Zahnarzttermin einmal ganz anders und befremdlich
Ich habe heute einen Vorsorgetermin bei der Zahnärztin gehabt. Sie hatte eine neue, sehr nette Sprechstundenhilfe. Die Zahnärztin war noch bei einer Patientin. So fragte mich die Sprechstundenhilfe, ob sie schon mal in meinen Munde sehen dürfte. Das Besteck dafür hatte sie schon in der Hand.
Ich habe sie dann Verschiedenes gefragt und sie erzählte mir, dass es ein Teil ihrer Ausbildung war und sie das bisher auch gemacht habe. Nun gut, ich habe es ihr erlaubt. Sie klopfte dann von innen gegen einen Zahn und der schmerzte. Es war der Zahn, wo ich vor Monaten mal Probleme hatte und die mit Tabletten in den Griff bekommen habe. Sie meinte, dass er vielleicht geröntgt werden könnte.
Dann kam die Zahnärztin. Sie guckte nicht wie sonst sehr sorgfältig nach den Zähnen, sondern meinte, es wäre ja alles in Ordnung. Ihr Mitarbeiterin sprach noch kurz mit ihr und dann prüfte sie den anderen Zahn und meinte, es wäre in Ordnung. Den Mundraum hat sie nicht richtig angesehen. So habe ich nicht weiter gefragt.
Sie kam mir heute irgendwie seltsam vor. Auch beim Hereinkommen sah sie mich an und sagte, ach, haben sie sich auch ihre Haare schwarz gemacht, so wie meine? Ich sagte ihr dann, dass ich noch nie eine andere Haarfarbe hatte als schwarz. Mit großen Augen sah sie mich an und entschuldigte sich. So hatte ich sie noch nie erlebt. Ich bin dann aufgestanden und gegangen. Wie hättet ihr das alles aufgefasst? Ist es neuerdings Sache der Sprechstundenhilfe, den Patienten vorab die Zähne nachzusehen?
Also eigentlich ist es nicht die Aufgabe der Sprechstundengehilfin, die Zähne des Patienten anzuschauen und zu kontrollieren und es ist auch nicht die Aufgabe der Sprechstundengehilfin, den Mundraum und desgleichen zu kontrollieren. Ich würde es auch für befremdlich befinden, wenn die Sprechstundengehilfin dort schon mit dem passenden Besteck steht, um mir in meinen Mund gucken zu wollen. Ich war auch vor etwas längerer Zeit bei meiner Zahnärztin. Dort war eigentlich alles, wie immer. Die Sprechstundengehilfin hat mich am Empfang entgegen genommen, hat mir gesagt, ich möchte im Wartezimmer platz nehmen, bis ich aufgerufen werde. Und letztendlich hat sie mir noch ein Wasser angeboten.
Meiner Ansicht nach hat eine Sprechstundengehilfin andere Aufgaben, die zwar auch mit dem Patienten zutun haben, aber es handelt sich dort doch nicht um körperliche Tätigkeiten, die eine Sprechstundengehilfin ausführen soll. Eine Sprechstundengehilfin ist doch für den Empfang und für die Terminvergabe und für das Telefon und desgleichen zuständig. Aber für die Kontrolle im Mund und für die Diagnosen und Behandlungen ist doch immer noch der Zahnarzt oder die Zahnärztin zuständig. So etwas habe ich persönlich noch nicht erlebt bei meiner Zahnärztin.
Meine Kinder sind bei einer anderen Zahnärztin, wie ich, in Behandlung gewesen. Und dort war die Sprechstundengehilfin auch nur für den Empfang und für die Terminvergabe, so wie für das Telefon zuständig. Die eine Dame vorne vom Empfang kam mit in den Behandlungsraum, wo meine Kinder von der Zahnärztin untersucht wurden. Da denke ich, dass es sich um eine Assistentin handelte, aber selbst die Assistentin hat uns nicht mit dem passenden Besteck empfangen, um meine Kinder in den Mund zu schauen, bevor die Zahnärztin einen Blick hineinwerfen kann. Ich finde die Situation, die du dort erlebt hast, äußerst merkwürdig.
