Weniger Schmerzen haben, wenn Partner bei einem ist?
Mir ist aufgefallen, dass meine Schmerzen oftmals sehr viel weniger werden, wen mein Partner bei mir ist. So leide ich seit einigen Tagen unter starken Magenschmerzen mit extremer Übelkeit und zeitweise war es kaum auszuhalten. Von daher konnte ich mich kaum auf den Besuch meines Freundes freuen, da ich die meiste Zeit ohnehin im Badezimmer verbracht hatte, weil mir so übel war und ich dachte, dass das sicherlich auch nicht so schön für meinen Freund wäre.
Als er dann jedoch da war, ging es mir schlagartig besser und die Schmerzen waren zeitweise sogar komplett verschwunden. Ich habe auch gar nicht mehr daran gedacht und es ging mir sehr viel besser. Das hat mich dann schon verwundert, wobei ich das in der Vergangenheit jedoch auch schon mehrere Male erlebt hatte. So war ich auch einmal erkältet und wollte nicht, dass mein Freund bei mir schlafen würde, weil meine Nase komplett zu war. Ich hatte so viel Schnupfen, dass ich mir alle fünf Minuten die Nase putzen musste und an ruhigen Schlaf war daher auch nicht zu denken. Als mein Freund dann jedoch bei mir war, war der Schnupfen fast weg und meine Nase war auf einmal ganz trocken. Ich habe mich dann auch viel gesünder gefühlt.
Ich denke, dass es vielleicht so ist, dass man auf ganz andere Gedanken kommt, wenn man einen lieben Menschen bei sich hat, wenn man krank ist und dann eben auch nicht ständig an seine Krankheit denkt. Vielleicht geht es einem dadurch dann auch besser, auch wenn ich es doch sehr verwunderlich finde, dass sich das bei mir so extrem auswirkt.
Ist es bei euch auch so, dass eure Schmerzen weniger werden, wenn ihr euren Partner oder einen anderen lieben Menschen um euch herum habt? Woran liegt das?
Sorry, aber das ist reine Einbildung. Ich hatte fast zwei Jahre extremste Schmerzen wegen der Zähne. Diese waren auch nicht geringer, nur weil ich meinen Partner dabei hatte oder nicht. Vielleicht bist Du durch Deinen Partner etwas mehr abgelenkt oder verschweigst Deine Schmerzen. Sie können auf keinen Fall geringer sein, sonst wären es keine echten Schmerzen.
Das Schmerzempfinden ist mit Partner schon weniger, was auch wissenschaftlich nachgewiesen wurde. Celles nur weil es bei dir nicht so ist oder du es nicht so wahrnimmst, heißt es nicht, dass man sich etwas einbilden würde. Der Partner ist gut für die Seele gibt uns eine bessere Grundstimmung und somit nehmen wir den Schmerz anders wahr. Mir geht es auch so, dass es mir einigermaßen besser geht, wenn mein Partner da ist und sich auch ein bisschen um mich kümmert, wenn es mir nicht gut geht.
Ramones, wenn man echte Schmerzen hat, kann dies nicht geringer sein. Wenn jemand einen verdorbenen Magen hat und der Partner da ist, hat man vielleicht Zuspruch, aber nicht weniger Probleme, den Magen wieder in Ordnung zu bekommen. Wenn man sich die Hand irgendwo angeschlagen hat und der Partner die Hand streichelt und ein bisschen draufbläst, kann ich mir eine Schmerzerleichterung vorstellen.
Die Schmerzen werden nicht weniger, wenn man dem Partner ständig damit in den Ohren liegt. Das führt eher dazu, dass man von diesen mit der Zeit nicht mehr redet, weil man nicht nerven will. So war es bei mir. Ich kann nicht sagen, dass mein Schatz mich mit den Schmerzen allein gelassen hat, aber mit er Zeit will man nichts mehr davon hören, auch weil man nicht weiß, wie man am besten helfen kann. Ihr meint vielleicht Wehwehchen so wie wenn ein Kleinkind auf die Nase fällt, weint und die Mutter dann gut zuredet und mit der Rassel ablenkt. Dies hilft schon, aber nicht bei echten Schmerzen, das ist Larifari oder Humbug bzw, Leichtsinn, denn man sollte dem Geliebten dann ärztlich helfen oder ins Krankenhaus bringen.
Ramones hat geschrieben:Das Schmerzempfinden ist mit Partner schon weniger, was auch wissenschaftlich nachgewiesen wurde. Celles nur weil es bei dir nicht so ist oder du es nicht so wahrnimmst, heißt es nicht, dass man sich etwas einbilden würde. Der Partner ist gut für die Seele gibt uns eine bessere Grundstimmung und somit nehmen wir den Schmerz anders wahr. Mir geht es auch so, dass es mir einigermaßen besser geht, wenn mein Partner da ist und sich auch ein bisschen um mich kümmert, wenn es mir nicht gut geht.
Ich kann mir vorstellen, dass die Wissenschaft sich da eher mit dem Statium am Anfang einer Beziehung beschäftigt hat. Gerade zu Anfang gibt es ja noch diesen Chemie-Cocktail und man fühlt sich wie auf Drogen. Man ist glücklicher und das Schmerzempfinden ist weniger stark ausgeprägt. Aber soweit ich weiß ist das doch nur bei der ersten Phase der Verliebtheit so. Irgendwann lässt das eben nach und es verändert sich, die Beziehung wird alltäglich und es wird zunehmend "normal".
