Wann Entscheidungen lieber anderen überlassen?

vom 24.03.2018, 11:14 Uhr

Ich hatte früher große Probleme, mich entscheiden zu können, wobei es mittlerweile schon viel besser geworden ist, so dass ich nun auch leichter selbst Entscheidungen treffen kann. Dennoch ist es schon manchmal so, dass ich lieber anderen die Entscheidung überlasse. Das kommt aber eher dann vor, wenn mir eine Sache wirklich völlig egal ist, weil mir beide Optionen zusagen.

Beispielsweise hatte ich mit einer Freundin kürzlich überlegt, ob wir Sushi oder doch lieber Pizza bestellen sollen, wobei ich ihr die Entscheidung überlassen habe, da ich auf beides gleich große Lust hatte und dachte, dass sie vielleicht etwas lieber wollen würde, was dann auch so war. Wann überlasst ihr Entscheidungen lieber anderen?

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» Prinzessin_90 » Beiträge: 34336 » Talkpoints: 0,15 » Auszeichnung für 34000 Beiträge



Hängt das nicht ganz stark davon ab, in welchem Kontext die Entscheidung gefällt werden müssen? Ich bin zum Beispiel auf Arbeit in verschiedene Projekte eingebunden, während die meisten Kollegen nur auf ein einziges Projekt beschränkt sind. Dementsprechend orientiere ich mich an der Projektleiterin, was ich als nächstes zu tun habe. Wenn sie sagt, dass Projekt A wegen einer Deadline höhere Priorität hat, dann wird das eben gemacht, es kommt aber auch vor, dass ich eben an Projekt B oder C oder sogar D mitarbeite.

Das hängt eben von den Umständen ab und was sie als höhere Priorität einordnet. Auf Arbeit hat man ja nicht immer Entscheidungsfreiheit, wann man was machen sollte und da mir die Arbeit Spaß macht, ist mir das egal, in welcher Reihenfolge ich die Aufgaben abarbeiten muss. Wichtig ist nur, dass man dafür bezahlt wird. :wink:

Im Privatleben kommt es auch immer darauf an, wie die eigenen Prioritäten sind. Wenn eine Freundin unbedingt Film XY sehen möchte und mir der Film nicht so wichtig ist, solange man eben Zeit zusammen verbringen und sich austauschen kann, dann ist das eben so. Aber wenn mir etwas schon wichtig ist, dann möchte ich schon mit entscheiden und dann wird demokratisch bzw. diplomatisch entschieden.

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» Täubchen » Beiträge: 33305 » Talkpoints: -0,78 » Auszeichnung für 33000 Beiträge


Ich finde, dass Entscheidungen zu treffen irgendwann auch in Arbeit ausartet und achte mittlerweile verstärkt darauf, trotz eines gewissen Kontrollzwangs ("Wenn man nicht alles selber macht...") nicht jede Entscheidung selber fällen zu müssen. Ich habe mir sagen lassen, dass es gerade in Familien mit Kindern oft zu einem Ungleichgewicht kommt, bei dem ein Elternteil einen Großteil der Entscheidungen trifft, und der andere Part mit einem freundlichen "Mach du ruhig, Schatz, ich richte mich einfach nach dir!" sich zurücklehnen und im Kielwasser hinterhersegeln kann.

Auch bei Paaren und im Freundeskreis ist es mir schon aufgefallen, und ich empfinde es durchaus als anstrengend, wenn eine Partei die Entscheidungen treffen muss und der Rest nickt und lächelt mild. Auch wenn es um Banalitäten geht, es ist doch immer Hirnschmalz gefordert, und da finde ich es nur fair, wenn man sich etwa in einer Partnerschaft halbwegs abwechselt oder es unter Freunden mal heißt: Cornelia, du nickst und lächelst immer nur, entscheide doch auch mal mit, welches Ferienhaus schöner ist!

» Gerbera » Beiträge: 9954 » Talkpoints: 3,90 » Auszeichnung für 9000 Beiträge



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