Welche Aussage zur "Pille danach" ist richtig?
Die Pille danach wurde in den letzten Jahren für Übergewichtige immer wieder diskutiert. Der Ausschuss der Europäischen Arzneimittel-Agentur für Humanarzneimittel hat bisherige Studien ausgewertet. Grünes Licht gibt er für die Präparate mit Levonorgestrel und Ulipristalacetat. Diese Präparate können weiter verschrieben werden für Übergewichtige.
Der Hersteller änderte den Beipackzettel für Levonorgestrel und vermerkte, dass das Mittel ab 75 kg oder mehr nicht gut wirkt. Die Wirkung von Lovonorgestrel ist bei mehr Körpergewicht geringer als bei Ulipristalacetat. Obwohl die Pharma-Firmen sofort reagierten, bleibt die Europäische Arzneimittelagentur dabei, dass diese beiden Inhaltsstoffe unabhängig vom Gewicht der Frau als Notfallmedizin gelten. Diese Einschätzung ist aufgrund von drei Studien der WHO gedeckt.
Jetzt fragt man sich, wonach sollen sich die Frauen noch richten? Hersteller sagt wirkt ab 75 kg nicht mehr gut. EMA sagt eignet sich für übergewichtige Frauen. Wer hat nun recht? Darauf ankommen lassen sollte es keine der Frauen.
Bericht.
Wer im Recht ist, das ist an dieser Stelle doch eigentlich gar nicht die Frage. Dass Levonorgestrel bei einem höheren Gewicht schlechter wirkt, das beweisen die Studien. Aber aus Sicht der Arzneimittelbehörde wäre es problematisch, die Pille danach in diesem Punkt zu beschränken.
Denn in vielen europäischen Ländern erhalten Frauen die Pille danach mit Levonorgestrel ohne Rezept. In den Niederlanden führen beispielsweise Drogeriemärkte das Präparat. Eine Packung kostet dort unter 20 Euro und ist nach einer kurzen Beratung durch die Verkäuferin erhältlich. Und das dank der flexiblen Öffnungszeiten an sieben Tagen in der Woche.
Das andere Produkt unterliegt dagegen in vielen Ländern der Rezeptpflicht. Einschränkungen bei der Abgabe von Präparaten mit Levonorgestrel wären also für den Hersteller und für viele Frauen nachteilig. Allerdings wird man, bei entsprechendem Gewicht, auch dort auf die schlechte Wirksamkeit hingewiesen.
Ich wäre nie im Leben auf die Idee gekommen, dass solche Sachen ab einem bestimmten Gewicht nicht mehr oder nur schlecht wirken. Wahnsinn. Ich würde als Frau mit Übergewicht wahrscheinlich die sichere Variante wählen, wenn es eine gibt und nicht auf gut Glück die Pille danach nehmen. Eine Entscheidung was nun richtig ist möchte ich aber nicht treffen.
Da wäre ich aber scharf an der Grenze, eigentlich sogar schon leicht drüber. Auf jeden Fall würde ich mich bei meiner Frauenärztin beraten lassen und auch auf das sichere Produkt bestehen. Verschreiben lassen muss man sich das hierzulande ja leider immer noch.
Was ich nicht verstehe, dass diese Präparate dann nicht einfach höher dosiert verschrieben werden, wenn man als Frau mehr wiegt? Wenn ich noch auf den neuesten Stand bin, dann muss man ja in Deutschland in so einem Fall immer noch zum Facharzt und kann sich die Präparate nicht einfach so in der Apotheke kaufen, oder? Dann könnte der Arzt doch die nötige Dosis verordnen.
Aber vermutlich gibt es da keine Studien, wie viel man als schwerere Frau braucht. Was ich aber auch nicht unbedingt gut finde. Denn nicht alle Frauen sind mit 75 Kilo schön übergewichtig. Bei Frauen so um die 1,80 Meter ist das ja schon spätestens durchaus ein gutes Gewicht.
Was ich in dem Verlinkten Artikel missverständlich finde, ist die Angelegenheit mit der Kupferspirale. Da hat der Reporter vermutlich was falsch verstanden. Gemeint ist wohl eher die Spirale danach als Alternative zur Pille danach gewesen. Die kann man sich jedenfalls als Alternative verschreiben lassen. Der Trick daran ist, dass ein kurz nach dem ungeschützten oder ungenügend geschützten Verkehr eingesetzte Spirale auch eine Schwangerschaft dann noch verhindern kann.
Laut meiner Frauenärztin geht das sowohl mit der Hormonspirale als auch mit der Kupferspirale. Allerdings ist die Methode weit weniger bekannt. Das liegt sicher auch am Preis. Für die Pille danach werden in dem von dir verlinkten Artikel Preise von etwa dreißig Euro plus minus veranschlagt. Das Einsetzen einer Spirale kostet je nach Modell und Arzthonorar etwa dreihundert Euro, wenn man nicht mehr jugendlich ist. Und die Methode eignet sich nur bedingt, wenn man noch keine Kinder bekommen hat.
Was man als Frau davon halten soll? Auf jeden Fall kontrollieren lassen, ob die Methode der Wahl auch funktioniert hat. Notfalls muss man dann eben weitere Schritte ergreifen. Sonst wenn man sich blind verlässt, kann das lebenslängliche Folgen haben. Und immer so viel Sorgfalt wie möglich bei der Verhütung wählen, denn Vorbeugen ist meist einfacher als die Beseitigung von Unfällen.
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