Hintergründe den Körper in ein künstliches Koma zu versetzen
In meinem Bekanntenkreis ist eine junge Frau von der Leiter gestürzt und liegt nun im künstlichen Koma. Wenn ich höre, dass jemand in ein künstliches Koma versetzt wird, frage ich mich immer, welche Hintergründe man dazu hat. Es hört sich ja immer dramatisch an, wenn ein Mensch im Koma liegt und auch wenn ein künstliches Koma extra herbei geführt wird, ist es immer eine schlimme Nachricht.
Warum versetzt man Leute in ein künstliches Koma und sind die Medikamente, die das künstliche Koma in Kraft treten lassen nicht auch gefährlich für den Körper? Kann es nicht sein, dass gerade diese Medikamente den Körper auch schwächen? Welche Hintergründe können Ärzte haben, dass sie einen Menschen in ein Koma versetzen?
Das wird gemacht, um den Körper sozusagen in völlige Ruhe zu versetzen und eine bessere Heilung zu ermöglichen. Der Körper wird eben dann für eine kurze Zeit komplett auf seine Grundfunktionen reduziert und der Heilungsprozess wird sozusagen nicht "abgelenkt". Es klingt natürlich dramatisch, aber man wird ja permanent überwacht und kann im Gegensatz zum normalen Koma wieder aufgeweckt werden und es ist anscheinend oft die bessere Alternative. Wobei ich auch einen Fall in meinem Umfeld habe, in dem das künstliche Koma leider nichts gebracht hat, der Körper hat sich nicht erholen können und derjenige starb dann trotzdem ... das ist meine einzige persönliche Erfahrung mit dem Thema, aber durch Erzählungen anderer kenne ich auch einige Erfolgserlebnisse.
Im künstlichen Koma wird der Patient sediert, betäubt bzw. narkotisiert, undzwar für eine relativ lange Zeit (verglichen mit einem operativen Eingriff). In der Regel macht man es mit injizierbaren Narkotika, weil dadurch auch ein gewisses Management des Narkosezustandes möglich ist. Schaltet man das Gehirn im Sinne der Narkose aus, ist der Körper auf ich allein gestellt, mögliche Schmerzen beispielsweise können nicht mehr durch die Psyche willentlich unterdrückt werden o.ä. Die entsprechenden Medikamente, die man zeitgleich intravenös verabreicht, dienen dann meist der Beseitigung eines Infektes bzw. Regulierung des Wasser-und Elektrolythaushaltes, je nach Ursache des Komas.
Im Rahmen des künstlichen Komas ist es meist auch so, dass gleichzeitig eine invasive Beatmung stattfindet. Das Atemsystem ist dann an eine Maschine gekoppelt, die entweder volumen- oder druckmodifiziert den Patienten beatmet. Eine recht praktische Angelegenheit, wenn so der Atemwegstrakt "gesichert" ist. Einen großen Nachteil hat das Ganze allerdings schon: Eine nosokomiale Pneumonie, die meist letal endet. Zum Einen sind es meist schwer in den Griff zu kriegende Erreger und zum Anderen ist der Patient ohnehin schon geschwächt, sodass die nosokomiale Pneumonie heute immer noch zu den häufigsten Todesursachen in Krankenhäusern zählt.
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