Deswegen machen viele auch nach der Verliebtheitsphase Schluss, weil sie diesen Cocktail permanent haben wollen und nicht damit klarkommen, dass der Chemie-Cocktail, den die Wissenschaftler auch mit einer Art Drogenrausch vergleichen, sobald die Bindungsphase abgeschlossen ist.
Daher denke ich, dass beide Seiten irgendwie Recht haben. Ich glaube dass in der Verliebtheitsphase wo man noch ein wenig blind vor Liebe ist und fast wie im Drogenrausch kaum Schmerzen mitbekommt wenn der Partner da ist in dieser Hinsicht weniger mitbekommt als in einer langjährigen Partnerschaft. Daher stimme ich auch celles zu. Wenn man richtige Schmerzen hat, dann kann auch die Verliebtheitsphase nichts daran ändern, denn Schmerzen sind Schmerzen.
Schmerzempfinden ist bekanntlich eine hoch subjektive Angelegenheit, und Schmerzen können durchaus auch psychische Ursachen haben. Deswegen kann ich mir schon vorstellen, dass die Anwesenheit des Partners Schmerzen lindern kann. Ablenkung ist eine durchaus effiziente Methode, Schmerzen nicht mehr so stark zu spüren. Natürlich sollte bei Schmerzen vor allem die Ursache festgestellt und bekämpft werden, aber darum geht es ja hier gerade nicht.
Gerade Bauch- oder Kopfschmerzen haben ja sehr oft weniger körperliche als vielmehr psychische Ursachen wie beispielsweise Stress oder Ängste. Deshalb erscheint es mir durchaus logisch, dass die Schmerzen besser werden, wenn eine Person in der Nähe ist, die auf den Betroffenen eine beruhigende und aufheiternde Wirkung hat. Auch eine kleinere Verletzung wie beispielsweise ein verstauchter Knöchel tut subjektiv weniger weh, wenn man durch Gesellschaft abgelenkt ist als wenn man alleine auf dem Sofa sitzt und an nichts anderes denken kann.
Bei einem Schienbeinbruch oder einer handfesten Migräne dürfte jedoch auch die Anwesenheit der gesamten Familie keine schmerzlindernde Wirkung mehr hervor rufen. Man kann einiges über die Psyche regeln, aber schlimme Schmerzen auf Grund einer akuten Krankheit oder Verletzung lassen sich nur auf diese Art wohl kaum wirksam bekämpfen.
Natürlich sind Schmerzen ganz stark von der psychischen Verfassung abhängig. Und das nicht mir nur mal Magenschmerzen oder ähnlich kleineren Problemchen zu tun. Das ist nicht nur wissenschaftlich bestätigt, das zeigen auch die Erfahrungen im eigenen Haushalt.
Wir haben einen Schmerzpatienten im Haushalt, der mit einer Dauertherapie von 400 mg Morphium am Tag ganz sicher nicht nur leichte Schmerzen hat. Sicherlich ist dieser Schmerz chronisch und um Prinzip auch immer gleich stark ausgeprägt. Aber wie dieser Schmerz empfunden wird, das hängt ganz stark auch von den äußeren Umständen ab. Ohne Streit, ohne Einsamkeit und mit Abwechslung im Alltag ist die Belastung durch den Schmerz und die Wahrnehmung desselben ganz anders als an Tagen mit Stress, Streit, Einsamkeit oder bohrender Langeweile. Das merkt man dann auch deutlich am Verbrauch des nicht retardierten Morphiums für die Schmerzspitzen. Der sinkt dann deutlich gegenüber Tagen mit gleicher Aktivität aber mehr Stress.
Das trifft übrigens durchaus auch auf so etwas wie Zahnschmerzen zu. Auch da gilt, dass es immer schlimmer geht.Kommen zu dem Schmerz noch äußere Faktoren, die stressen, dann wird es schwerer zu ertragen.
Nicht ohne Grund gehören heute Psychopharmaka oder eine Therapie durchaus mit zur Behandlung chronischer Schmerzen. Denn Dauerschmerz führt oft zu Depressionen. Aber Depressionen führen zu einem stärker ausgeprägtem Schmerzempfinden. Diesen Teufelskreis durchbricht keine reine Schmerzbehandlung.
Ebenso ist geklärt, dass der Körper je nach Tageszeit und Homonspiegel völlig unterschiedlich und empfindlich reagiert. Wenn die Anwesenheit eines emotional wichtigen Menschen da etwas verändert, verändert sich das empfinden.
Zusätzlich spielt der Placebo-Effekt eine Rolle. Bereits die Erwartungshaltung, dass ein geliebter Mensch sich positiv auswirkt, kann dafür sorgen, dass das subjektive Empfinden sich verändert. Darauf sind wir fast alle in der Kindheit konditioniert. Wenn Mama oder Papa pusten und das Kind in den Arm nehmen, wird es besser. Das erfährt jeder, obwohl sich eigentlich nichts ändert. Und das wird natürlich später mitgenommen und auf Freunde und Partner übertragen. Es ist doch immer faszinierend, was unser Körper so alles macht, ohne dass wir es beeinflussen können. ![]()
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