Wie anonym und unantastbar sind Bitcoin-Konten?

vom 16.02.2019, 16:15 Uhr

Derzeit kursieren ja abertausende Erpresser-Mails, mit dem sinngemäßen Inhalt, dass der Computer und das zugehörige Mailprogramm gehackt wurden. Dann wird damit gedroht, dass man kompromittierende Mails verschicken würde, wenn man nicht bereit wäre, eine bezifferte Summe auf ein Bitcoin-Konto zu überweisen. Dabei wird dann auch die „Kontonummer“ benannt, wo man dann die Bitcoins hinüberweisen soll.

Dass die Kaperung des Computers natürlich gefakt ist, das ist mir soweit schon klar. Nur was mich verblüfft ist, dass man so ohne weiteres die Bitcoin-Konten angibt, wohin die Zahlung erfolgen soll. Wie funktionieren denn solche Bitcoin-Konten und wie anonym oder unantastbar sind diese denn? Gäbe es denn da selbst für Strafverfolgungsbehörden keinerlei Identifizierungs- oder Zugriffsmöglichkeiten?

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» mikado* » Beiträge: 2668 » Talkpoints: 706,87 » Auszeichnung für 2000 Beiträge



Das ist quasi nicht zurückverfolgbar. Du findest zwar das Konto, wo die Bitcoins raufgegangen sind, kannst aber keine Daten zum Inhaber dieses Kontos abgreifen. Durch die ganze Dezentralisierung des Kryptomarktes gibt es keine richtigen Banken, die die Konten verwalten, sondern du tust das selber. Die Börsen dienen nur als Handelsplattform, nicht aber eben als Verwalter des Geldes beziehungsweise der Kryptowährung. Damit eignen die sich eben perfekt für solche Erpressungen.

» Klehmchen » Beiträge: 4271 » Talkpoints: 542,91 » Auszeichnung für 4000 Beiträge


Bitcoins sind ausgesprochen anonym und deswegen sind diese Kryptowährungen doch hervorragende Terrorwerkzeuge. Wie viele Betrüger mit Bitcoins arbeiten, kann sich sicherlich niemand ausmalen. Die Zahlen dürften hoch sein. Auch Terroristen und Erpresser arbeiten genau mit diesen Kryptowährungen wie Bitcoins, weil es hervorragend klappt und die Anonymität der Datenschlüssel enorm ist. Da kann man kaum forschen und mit Anzeigen gegen kommen, weil der Aufwand in keiner Relation zu allem steht und das Glück gering ist, dort jemand wirklich ausfindig zu machen.

Bitcoins sind also schon sehr anonym und durchaus auch für Staaten unantastbar. Es ist fast oder gar unmöglich, dort den richtigen Überblick zu bekommen und es ist eben auch so, dass in Windeseile die Bitcoins versandt werden, um auch so Verdachtsmomente wieder abzulenken. Wenn A ein Betrüger ist, kann B selbst im Boot sitzend behaupten, er habe was von A gekauft und fertig. Wer will das bei der Anonymität der Datenkraken denn verstehen und durchblicken?

Zumal die sitze der Bitcoins so unterschiedlich weltweit sind, dass man da auch niemals Herr werden kann, jemanden zu kontrollieren, dingfest zu machen usw. Kinderpornos werden trauriger weise damit bezahlt, Drogen auch ganz beliebt, Terrorgeschichten, Waffen, das Darknet im Allgemeinen und vieles mehr.

Dagegen wird man meiner persönlichen Meinung nach nicht ankommen, weil man den Überblick nicht gewinnen kann. Es wäre ein zu großer Aufwand und selbst der wird mit hoher Wahrscheinlichkeit im Sande verlaufen, was nicht sonderlich verwunderlich sein muss.

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» Kätzchen14 » Beiträge: 4271 » Talkpoints: 6,36 » Auszeichnung für 4000 Beiträge



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