Wie und warum entstehen bei Kindern Ängste?

vom 18.06.2019, 07:41 Uhr

Meine Kinder sind ja schon lange erwachsen. Nun habe ich es mit meinem kleinen Enkel zu tun und ich habe leider auch viel aus der Kindheit meiner Kinder vergessen. Mein Enkel ist bald 2 Jahre alt. Er geht auch 3 x die Woche zu einer Tagesmutter und 2x in der Woche ist er bei mir. Seit letzter Woche ist es so, dass er während des Spiels sich auf einmal die Hände vor die Ohren hält und "Angst" ruft. Dann ruft er auch "Arm" und lässt sich dann hinreichend trösten und ich sage dann auch immer, dass er keine Angst haben braucht. Es ist nichts, was schlimm ist im Zimmer.

Er kann auch nicht direkt deuten, wovor er da Angst hat. Ich vermute, dass bei der Tagesmutter ja auch ältere Kinder sind, die ihm das vielleicht vorgemacht haben. Er ist ein sehr behütetes Kind. Ist nicht sich selbst überlassen, was in dem Alter ja auch nicht möglich ist oder auch nicht sein sollte. Er spielt immer in Sichtweite.

Ich frage mich dann aber auch warum er Angst hat und wie so was bei kleinen Kindern entsteht. Er ist sehr aufgeweckt und ein sehr fröhliches Kind. Aber diese "Angst" kommt einfach so von jetzt auf gleich.

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» Diamante » Beiträge: 41866 » Talkpoints: 10,22 » Auszeichnung für 41000 Beiträge



Ich denke, dass es wirklich Kleinigkeiten sein können, die bei Kinder zu Angst führen können und das man das als Erwachsener gar nicht immer mitbekommt. Oftmals ist es ja auch so, dass Kinder gar nicht wissen, was für ein Gefühl das genau ist. Ich würde da mal die Mutter fragen, ob ihr das auch bei deinem Enkel aufgefallen ist und ob bei der Tagesmutter etwas vorgefallen sein könnte. Vielleicht hat er gar keine Angst und das eben nur von den anderen Kindern aufgeschnappt. Für Kinder gibt es sicherlich vieles, was ihnen Angst machen könnte.

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» Nelchen » Beiträge: 32251 » Talkpoints: -0,17 » Auszeichnung für 32000 Beiträge


Das Problem bei den fast zweijährigen ist ja, dass sie anfangen sich von ihren engsten Bezugspersonen zu lösen aber noch nicht wirklich sprechen können. Also schon der Fakt alleine, dass die Eltern mal da sind und mal nicht und zwar dann, wenn man bei den Tagespflegepersonen oder den Großeltern ist und das Kind plötzlich überlegt, ob die Eltern wieder kommen werden kann schon Angst auslösen.

Die Bockphase ist zusätzlich noch eine Phase, wo die Kinder einerseits wie ein großes Kind behandelt werden wollen und mehr Freiheiten einfordern und gleichzeitig Angst vor der ersten kleinen Ablösung haben. Und die Phantasie spielt eben auch schon so kleinen Kindern manchen Streich, weil sie manches mehr im Kopf haben, als sie äußern können.

Letztlich ist das einzige was hilft genau das was du machst. Dem Kind Nähe und Sicherheit geben, fragen warum es Angst hat und erklären dass es keinen Grund gibt, Angst zu haben. Vielleicht kann man bei Angst auch ein kleines Ritual einführen, dass man gemeinsam ein kleines Liedchen singt. Singen regt Glückshormone bei Kindern an und hebt so die Stimmung. Das kann man auch in den meisten Situationen einsetzen und hat es immer dabei.

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» trüffelsucher » Beiträge: 12459 » Talkpoints: 6,05 » Auszeichnung für 12000 Beiträge



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