Was gibt euch ein persönliches Gefühl von Sicherheit?

vom 10.02.2019, 08:50 Uhr

Jeder Mensch definiert Sicherheit anders. Manche verstehen darunter finanzielle Rücklagen oder ein ausstehendes großzügiges Erbe, um sich sicher (bzw. abgesichert) zu fühlen. Andere brauchen den Rückhalt von Familie und Freunden. Wieder andere brauchen insofern Sicherheit, dass sie körperlich unversehrt bleiben und sich beispielsweise keinen lebensgefährlichen Risiken aussetzen müssen. Was gibt euch persönlich ein Gefühl von Sicherheit und welche Form der Sicherheit (finanziell, körperlich, psychisch/ emotionaler Rückhalt) ist euch am wichtigsten? Warum ist das so?

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» Täubchen » Beiträge: 30906 » Talkpoints: 2,12 » Auszeichnung für 30000 Beiträge



Ich komme wenn es sein muss mit wenig Geld aus und kann auch in einer nicht so schicken kleinen Wohnung leben, wenn es sein muss. Was mir das Gefühl von Sicherheit gibt ist das Gefühl mit meinen Mann einen für mich absolut passenden Menschen an meiner Seite gefunden zu haben. Egal was mir passiert, wie blöd mein Tag war und so weiter, ich habe in ihm einfach den Halt, den ich brauche um wieder glücklich zu sein.

Natürlich weiß man nie wie es mit einem Partner läuft und für einige Menschen klingt so eine Aussage sicherlich sehr naiv, aber selbst wenn er sich irgendwann von mir trennen würde, hätte ich jetzt eine Zeit in der ich mich absolut wohl und geborgen fühle und es sich für mich absolut sicher anfühlt. Ich fühle mich einfach angekommen.

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» Ramones » Beiträge: 38807 » Talkpoints: 4,47 » Auszeichnung für 38000 Beiträge


Mir ist finanzielle Sicherheit wichtig, weil man damit alle möglichen Schwierigkeiten abfangen kann, die das Leben so mit sich bringt und weil man zumindest begrenzten Einfluss darauf nehmen kann. Natürlich bin ich froh, dass ich gesund und leistungsfähig bin, aber ein unachtsamer Autofahrer reicht schon, damit es damit vorbei ist. Aber dann könnte ich mir mit den entsprechenden Rücklagen zumindest einen Rollstuhl leisten.

Man merkt schon, ich bin hier eher pragmatisch als romantisch veranlagt. Auch auf Familie und Freunde möchte ich natürlich nicht verzichten und es gibt mir durchaus ein Gefühl der Sicherheit, dass mich die Leute zumindest nicht im Straßengraben verhungern lassen würden. Aber andererseits finde ich auch nicht, dass ich bei meinen Mitmenschen "einfach so" davon ausgehen kann, dass sie im Zweifelsfall für mich sorgen und mir den nötigen Rückhalt geben. Da muss nicht mal böser Wille im Spiel sein - manchmal hat man einfach selber genügend Sorgen und bräuchte eigentlich selbst Unterstützung.

Außerdem bin ich ein ziemlich eigenbrötlerischer Mensch, der Probleme und Sorgen gern mit sich selber ausmacht und ich rette mich auch lieber selber aus der Misere als andere Leute damit zu belästigen. Trösten und Schultern zum Ausweinen bringen mir nicht sonderlich viel, was mein Gefühl von Sicherheit angeht, da hilft mir - ehrlich gesagt - ein mehr als zweistelliges Plus auf dem Konto schon sehr viel mehr.

