Arztbehandlung auch bei vergessener Chip-Karte möglich?

vom 30.10.2012, 14:39 Uhr

Ich kann die Arzthelferin hier schon verstehen. Es ist eben so, dass sie die Chipkarte durchziehen müssen, um die Behandlung mit der Krankenkasse abrechnen zu können. Ich denke auch mal, dass es kein Notfall war, weshalb die ältere Dame zum Arzt ging, immerhin hatte sie ja einen Termin. Ich würde sagen, für die Arzthelferinnen ist es in der Situation schwer, zu entscheiden. Wenn keine Karte vorgelegt wird, kann selbstverständlich eine Behandlung stattfinden, die die Patientin aber unter Umständen selber bezahlen muss.

Dabei fällt dann aber wieder mehr Bürokratie für den Arzt an, weil dieser dann Rechnungen schreiben und dem Geld eventuell hinterher laufen muss, wenn die Karte nicht nachgereicht wird. Darum kann ich einen Arzt schon verstehen, wenn er die Anweisung gibt, dass jemand, der die Karte nicht dabei hat, nicht behandelt wird, wenn kein Notfall vorliegt. Vielleicht hat er in der Richtung ja auch schon schlechte Erfahrungen gemacht und sieht sich dadurch jetzt gezwungen, so zu handeln.

» Barbara Ann » Beiträge: 28946 » Talkpoints: 58,66 » Auszeichnung für 28000 Beiträge



Also ich kann das Verhalten der Arzthelferin auch nicht so wirklich verstehen und finde es schon sehr übertrieben. Die ältere Dame hätte die Chipkarte auch einfach nachreichen können. Mein Mann ist leider ein wenig chaotisch und verlegt schon gerne mal seine Chipkarte für die Krankenkasse. Vorletzte Woche hatte er eine Mandelentzündung und musste dringen zum Arzt, weil er starke Schmerzen und Fieber hatte. Seine Chipkarte war aber unauffindbar und so ist er eben ohne zum Arzt gegangen. Das gab überhaupt keine Probleme, denn er konnte sie einfach nachreichen. Das hat er dann auch einige Tage später sofort gemacht. Er musste nur seine Daten angeben - das hat ausgereicht.

Ich denke, dass es auch immer ein bisschen auf den Arzt ankommt. Vielleicht hat man in der Praxis schon mehrfach schlechte Erfahrungen gemacht und möchte Leute ohne Chipkarte deshalb nicht mehr behandeln. Das kann man natürlich nicht beurteilen. Natürlich ist es dann immer ein Riesen-Aufwand, den Leuten hinterher zu laufen, wenn diese dann die Chipkarte nicht vorbeibringen, obwohl sie es zugesagt haben. War die Frau allerdings schon häufiger in der Praxis, kann ich nicht verstehen, warum man sie weggeschickt hat. Käme eine fremde Person ohne Karte, wäre ich auch etwas skeptisch, aber nicht bei einer Stammpatientin.

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» MeL.G » Beiträge: 4918 » Talkpoints: 16,81 » Auszeichnung für 4000 Beiträge


MeL.G hat geschrieben:Vorletzte Woche hatte er eine Mandelentzündung und musste dringen zum Arzt, weil er starke Schmerzen und Fieber hatte. Seine Chipkarte war aber unauffindbar und so ist er eben ohne zum Arzt gegangen. Das gab überhaupt keine Probleme, denn er konnte sie einfach nachreichen.

Was ja auch völlig richtig ist, aber eben wohl auch eine ganze andere Situation als der hier geschilderte Fall. Dein Mann hatte ein akutes Problem und war mehr oder weniger auch dringend Behandlungsbedürftig. In so einem Fall, wo eine Behandlung wirklich sofort notwendig ist, darf man auch niemanden abweisen, egal ob er nun keine Karte dabei hat oder nicht mal krankenversichert ist.

Hier ging es aber darum, dass jemand abgewiesen wurde, der einen Termin hatte. Wer einen Termin beim Arzt hat, der mag zwar vielleicht wirklich krank sein, aber in der Regel nicht mehr akut behandlungsbedürftig, hat also keinen großen Nachteil, wenn er wieder nach Hause geschickt wird um seine Karte zu suchen.

» Klehmchen » Beiträge: 5497 » Talkpoints: 1.016,89 » Auszeichnung für 5000 Beiträge



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