Wurde bei euch schon einmal die ganze Klasse bestraft?
Ich erinnere mich noch daran, dass wir in der Realschule als gesamter Französisch-Kurs einmal beschlossen hatten, den Französisch-Unterricht zu schwänzen. Wir waren ohnehin nur fünfzehn Leute, wobei es sich auch noch um die letzten zwei Stunden eines Freitags handelte, wobei niemand da große Lust hatte. Das Wetter war auch entsprechend gut, so dass wir dann alle einfach nach Hause gingen.
Natürlich blieb das nicht ohne Konsequenzen und wir bekamen dann allesamt nachsitzen. Dadurch, dass es den gesamten Kurs betraf, fand ich das aber auch nicht weiter schlimm. Wir hatten dann quasi einfach zwei ganz normale Schulstunden zusätzlich gemacht. Wurde bei euch schon einmal während der Schulzeit die ganze Klasse für etwas bestraft? Was war der Grund dafür?
Einmal? Schon öfters, unsere Klasse war da irgendwie besonders gut drauf gewesen, zum Teil haben wir wegen einigen Klassenkameraden auch schon mehr Hausaufgaben aufgebrummt bekommen, außerdem erinnere ich mich da noch ganz gut an ein Gruppennachsitzen. War ziemlich lästig und nicht gut für die Klassengemeinschaft, denn nicht jeder hatte Verständnis für unsere Störenfriede gehabt - ich übrigens auch nicht.
Dass die ganze Klasse eine Kollektivbestrafung aufgebrummt bekommt ist doch ganz normal. Das war es vor 20 Jahren, als ich noch im entsprechenden Alter war und ist es heute bei meinen Kindern auch noch. Über den Sinn und Unsinn solcher Kollektivstrafen kann man sich ganz vortrefflich streiten, aber aus der Mode scheinen sie jedenfalls nie zu kommen.
Es war bei uns dann öfters der Fall, dass die ganze Klasse bestraft wurde, wenn sich eben ein paar Leute total daneben benommen haben. Meistens wurde dies als letztes Mittel der entsprechenden Lehrer eingesetzt weil sie dachten, dass die zu Unrecht bestraften Schüler auf die Störenfriede einwirken würden und ein solches Verhalten in Zukunft nicht mehr auftreten würde.
Funktioniert hat das in den seltensten Fällen. Die Leute, die den Unterricht gestört haben, haben ihn auch weiterhin gestört, weil sie sich von den "Strebern" natürlich nicht vorschreiben ließen, was sie zu tun oder zu lassen haben. Irgendwann hat dieses Bestrafungssystem ohnehin nicht mehr funktioniert weil der Rest der Klasse eingesehen hat, dass er nicht für etwas bestraft werden kann, was andere getan haben.
Eine solche Einsicht legt man in der Grundschule in vielen Fällen wahrscheinlich noch nicht an den Tag. Irgendwann dürfte man aber in ein Alter kommen, in welchem der Gerechtigkeitssinn und das Zuwiderhandeln bei Unrecht stärker an den Tag tritt. Dann ist es auch absolut in Ordnung dass man sich weigert, wegen dem Blödsinn anderer bestraft zu werden. Wer weiß - vielleicht ist diese persönliche Erkenntnis der Schüler ja letztendlich der Masterplan der Lehrer gewesen.
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