Woran erkennt ein Laie viralen oder bakteriellen Infekt?

vom 16.01.2016, 13:08 Uhr

Ich bin zur Zeit erkältet und wenn es schlimmer wird, werde ich auch den Arzt aufsuchen. Aber bei einem viralen Infekt kann der Arzt ja eh nicht viel machen, weil der Körper selber damit fertig werden muss. Aber bei einem bakteriellen Infekt sollte man ja schon zum Arzt gehen, weil die Bakterien mit Antibiotikum besiegt werden können.

Nun frage ich mich, wie ein Laie, also ein Patient selber sehen kann, ob Viren oder Bakterien zugeschlagen haben und einen ausknocken. Wie erkennt man, ob man Viren oder Bakterien hat, die für die Krankheit verantwortlich sind?

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» MissMarple » Beiträge: 6786 » Talkpoints: 0,00 » Auszeichnung für 6000 Beiträge



Bei Erkältungen ist die Ursache auch für den Laien problemlos selbst zu erkennen. Nehmen wir Schnupfen, den verursachen normalerweise sogenannte Rhinoviren. Man fühlt sich mehr oder weniger krank, die Nase schwillt zu, der Kopf dröhnt, die Glieder schmerzen.

So lange der Ausfluss klar und hell bleibt, hilft nur ausharren, denn das ist typisch für Viren. Erst wenn es gelb und grünlich aus der Nase kommt, sind auch Bakterien im Spiel. Die sind aber normalerweise nicht für den Schnupfen an sich verantwortlich.

Das gerade gestresste Immunsystem und die geschädigte Nasenschleimhaut bieten weniger Abwehr. Die Bakterien haben nur die Chance genutzt und stellen eine Sekundärinfektion dar. Ob man gegen diese Sekundärinfektion etwas unternehmen muss, dass hängt immer vom Einzelfall ab. Meist erledigt der Körper das ganz allein, wenn er die Viren eliminiert hat.

Bei Husten ist es ähnlich. Die unteren Atemwege können sowohl von Viren, als auch von Bakterien befallen werden. Ein unproduktiver, trockener Husten spricht eher für Viren, Auswurf mit gelblichen oder grünlichen Farben dagegen spricht für Bakterien. Auch hier kann es sich um eine Sekundärinfektion handeln, es muss aber nicht so sein.

Bei der Mandelentzündung ist es anders. Die verläuft zwar häufig nicht eitrig, trotzdem sind hier fast immer Bakterien der Auslöser. Viren machen an den Mandeln selten Probleme. In seltenen Fällen kann sich das Pfeiffersche Drüsenfieber wie eine Mandelentzündung anfühlen, da ist aber dann das Epstein-Barr-Virus der Auslöser. Meist erkennt der Arzt den Unterschied, ansonsten gibt eine Blutuntersuchung Aufschluss.

Wo man auch immer einen sehr typischen Verlauf sieht, das ist bei der echten Grippe. Da geht es dem Betroffenen sehr plötzlich richtig schlecht. Hohes Fieber, Schüttelfrost, Schwindel und starke Schmerzen in Kopf und Gliedern fesseln einen innerhalb von Stunden ans Bett. Oft verbringen die Patienten viele Stunden im Fieberdelirium.

Dazu kommen dann ein oft quälender Husten, Fließschnupfen und ein stark geröteter, schmerzender Rachen. Nach einigen Tagen gesellt sich meist eine bakterielle Infektion dazu. Der Husten wird produktiv, der Auswurf bekommt tolle Farben. Die Nase läuft nicht mehr, auch hier wird der Schleim eher zäh und bunt.

An dieser Stelle fühlen sich ansonsten gesunde Menschen mit intaktem Immunsystem trotz der zusätzlich zur Grippe auftretenden bakteriellen Infektion endlich wieder besser. Die neuen Symptome werden als angenehmer empfunden als das Wüten der Grippe. Für sehr junge oder alte und kranke Menschen ist allerdings diese zweite Infektion eine große Belastung und gefährlich.

» cooper75 » Beiträge: 13452 » Talkpoints: 524,97 » Auszeichnung für 13000 Beiträge


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