» Gerbera » Beiträge: 7615 » Talkpoints: 0,95 » Auszeichnung für 7000 Beiträge



Rücklagen geben sicherlich Sicherheit. Aber ich finde auch, dass einem andere Menschen durchaus auch Sicherheit geben können. Ich würde da auch nicht auf die Familie verzichten wollen. In manchen Situationen geben mir aber auch meine Hunde Sicherheit. Zum Beispiel wenn ich alleine in einem Wald bin, wo es doch recht einsam ist. Da habe ich schon öfter von anderen gehört, dass sie sich da nicht hin trauen würden. Dann sage ich meist, dass ich ja meine Hunde dabei habe. Ich weiß nicht, ob diese im Notfall etwas machen würden, aber alleine sie bei mir zu haben und zu wissen, dass sie sehr aufmerksam sind, gibt schon mehr Sicherheit.

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» Nelchen » Beiträge: 31302 » Talkpoints: 4,87 » Auszeichnung für 31000 Beiträge



Ich weiß, dass ich alles durchstehen kann und am Ende wieder auf die Füße komme. Das reicht für mich als Sicherheit. Sicherlich treffen einen schlimme Phasen, aber irgendwann geht das vorbei und ich werde die beste Lösung für mich gefunden haben. Ich meine, ich lebe mit chronischen Erkrankungen, habe seit über zwanzig Jahren meinen Stalker an der Backe und musste mich mittendrin komplett beruflich neu orientieren. Das geht alles irgendwie.

» cooper75 » Beiträge: 11209 » Talkpoints: 397,51 » Auszeichnung für 11000 Beiträge


Sicherheit war für mich immer, dass wenn ich die Kontrolle über mein Leben und meine Situationen behalte. Leider ist natürlich der Lerneffekt manchmal der, dass man nicht in allen Situationen die Kontrolle behalten kann. Sehr schade eigentlich, aber das sind Lerneffekte, die mir bis heute sehr schwer fallen.

Finanzielle Sicherheit? Ja, die wäre natürlich gegeben, aber durch einen Unfall damals auf der Autobahn habe ich auch gelernt, dass alle finanzielle Sicherheit im Handumdrehen beendet sein können. Danach musste ich auch feststellen, dass die Hilfe von staatlicher Seite auch nicht so sicher ist sowie die Hilfe von Behörden, die sich eigentlich zu meiner Unterstützung hilfreich bekennen mussten. Wenn ich bei sowas nochmal die Kontrolle verlieren würde, puh, das wäre hart.

Sicherheit? Es gibt doch nie wirklich eine komplette Sicherheit und das musste ich erkennen und feststellen. Das habe ich auch schweren Herzens erleiden und ertragen müssen. Ob in gesundheitlicher sowie finanzieller Sicht. Wenn ich die Kontrolle verliere, ist das auch Okay, aber nicht, wenn ich eigentlich alles versucht habe.

So wie aktuell bei meinem Kater oder dem Kater meiner Bekannten. Beide sind jetzt tot. Beide fast an ähnlichen Symptomen, aber alles wurde von meiner Seite für beide Tiere getan. Da den Lauf des Lebens zu akzeptieren, aber zu wissen, egal was man finanziell getan hat, egal welche Ergebnisse (bei mir waren alle eigentlich super und keine Erklärung für den Fall meines Katers), ich konnte nicht mehr tun. Das sind Dinge, die hapern wirklich an mir, wenn ich da keine Sicherheit leisten kann. Keine Kontrolle bekomme. Das nervt mich und nimmt mich mit.

In anderen Belangen brauche ich keine Sicherheit. Wenn es mich betrifft, komme ich mit Sicherheit da wieder heraus. Habe ich immer geschafft und ich habe so viel Scheiße im Leben gefressen, wie kein anderer. Doch wenn es wie bei meinem Tier darum geht, mich auf andere verlassen zu müssen usw, dann werde ich da schon etwas anders, weil ich alles glauben muss, aber auch irgendwie infrage stellen kann usw. Nervig und ich hinterfrage immer, ob meine Entscheidungen die Richtigen waren, ob ich zu langsam war, ob ich mehr hätte tun können etc.

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» Kätzchen14 » Beiträge: 4284 » Talkpoints: 14,64 » Auszeichnung für 4000 Beiträge


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