Warum muss man einen Wahlzettel nur mit Bleistift ausfüllen?

vom 14.05.2017, 21:58 Uhr

Heute waren ja Wahlen in Nordrhein Westfalen und wieder ist mir aufgefallen, dass in den Wahlkabinen nur Bleistifte auslagen. Ein Mann zog seinen Kugelschreiber aus der Brusttasche und ein Wahlhelfer hat ihn darauf aufmerksam gemacht, dass er den Bleistift nehmen soll, der in der Kabine auslag. Es war kein besonderer Stift. Es war ein Werbestift von einer Spedition. Die haben die hier vor Ort mal verteilt. Es ist also ein ganz normaler Bleistift gewesen.

Ich habe mich bei vorigen Wahlen schon gefragt, warum man mit Bleistift die Kreuze macht, die ja auch leicht ausradiert werden können. Der Mann, der auf den Bleistift aufmerksam gemacht wurde meinte noch, dass man dann die Wahlzettel ja manipulieren kann, indem die Auszähler einen Radiergummi dabei haben und das Kreuz da machen können, wo sie wollen.

Warum liegen nur Bleistifte aus und man darf keinen anderen Stift verwenden? Was soll das? Gerade ein Bleistift ist doch ein Stift, den man leicht weg radieren kann und wo man dann wirklich manipulieren kann. Ist das bei euch auch so? Die Wahlhelfer meinten, dass immer Bleistifte verwendet werden und kein anderer Stift anerkannt wird. Mit einem anderen Stift ist der Wahlzettel ungültig.

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» Diamante » Beiträge: 41756 » Talkpoints: 153,35 » Auszeichnung für 41000 Beiträge



Also das habe ich noch nie gehört. Ich kann dir nur so viel sagen. Bei uns in Österreich liegen immer Kugelschreiber in den Wahlkabinen, eben weil ein Bleistift leicht ausradiert werden kann. Ich bin etwas verwundert, dass es bei euch üblich ist mit einem Bleistift eure Stimme abzugeben.

» Birdy93 » Beiträge: 765 » Talkpoints: 9,91 » Auszeichnung für 500 Beiträge


Wir hatten die üblichen dokumentenechten Bleistifte, wie immer halt. Die Bleistifte lassen sich nicht radieren und da im Prinzip niemand mit einem Bleistift ins Wahllokal kommt, können die Stimmzettel bei der Auszählung einfach als korrekt und unveränderlich ausgefüllt erkannt werden.

Wenn Kugelschreiber ausliegen würden, müsste man sozusagen von jedem Zettel prüfen, ob er dokumentenecht oder veränderbar ausgefüllt wurde. Denn dann erkennt man nicht mehr auf den ersten Blick, ob der Stift aus der Kabine oder ein eigener genutzt worden ist und ob der nun dokumentenecht ist oder nicht. Das Zählen und die Beurteilung, ob die Stimme gültig ist oder nicht, ist schon stressig genug. Zumal der Wahlvorstand heute über jede ungültige Stimme abstimmen und die Entscheidung einschließlich der Gründe dokumentieren durfte.

» cooper75 » Beiträge: 11392 » Talkpoints: 464,95 » Auszeichnung für 11000 Beiträge



@cooper75, ich habe mal ein wenig gegoogelt, weil es mich echt interessierte. Es sind tatsächlich KEINE dokumentenechten Stifte, wie man hier lesen kann. Aber im Prinzip können alle Stifte genommen werden, wie es dort steht. Laut § 50 Absatz 2 Bundeswahlordnung sind keine dokumentenechten Stifte notwendig.

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» Diamante » Beiträge: 41756 » Talkpoints: 153,35 » Auszeichnung für 41000 Beiträge



Ich weiß, dass man es nicht braucht. Aber es verkürzt Diskussionen im Wahllokal und erleichtert das Auszählen ungemein. Hast du den Job schon einmal gemacht? Du nimmst alles, was dein Leben erleichtert. Dazu gehören tatsächlich einheitliche Kreuze, das Auge hat es leichter, wenn die alle in einer Farbe sind. Außerdem klaut kaum einer einen ollen Bleistift. :lol:

Und du tust alles, damit du nicht diskutieren musst. Es geht dabei nicht um die Dinge, die zum Job gehören. Also z. B. bei Menschen, die keine Wahlbenachrichtigung dabei haben und nicht wissen, wo sie hin müssen, das passende Wahllokal zu finden, oder Menschen zu helfen, die nicht allein zurechtkommen. Oder im Wählerverzeichnis fehlende Wähler nach Rücksprache mit dem Wahlamt zu verarzten.

