US-Politik der nuklearen Nichtverbreitung scheinheilig?

vom 05.04.2021, 19:25 Uhr

Vor einiger Zeit hörte ich von einem Amerikaner die Aussage über seine eigene Regierung, der konstatierte, diese wäre scheinheilig, anderen Staaten der Welt nukleare Waffen zu verbieten, wo sie doch selbst auf dem größten Vorrat der Erde säßen. Theoretisch kann ich der Argumentation folgen, aber andererseits finde ich es schwierig, eine realistische Position zu finden, in welcher glaubwürdig alle Länder der Welt auf Atomwaffen nicht nur verzichten, sondern diese auch abrüsten sollten, um für echte Gerechtigkeit zu sorgen.

Meiner Meinung nach kann Abrüstung nur bilateral und nicht einseitig auf blinder Vertrauensbasis erfolgen. Und das sehe ich bei keiner wie auch immer gearteten Konstellation, es bleibt für mich eine Utopie. Andererseits gab es zwischen der Nato und dem Ostblock ja auch schon früher Abkommen, die auf eine solche gegenseitig zu erfolgende Verpflichtung zur Abrüstung abzielten.

Sind die Amerikaner scheinheilig, so auf Einhaltung der Nichtaufrüstung vieler Staaten zu pochen, während sie selbst ein riesiges atomares Arsenal besitzen? Oder sind sie in einer Position, sich Abrüstung nicht leisten zu können und zur Friedendwahrung dafür sorgen müssen, dass möglichst niemand mehr in den Besitz weiteren waffenfähigen Materials kommt?

» Verbena » Beiträge: 4314 » Talkpoints: 0,00 » Auszeichnung für 4000 Beiträge



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