Wie gut ist die Ärzteversorgung an eurem Wohnort?

vom 09.09.2022, 12:16 Uhr

Laut Erhebungen und Umfragen ist die Ärzteversorgung in NRW, Bremen und Bayern am besten und in Sachsen-Anhalt und Brandenburg am schlechtesten. Ich wohne in der Nähe einer Großstadt und kann mich über das Angebot an Arztpraxen nicht beschweren. Zumindest ist mir da noch keine Unterversorgung aufgefallen. Wie schätzt ihr denn die Ärzteversorgung an eurem Wohnort ein? Habt ihr da genügend Angebote und Auswahl oder gibt es da vielleicht die eine oder andere ärztliche Versorgungslücke?

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» Lupenleser » Beiträge: 815 » Talkpoints: 539,28 » Auszeichnung für 500 Beiträge



Ich wohne in einer Großstadt, und Arztpraxen gibt es eigentlich genug. Wenn man aber bestimmt Fachärzte benötigt, kann es trotzdem eng werden, sofern man nicht privat versichert oder Selbstzahler ist. Ich habe in einigen Fällen schon lange suchen müssen, um einen Facharzttermin in einem einigermaßen akzeptablem Zeitraum zu bekommen.

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» lascar » Beiträge: 3777 » Talkpoints: 688,27 » Auszeichnung für 3000 Beiträge


Gerade noch so in Ordnung, ist meine Einschätzung, was meinen Wohnort angeht. Die Infrastruktur ist generell recht gut, da es sich zwar größenmäßig um ein besseres Dorf handelt, welches sich aber in den letzten Jahrzehnten zu einem Versorgungszentrum für das noch ländlichere Umfeld entwickelt hat. Außerdem gibt es nicht weniger als zwei größere Altenheime in der Gemeinde, sodass es zumindest an Apotheken und Sanitätsbedarf vom Rollator bis zum Orthopädieschuhmacher nicht fehlt.

Aber klassische Hausärzte könnten es wohl tatsächlich noch mehr sein. Jedenfalls ist meine Hausarztpraxis gnadenlos überlaufen, und ich kann mir nicht vorstellen, dass das alteingesessene Arzt-Ehepaar nur deswegen kaum noch nachkommt, weil die KollegInnen in den anderen beiden Praxen nichts taugen. Gedanken mache ich mir auch über das Durchschnittsalter: gefühlt die meisten MedizinerInnen hier sind schon über 60 und werden wahrscheinlich bald in Rente gehen.

Immerhin gibt es drei Zahnarztpraxen und einen Gynäkologen vor Ort, sodass ich die Basics gut abdecken kann. Aber sobald irgend etwas anderes, von den Bandscheiben bis zur Psyche, gesonderte Aufmerksamkeit erfordert, muss man in die nächste größere Stadt fahren.

» Gerbera » Beiträge: 10571 » Talkpoints: 4,12 » Auszeichnung für 10000 Beiträge



Nun ja auf dem Papier ist der Versorgung eigentlich ziemlich gut. Ich wohne aber auch in einer Großstadt. Rein theoretisch gibt es genug Krankenhäuser und auch in jeder Fachrichtung genug Facharztpraxen, wenn man mal danach googelt.

Aber in der Praxis ist es an einigen Stellen dann doch schwierig. Bei Kinderärzten sollte man am besten schon mit einem Geschwisterkind in der Praxis sein, sonst wird es schwer. Mit meinem großen Kind wollte ich zu einem Augenarzt, da war der schnellste Termin in 4 Monaten und das trotz privater Krankenversicherung und Privatsprechstunden. Schneller ging es trotzdem nicht. Hautärzte sind genauso schwierig, gibt zwar einige Praxen, aber kaum freie Termine.

Ich habe nur das Glück, dass ich einiges selbst machen kann und zumindest für wirklich dringende Sachen das Netzwerk meiner Kollegen nutzen kann, wo man dank guter Verbindungen auch mal zügig einen Termin in einer voller Praxis bekommt. Aber das mache ich auch nur, wenn etwas wirklich wichtig ist. Und so kriege ich dann eben auch schon mit, dass wir zwar viele Praxen haben, aber diese dann doch oft sehr überlaufen sind. Aber immerhin muss man nicht noch eine Stunde irgendwo hin fahren. Das ist ja auch schon mal etwas.

» Klehmchen » Beiträge: 5413 » Talkpoints: 981,87 » Auszeichnung für 5000 Beiträge



Facharzttermine zu bekommen, finde ich generell schwierig. Auch der Hinweis, dass Notfälle natürlich trotzdem zeitnah einen Termin bekommen, finde ich nicht unbedingt hilfreich, da mir als Laie oft gar nicht klar ist, ob es sich um einen Notfall handelt oder nicht.

Beispiel: mein Freund hatte im Frühjahr eine Infektion mit Augenherpes. Ein erfahrener Augenarzt würde das als echten Notfall einstufen, da Augenherpes das Auge rasch schädigen kann. Für einen Laien (und selbst für Allgemeinärzte) ist aber die Dringlichkeit meistens nicht ersichtlich, da die Infektion in der Anfangsphase mit einer Bindehautentzündung verwechselt werden kann, weswegen man sich bereitwillig auf einen langfristigen Termin einlässt, während im Auge bereits irreversible Schäden entstehen können (mein Freund hat seit der Infektion eine Narbe auf der Hornhaut). Da wäre ein zeitnaher Termin wichtig gewesen, um den Schaden zu verhindern.

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» lascar » Beiträge: 3777 » Talkpoints: 688,27 » Auszeichnung für 3000 Beiträge


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