Ist es nachteilig mit entfernten Mandeln zu leben?

vom 11.01.2013, 13:50 Uhr

Bei meinem Sohn wurde schon vor ein paar Monaten gesagt, dass er die Mandeln raus bekommen muss, wenn er noch einmal eine Angina bekommt. Nun ist es wahrscheinlich wieder bald soweit, dass mir der Arzt das sagt. Denn er fängt schon wieder mit Schluckbeschwerden an. Nun habe ich aber mal gehört, dass die Entfernung der Mandeln für die Gesundheit auch nicht gut sein soll, weil man dadurch noch eher eine Erkältung bekommt und die sich dann nicht nur in den oberen Atemwegen aufhält, sondern schneller auf die Lunge schlagen kann.

Welche Erfahrung habt ihr machen können mit der Entfernung der Mandeln? Hat man dadurch auch Nachteile oder überwiegen die Vorteile? Würdet ihr euch heute noch einmal die Mandeln raus nehmen lassen, wenn ihr die Nachteile besser gewusst hättet? Seid ihr seit der Entfernung der Mandeln weniger erkältet oder eher mehr?

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» supermami » Beiträge: 2317 » Talkpoints: 0,00 » Auszeichnung für 2000 Beiträge



Das kommt wahrscheinlich immer auf den Typ an. Mir hat das nichts oder kaum was gemacht. Es ist aber tatsächlich so, dass die Mandeln zum Immunsystem gehören. Sie beginnen bereits im Rachen, viele Viren und Bakterien abzutöten, bevor sie in den Magen oder später in den Blutkreislauf kommen.

Dein Arzt ist auf jeden Fall verpflichtet, euch noch genauer zu informieren, bevor ihr euch entscheidet und es Ernst wird. Da gibts auch jeden Menge Broschüren und anderes Infomaterial. Zwingen kann man euch zu nichts, aber ständig Angina zu haben ist ja auch doof.

» inlovewiththesavior » Beiträge: 56 » Talkpoints: 23,57 »


Ganz nutzlos werden die Rachenmandeln schon nicht sein, der Körper leistet sich ja kaum Einzelteile, die für gar nichts mehr gut sind. Aber der Arzt muss eben abwägen, was auf Dauer schlimmer ist - ständige Entzündungen an einer fragilen Stelle oder eine Barriere weniger für eindringende Krankheitserreger. Das kann man wohl nur mit dem nötigen Fachwissen und im Einzelfall entscheiden.

Aus meiner Kindheit erinnere ich mich an eine Phase, in der Rachenmandeln vor allem bei Kindern bei jeder Kleinigkeit entfernt wurden. Auch die Medizin ist anscheinend gewissen Trends unterworfen, aber heute ist das wohl nicht mehr der Fall. Meine Schwester hat sich wiederum jahrelang mit Mandelentzündungen herumgeschlagen und ist heilfroh, dass diese Krankheitsherde entfernt wurden. Sie ist auch heute noch manchmal erkältet, aber die fiesen Halsschmerzen und Schluckbeschwerden sind natürlich verschwunden. Ich denke, wenn man sonst ein normales Immunsystem hat, werden Erkältungen nicht zwangsläufig schlimmer, wenn die Mandeln weg sind.

» Gerbera » Beiträge: 11346 » Talkpoints: 56,04 » Auszeichnung für 11000 Beiträge



Nun ja, die Mandeln sind vor allem in den ersten 4 Lebensjahren eigentlich immens wichtig, weil der Organismus in dieser Phase primär vermehrt und vor allem zum ersten Mal mit Antigenen in Kontakt kommt. Die Mandeln sind diesbezüglich ein wichtiges immunologisches Organ, in welchem Immunreaktionen ablaufen ähnlich wie ein Lymphknoten. Da die Mandeln relativ früh Antigene abfangen können, weil sie unmittelbar mit der Luft in Kontakt kommen und mit in den Mund genommenen Spielzeugen/Gegenständen/etc. bei Kindern relativ vielen Erregern ausgesetzt sind, ist es ratsam die Mandeln zumindest bis zum 4.-5.Lebensjahr zu erhalten.

Ansonsten belässt man sie dabei, mögliche Infekte werden entweder symptomatisch behandelt (virale Infekte) oder antibiotisch (bakterielle Infekte). Kommt es allerdings zu rezidivierenden Schwellungen, so dass man kaum Schlucken, Atmen oder Sprechen kann, kann man eine Entfernung in Erwägung ziehen, großartige Nachteile ergeben sich dadurch für den Körper kaum bis auf die Gefahren eines operativen Eingriffes natürlich!

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» getku » Beiträge: 883 » Talkpoints: 11,06 » Auszeichnung für 500 Beiträge



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