Vorsorgeuntersuchungen durch MRT ersetzen?
Ich habe mich nun ein wenig informiert, was man als Alternative zur klassischen gynäkologischen Untersuchung machen kann und habe mir auch die Homepages einiger Frauenärzte und Praxen durchgelesen. Dabei bin ich auf die Information gestoßen, dass man auch ein MRT machen könnte.
Beim MRT wird ja alles durchleuchtet und das ist nicht so oberflächlich wie eine Ultraschalluntersuchung. Zudem kann man, wenn man ohnehin ein MRT vom Bauch machen lässt, gleiche die anderen Bauchorgane und den Darm mit untersuchen lassen. Und dazu muss nichts eingeführt werden, weder in den Gebärmutterhals noch in den Darm. Ist doch eigentlich total super.
Würdet ihr auch lieber ein MRT machen anstatt der normalen Vorsorgeuntersuchungen? Das ist ja scheinbar viel angenehmer. Oder ist euch die klassische Vorsorge lieber?
Und du meinst, dass man da alles erkennen kann? Dann täuscht du dich wohl, denn sonst würde man ja allgemein auf diese Untersuchung setzen und keine anderen Vorsorgeuntersuchungen mehr anbieten. In deinem anderen Thread wurde schon der Gebärmutterhalskrebs genannt. Bis man da auf dem MRT etwas erkennen kann, wird es wohl für eine Behandlung zu spät sein. Da du keine Kinder willst, wäre es dir vermutlich nicht so wichtig, dass da alles intakt ist. Und du hättest wohl kein Problem damit, wenn man sagt, dass die Gebärmutter entfernt werden muss.
Aber das betrifft ja nun nicht alle Frauen. Selbst ein Abstrich kann da nur einen Verdacht bringen und die endgültige Diagnose bekommt man erst durch eine Gewebeprobe. Da geht es um einzelne Zellen, die man nachweist und keine großen Wucherungen, die man dann bei einem MRT entdecken könnte. Daher ist es wenig sinnvoll alle Vorsorgeuntersuchungen damit erledigen zu können.
Ich habe mich nun auch mal ein wenig informiert und habe ganz andere Informationen als du. Und ich kann diese, im Gegensatz zu dir, durch Quellen belegen. Deshalb würde mich auch deine Quelle interessieren.
Eine Untersuchung mittels Magnetresonanztomographie und auch die Untersuchung mittels Ultraschall finden nur statt, wenn ein Verdachtsfall vorliegt oder es in der Familie bereits Fälle gibt und man vorbelastet ist.
Quelle
Wobei es wohl auch Frauenärzte gibt, die ihre Patientinnen zur Magnetresonanztomographie schicken, wenn kein begründeter Verdacht besteht oder eine familiäre Vorbelastung vorliegt, weil die Patientin es aber trotzdem wünscht. Wenn der Befund allerdings negativ ist, dann muss man die Untersuchung selbst bezahlen.
@LittleSister: Was möchtest du denn mit dieser Quelle belegen? Dass man das nicht vom Arzt verschrieben bekommt? Das weiß ich auch so schon. Ich weiß, dass man das selbst bezahlen müsste und dass das etwa 500 EUR kosten würde. Aber das sagt ja nichts darüber aus, ob es zur Vorsorge geeignet ist. Wenn es mich 500 EUR kostet, die entwürdigende Untersuchung beim Frauenarzt zum umgehen, dann zahle ich das halt.
Den Abstrich kannst du mit keinem bildgebenden Verfahren ersetzen. Ich frage mich, was daran so schwer nachzuvollziehen ist. Wenn du die Untersuchung als entwürdigend empfindest, dann solltest du eher nach einer anderen Praxis Ausschau halten.
@cooper75: Ja, das weiß ich. Ich weiß, dass man den Abstrich an für sich nicht direkt ersetzen kann. Aber größere Veränderungen würde man im MRT ja schon sehen, Zysten etwa oder gewisse Vorstufen. Das, was im MRT nicht erkennbar ist, ist vielleicht auch pathogen, aber noch nicht so ausgeprägt. Und ich frage mich, ob es nicht reichen würde, ab und an ein MRT machen zu lassen. Vielleicht erkennt man Dinge da nicht früh genug, um schon einfache Zellveränderungen zu sehen, aber früh genug, um eine Ausbreitung zu vermeiden.
Mir ist es tatsächlich nicht so wichtig, eine intakte Gebärmutter zu haben. So lange Dinge früh genug erkannt werden, dass ich daran nicht sterbe und keine belastenden Therapien mitmachen muss, würde mir das reichen, aber ich hätte kein Problem damit, wenn die Gebärmutter raus muss, denn Kinder will ich ohnehin keine.
Tumore in diesem Bereich wachsen eher in die Blase oder in den Darm. Da sind also andere Probleme zu erwarten als "nur" die Gebärmutter zu verlieren. Wenn so etwas beschließt zu wachsen, dann kann das verdammt schnell gehen und nur wenige Monate brauchen. Dazu kommen die möglichen Metastasen in anderen, lebenswichtigen Organen, die bereits dann sehr problematisch werden können, wenn der ursprüngliche Tumor noch ganz klein ist.
