und die bringen diese Prozedur auch irgendwie hinter sich.
Wenn ich mir selber eine Spritze setzen müsste, hätte ich sicher sehr große Probleme damit, aber da ich keine Angst vor Blut habe, wäre nur der Stich für mich problematisch. Bisher hab ich jedenfalls noch nie von niemandem gehört, dem deswegen ernsthaft etwas passiert ist.
Mir tut so ein Stich in den Finger eigentlich nicht weh. Trotzdem habe ich Hemmungen, es selbst zu machen und könnte das wahrscheinlich nicht. Wenn man darauf angewiesen ist, kann man sich aber sich daran gewöhnen. Macht eine Arzthelferin das bei mir, spüre ich aber fast gar nichts und empfinde es somit auch nicht als schlimm.
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