Die Qualität der Vorsorgeuntersuchung war schlecht, das ist ja wohl ganz offensichtlich. Offenbar hat hier eine motivierte Sprechstundenhilfe den Job gemacht, denn eigentlich die Ärztin hätte tun sollen. Und dafür kann sie jetzt bei Deiner Krankenkasse das Honorar für diese Untersuchung verlangen. Wenn ich so eine Untersuchung gehabt hätte, würde ich es mir beim nächsten Mal genau überlegen, ob ich diese Ärztin noch einmal aufsuchen würde.
Vielleicht hatte sie einen schlechten Tag oder war einfach nur überlastet, so dass sie sich auf das verlassen hat, was die Sprechstundenhilfe ihr sagt. Wenn allerdings bei einem zweiten Termin genau das gleiche passiert, dann würde ich spätestens ab da nicht mehr hingehen.
Es gibt übrigens von den einzelnen Krankenkassen ganz offizielle Bewertungsportale für Ärzte, wo Du eine Bewertung für einen Arztbesuch eintragen kann.
Ich habe mir eigentlich vorgenommen, da nicht mehr hinzugehen. Eine Bekannte, die selbst Zahnarzthelferin ist meinte, dass während ihrer Ausbildung andere Mitschüler schon erzählten, dass das teilweise üblich ist, als Sprechstundenhilfe vorab die Zähne der Patienten schon nachzusehen. Bei ihr selbst wird das nicht so gemacht.
Die Zahnärztin hat sich bisher immer Mühe gegeben, denn ich bin schon lange dort Patientin. Wenn sie krank war oder keine Zeit hatte, wäre ich bestimmt ein anderes Mal wieder gekommen. Aber die Behandlung war wirklich seltsam. Und dafür bekommt sie nun ihr Honorar. Ich weiß ja nicht, wie viel sie für eine Vorsorgeuntersuchung erhält, aber verdient hat sie es nicht.
Ist denn die neue sehr nette Sprechstundenhilfe wirklich eine Sprechstundenhilfe die als Arzthelferin für Zahnärzte ausgebildet wurde? Oder ist sie vielleicht so eine Art Ärztin im Praktikum oder so etwas, die vielleicht erst das erste aber noch nicht das zweite Staatsexamen hat? Das würde vielleicht auch erklären, warum sie dir von der Ausbildung erzählt hat. Hast du da mal nachgefragt, welche Ausbildung sie gemacht hat? So wäre das für mich nämlich leicht erklärbar, dass sich die Ärztin dann gut auf ihre erste Diagnose verlassen konnte, weil sie dann zwar das medizinische Wissen, aber noch nicht die Examensurkunde hat.
Bei uns in der Region gibt es so genannte Prophylaxeschwestern in den Zahnarztpraxen. Das sind dann solche Zahnarzthelferinnen mit einer Zusatzausbildung und die machen auch die professionelle Zahnreinigung, wenn man eine möchte. Sie haben also etwas mehr Qualifikationen als Helfe, die nur assistieren. Vielleicht war sie ja so etwas?
Statt nun einfach so der Praxis den Rücken zu kehren, würde ich mich noch mal mit der Ärztin besprechen und fragen, was das war. Auch wenn du Schmerzen beim Klopfen an dem Zahn hast, hätte ich das gleich erwähnt. Das wundert mich ein wenig, dass du das anscheinend nicht hast. Zumindest liest sich das so.
@trüffelsucher, ja, sie wurde als Sprechstundenhilfe für Zahnärzte ausgebildet und hat keine Zusatzausbildung. Das hatte ich sie vorab gefragt. Sie war es auch, die der Zahnärztin berichtete, dass mein Zahn beim Klopfen weh tat, denn das hatte sie ja selbst gemerkt. Da die Zahnärztin bei dem kurzen Nachsehen aber nichts gefunden hat, habe ich nicht noch mal extra darauf hingewiesen. Im Nachhinein denke ich auch, dass es besser gewesen wäre. Aber nun ist es so geschehen. Ich weiß nicht, ob ich mich wieder ärgern müsste, wenn ich da nochmals hingehen würde. Deshalb lasse ich es.
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