Es ist ja völlig ok zu sagen, dass man keinen Wer auf die Vorsorge legt. Aber wenn man sich schützen möchte, dann sollte man das auch vernünftig tun und sich nicht in falscher Sicherheit wiegen. Ob man für diese Scheinsicherheit viel aus eigener Tasche bezahlt oder nicht, das ist dabei dann ziemlich unerheblich.
@Zitronengras: Dir ist aber bewusst, dass man zum Beispiel Gebärmutterhalskrebs erst dann über ein MRT sehen würde, wenn schon andere Organe betroffen sind. Dass dir in Bezug auf Kinder deine Gebärmutter nicht wichtig ist, ist eine Sache. Aber deine Gesundheit wäre dann schon soweit in Gefahr, dass man doch abwägen sollte, ob man sich nicht doch lieber beim Frauenarzt untersuchen lässt.
Wobei ich auch der Meinung bin, dass es eher am Arzt selbst liegt, wie Frau eine solche Untersuchung empfindet. Ich hatte ja nun schon mehrere Frauenärzte und fühle mich, entgegen vieler anderer Behauptungen, bei Frauen wesentlich wohler. Noch dazu, wenn man eine Ärztin hat, die bei der Untersuchung auch über andere Dinge mit dem Patienten plaudert. Dann kommt es einem nämlich so vor, als wenn die Untersuchung wesentlich schneller beendet ist, als wenn der Arzt nur stur seine Diagnostik der Schwester ansagt.
Ich fühle mich hier so ein wenig hingestellt, als wäre ich blöd oder nicht fähig, Dinge zu recherchieren und nachzulesen. Darum möchte ich nun mal ein paar Quellen bringen, die zeigen, dass diese negative Haltung dem MRT gegenüber nicht gerechtfertigt ist. Zum einen habe ich ja geschrieben, dass man ein sehr geringes Risiko hat, Gebährmutterhalskrebs zu bekommen, wenn man keinen Sex hat. Da hat auch jemand gefragt, woher ich das habe. Wir können hier etwa bei
netdoktor schauen - ich finde, das ist schon eine seriöse Quelle. Da steht:
Der Gebärmutterhalskrebs wird durch eine vorausgegangene Infektion mit so genannten Papillomviren (HPV) verursacht.
Das sind die, gegen die man Mädchen auch impfen kann. Woher kommen die?
Hier liest man, dass diese durch Sex übertragen werden. Es ist auch angemerkt, dass manchmal Kinder betroffen sind, weil das Virus auch bei der Geburt übertragen werden kann. Das wird sich aber vermutlich auf eine vaginale Geburt beziehen, ich kam per Kaiserschnitt auf die Welt. Und dass selbst bei einer Infektion bei der Geburt das Kind nicht an Gebärmutterhalskrebs erkranken kann, liest man auch, denn die Viren müssen, um eine Erkrankung zu verursachen, bis in die Gebärmutter vordringen und das tun sie in dem Fall nicht (siehe
hier).Somit wären also in meinem Fall eher andere Probleme relevant, vielleicht Veränderungen der Gebärmutter an sich oder der Eierstöcke.
Hier steht etwa, dass ein MRT zur Abklärung von Myomen oder Raumforderungen in den Eierstocken angewendet und dafür empfohlen wird. Auf der Seite der
Charite gibt es sinngemäß zu lesen, dass man mit dem MRT normale Zysten in den Eierstöcken von Tumoren unterscheiden kann oder das da auch ein Ultraschall hilfreich ist. Dass man auch kleine Veränderungen in der Gebärmutter, selbst der Blutgefäße oder Entzündungen beim MRT sieht, liest man
hier. Auf der gleichen Seite, also auch bei netdoktor, wird das MRT als mögliche Untersuchungemethode genannt. Das wird zwar mit dem Zusatz verwendet, dass das erst in einem fortgeschrittenen Stadium relevant wäre, also wenn es einen Befall gibt, aber den würde man dann im MRT sehen und wir erinnern uns an meine ersten Quellen - wer ohnehin keinen Sex hat, hat ein sehr geringes Risiko, überhaupt zu erkranken. Zudem habe ich heute in der Radiologie angerufen und da nachgefragt und da hat mir der Arzt bestätigt, dass man das MRT auch zum Screening nutzen kann und da er noch meinte, das sei aber teuer, denke ich auch nicht, dass er mir das aufschwatzen wollte.
Du liest dir deine Quellen aber auch so zurecht, wie du es gerade brauchst. Gerade bei den HPV können auch Frauen betroffen sein, die weder auf natürliche Weise zur Welt gekommen sind und auch keinen Geschlechtsverkehr haben. Dass es keine Krebserkrankung nach sich ziehen kann, trifft dann auch nur auf infizierte Kinder zu und auf erwachsene Frauen. Somit besteht bei dir wohl doch ein gewisses Risiko, dass du an Gebärmutterhalskrebs erkranken kannst.
Aber es sollte jeder Mensch selbst wissen, welche Vorsorgeuntersuchungen gemacht werden sollten. Nur sollte man eben auch entsprechende Einwände nicht einfach schön reden. Und das machst du eindeutig. Du willst nicht wahr haben, dass auch du ein gewisses Krebsrisiko hast. Du willst nicht wahr haben, dass ein MRT gerade bei Gebärmutterhalskrebs nicht die sinnvollste Untersuchungsmethode ist. Denn bis man da deutlich etwas erkennt, ist der Krebs schon sehr weit fortgeschritten.
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