Wie hoch schätzt ihr die Rückfallquote bei Alkoholikern ein?
Alkoholismus ist wohl die schlimmste und verbreitetste Sucht, die es gibt. Deswegen und auch weil in meinem Bekanntenkreis ein trockener Alkoholiker ist, möchte ich gerne einmal wissen, wie hoch ihr die Rückfallquote bei Alkoholikern einschätzt? Denkt ihr, dass jeder Alkoholiker früher oder später wieder derart mit seiner Sucht konfrontiert wird, dass er auch rückfällig wird?
Was denkt ihr, wie oft Alkoholiker rückfällig werden und wie hoch die Quote ist? Gibt es auch wissenschaftlich bewiesene Zahlen über die Rückfallquote?
Man muss hierbei allerdings davon direkt ausgehen, dass die betroffene Person auch mit dem Trinken aufhören will. Hier liegt nämlich schon in der Praxis das eigentliche Problem, denn die meisten Abhängigen wollen und können überhaupt nicht aufhören. Von den willigen Patienten schafft es bei guten Bedingungen etwa ein Drittel. Allerdings werden davon auch wieder 70 Prozent in den ersten 6 Jahren rückfällig. Ungefähr so um die 20 Prozent sterben an ihrer Sucht direkt. Auch Selbsthilfegruppen können diese Zahlen nicht entscheidend verbessern.
Ich würde mal schätzen die Rückfallquote ist ziemlich hoch bei Alkoholikern. Es ist auch sehr schwer vom Alkohol weg zu kommen, wenn man erst einmal eine Sucht entwickelt hat. Das Problem ist, Alkohol bekommt man in jeder Ecke und so wird man stetig mit der Verlockung konfrontiert wieder an zu fangen zu trinken. Nimmt jemand Heroin ein und ist abhängig, kann man dafür sorgen, dass er gar nicht mehr an das Heroin dran kommt. Heroin gibt es schließlich nicht an jeder Ecke. Der Heroinabhängige hat es deutlich schwerer an den Stoff dran zu kommen. Alkoholiker hingegen sehen jeden Tag im Supermarkt den Alkohol und müssen sich regelrecht überwinden ihn nicht auch zu kaufen, beziehungsweise ihn nicht zu konsumieren.
Das kann man nur durch gute Therapie-Methoden und Isolation auch langfristig verhindern. Ich habe gehört Hypnose soll zu schnellen Erfolg führen. Leider trifft man fast zu jedem Anlass auf Alkohol. Zum Beispiel zu Silvester trinkt man ein Glas Sekt und dies kann schneller als einem lieb ist zu einem Rückfall führen. Man kann sich wirklich nicht vorstellen, wie schwer es diese Leute haben von dem Alkohol weg zu kommen. Ohne Hilfe von anderen Menschen können Alkoholiker auch gar nicht ihre Sucht ablegen.
Ich halte es mit der Hypnose gewagt, denn es muss sich bei der Entwöhnung etwas entwickeln. Der betroffene Patient muss nämlich in erster Linie stabil werden, ansonsten erleidet er einen Rückfall. Hypnose stellt dabei in der Regel ein sofortiges Ergebnis her. Man sollte daher die Hypnose erst später beim Patienten einsetzen, um ihm eine weitere Unterstützung zu geben. So lässt sich dann in der Tat die Rückfallquote effektiv und vielleicht auch dauerhaft senken.
Ich schätze mal, dass die trockenen Alkoholiker zu mindestens 20% rückfällig werden. Zwar werden diese in einer langjährigen Therapie betreut und auch oftmals geheilt, allerdings finden viele von ihnen früher oder später wieder zur Flasche zurück. Ich finde so etwas sehr schade, da diese Leute auch sehr schnell an ihrer Alkoholsucht sterben können. Wenn es dann noch einem Familienmitglied erwischt, dann ist der Schock groß und man denkt wahrscheinlich nur, dass dies ein schlechter Albtraum ist und einfach nicht wahr sein kann. Aber die Realität sieht oftmals ganz anders aus. Ich bin mir ziemlich sicher, dass Drogenabhängige in einer nicht so großen Zahl rückfällig werden und daher bessere Heilungschancen haben, welche auch für die Dauer sind.
Wie sollte ich als Laie die Rückfallquote schätzen können? Dazu bräuchte ich eine ganze Menge Alkoholiker in meinem Bekanntenkreis. Eine Schätzung ist völlig unsinnig.
In den Medien liest man etwas von über der Hälfte auf die Lebenszeit gesehen. Aber es ist schwierig, eine Aussage zu treffen. Ein Alkoholiker bleibt ja immer Alkoholiker, auch wenn er trocken ist. Man müsste schon eine Jahresangabe machen, wie beispielsweise: Wie viele Alkoholiker werden innerhalb eines Jahres rückfällig? Oder: Wie viele werden innerhalb von zehn Jahren rückfällig? Sonst muss man warten, bis sie sterben. Dazu gibt es meines Wissens nach keine aussagekräftige Untersuchung.
Die Rückfallquote hat in der Regel nicht so sehr mit dem Alkohol zu tun, sondern mit den gegebenen Rahmenbedingungen. Beispielsweise kann eine sehr lange Arbeitslosigkeit schon der Grund für einen Rückfall sein. Kommen dann noch andere Aspekte dazu, kann sich die Quote eigentlich nur noch erhöhen, denn ein stabiler Rückhalt fehlt dann ganz einfach.
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