Nein, ich meine die, die in Gruppen in die Kabine wollen oder Ehegatten, die den Gattinnen sagen wollen, was gewählt wird. Die, die sofort und immer und sei es nur in der Gestaltung der Stimmzettel Manipulationen unterstellen und jeden Stift kritisieren. Und die, die pöbeln, weil sie ins falsche Lokal marschiert sind und so weiter. Natürlich sind die meisten Wähler nett, aber in der Masse tauchen eben auch andere auf.

» cooper75 » Beiträge: 11392 » Talkpoints: 464,95 » Auszeichnung für 11000 Beiträge


cooper75 hat geschrieben:Ich weiß, dass man es nicht braucht. Aber es verkürzt Diskussionen im Wahllokal und erleichtert das Auszählen ungemein. Hast du den Job schon einmal gemacht? Du nimmst alles, was dein Leben erleichtert. Dazu gehören tatsächlich einheitliche Kreuze, das Auge hat es leichter, wenn die alle in einer Farbe sind. Außerdem klaut kaum einer einen ollen Bleistift. :lol:

Ernsthaft? Es wird im 21. Jahrhundert immer noch manuell durchgeschaut und nachgezählt? :shock: Tut mir Leid, aber wie old-school ist das denn? So etwas kenne ich ja gar nicht mehr. bei uns läuft inzwischen alles automatisiert und digital ab. :lol:

Bei uns auf Arbeit müssen wir auch häufiger Fragebögen auswerten mit entsprechenden Kreuzen und wir haben ein entsprechendes Programm dafür mit einem passenden Scanner. Die Zettel werden hinterher alle durchgejagt und das Programm spukt mir hinterher alles aus. Es werden mir bei der Korrektur Kreuze angezeigt, die möglicherweise ungültig sind oder wo korrigiert worden ist. Wenn man die Stichprobe, wo das Programm nicht sicher ist, noch einmal korrigiert hat, wird der Prozess abgeschlossen und man bekommt als Resultat eine komplette SPSS-Datei (oder Excel je nach Bedarf und Voreinstellung) wo man dann sehen kann wie viele was angekreuzt haben. Ist sehr praktisch, denn so wird man nicht irre, wenn man auf 1000 Zetteln zig Kreuze anschauen muss. :lol:

Ich hatte eigentlich erwartet, dass so ein Gerät im 21. Jahrhundert häufiger Anwendung finden würde, also gerade was Wahlen angeht. Denn da würde sich so eine Anschaffung und Nutzung meiner Meinung nach schon lohnen. Gerade in Ballungsgebieten und Großstädten würde sich das ja nicht nur für die Wahl des Bürgermeisters lohnen, sondern auch, wenn es um andere Wahlen geht und seien wir ehrlich: Wahlen sind immer irgendwo.

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» Täubchen » Beiträge: 32726 » Talkpoints: 0,71 » Auszeichnung für 32000 Beiträge


Klar, das wird öffentlich manuell in vielen verschiedenen Schritten gezählt. Zuerst sortiert man alle Stimmzettel per Hand nach Erst- und Zweitstimme gleich, ungleiche Stimmen, nur Erst- oder Zweitstimme gültig, komplett ungültig und leer. Dabei zählt man gleich, wie viele Zettel man hat und gleicht das mit dem manuell geführten Wählerverzeichnis ab.

Und dann geht es los. Alle gleichen Stimmen auszählen, dann alle Zweitstimmen bei ungleicher oder ungültiger Erststimme, alle Erstimmen mit abweichender oder ungültiger Zweitstimme. Dann die Beschlussfassung zu jeder einzelnen ungültigen Stimme. Und wenn die Zahlen im Protokoll nicht aufgehen, dann wird noch einmal gezählt, obwohl man natürlich jeden Stapel doppelt und dreifach mit verschiedenen Personen kontrolliert und zählt.

Erst wenn die Schnellmeldung ans Wahlamt gegangen und genehmigt ist, kann das Protokoll unterschrieben und die ganzen Wahlscheine nach Vorgabe verpackt werden. Wir waren dieses Mal gegen kurz nach acht durch, aber es hat gedauert, bis man jemanden für die Meldung ans Telefon bekommen hat. Andere hatten wohl ziemliche Probleme und waren um ein Uhr nachts noch nicht durch.

Woher sollten denn sonst so schnell die Ergebnisse kommen? Bis du alle Wahlscheine eingesammelt und gezählt hast, sind die Menschen in den Wahllokalen längst mit der Nummer durch. Außerdem wird es mit dem maschinellen Zählen der Erststimmen schwierig, weil in jedem Wahlkreis andere Kandidaten zur Wahl stehen.

Womit die Leute ihr Kreuz machen, weiß man vorher doch sowieso nicht. Schließlich guckt man nicht in die Kabine. Aber man hofft, dass sie den Bleistift nutzen, weil das Zählen so leichter fällt und einem Beobachter nicht ständig Betrug vorwerfen oder bitte das Kreuz sehen wollen ...

» cooper75 » Beiträge: 11392 » Talkpoints: 464,95 » Auszeichnung für 11000 Beiträge



cooper75 hat geschrieben:Wir hatten die üblichen dokumentenechten Bleistifte, wie immer halt. Die Bleistifte lassen sich nicht radieren und da im Prinzip niemand mit einem Bleistift ins Wahllokal kommt, können die Stimmzettel bei der Auszählung einfach als korrekt und unveränderlich ausgefüllt erkannt werden.
cooper75 hat geschrieben:Ich weiß, dass man es nicht braucht. Aber es verkürzt Diskussionen im Wahllokal und erleichtert das Auszählen ungemein.

Man braucht also keine dokumentenechte Stifte, wie der Link, den ich gepostet habe ja zeigt. Du behauptest aber erst, dass es dokumentenechte Stifte sind und dann schreibst du, dass man die ja nicht braucht und du das nur sagst, damit es die Diskussion verkürzt? Das kann ich gerade nicht glauben.

In keiner Kabine liegen dokumentenechte Stifte. Bleistifte lassen sich manipulieren und in den meisten Wahlkabinen liegen einfache Bleistifte aus. Da soll man dann glauben, was einem die Wahlhelfer erzählen, wenn sie da nur von dokumentenecht reden, weil sie Diskussionen aus dem Weg gehen wollen? Es gibt keine dolkumentenechte BLEISTIFTE. Bleistifte lassen sich immer radieren.

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» Diamante » Beiträge: 41756 » Talkpoints: 153,35 » Auszeichnung für 41000 Beiträge


Bei uns liegen immer Kugelschreiber aus und man darf sogar mit seinem eigenen Kugelschreiber die Kreuze machen. Man könnte ja nun fast auf die Idee kommen, dass man sich bei euch nur Werbebleistifte leisten kann. :lol:

@Täubchen: Auch wenn es in deinen Augen total altmodisch sein mag. Aber die Auszählung mit mehreren Personen manuell zu machen, vermindert in meinen Augen die Fehlerquote. Denn eine Maschine kommt schon ins stolpern, wenn jemand ein Kreuz wieder durchstreicht und sich noch anders entscheidet. Man bräuchte also immer die manuelle Kontrolle.

» Punktedieb » Beiträge: 16436 » Talkpoints: 63,75 » Auszeichnung für 16000 Beiträge


Also hier lagen heute in der Wahlkabine auch nur normale neutrale Kugelschreiber aus und ich kann mich nicht erinnern, dass es bei den Wahlen in den letzten Jahren anders war. Ich kann mich absolut nicht erinnern, dass in den Wahlkabinen mal Bleistifte auslagen.

Doch, es gibt dokumentenechte Bleistifte, aber die nennt man Kopierstifte. Man nennt sie auch Dokumentenstifte und man verwendet sie häufig auf sehr dünnem Papier. Die Farbe verbindet sich mit den Papierfasern und wenn du diesen Stift wegradieren willst, dann raspelst du sozusagen Schichten des Papiers ab.

Ich kenne diese "Kopierstifte" zum Beispiel von meiner Mutter, die sie bei dünnem Papier wie zum Beispiel Schecks verwendet und die sind dokumentenecht. Ich hoffe, dass ich es halbwegs richtig erklärt habe. Aber auf jeden Fall lagen diese bisher nie in einer Wahlkabine, in denen ich sowohl im In- wie im Ausland gewählt habe, aus. Ich kenne wirklich nur Kugelschreiber, die dort ausliegen und die sind meistens auch ohne Werbeaufdruck.

» Wibbeldribbel » Beiträge: 10708 » Talkpoints: 15,54 » Auszeichnung für 10000 Beiträge


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