Unter blöden Umständen kennengelernt - lieber verschweigen?

vom 11.02.2018, 04:49 Uhr

Ich kenne ein Paar, was sich das erste Mal in einem Club getroffen hat, in dem man sich Strips und Tänze ansehen kann und diese auch privat buchen kann. Es gibt einige Shows und man sieht viel nackte Haut. Nun war die Frau eine solche Tänzerin und wirklich komplett nackt zu sehen. Der Mann hat sich, wie sie aber auch, beim ersten Blick verliebt und sich dann auch einen privaten Strip gebucht, bei dem beide dann geflirtet haben.

Ich wusste schon, dass sie aus diesem Bereich kommt, aber sie macht heute etwas anderes. Wenn man die beiden sieht, sind das wirklich nette Menschen, auch keine perversen triebgesteuerten Menschen, sondern wirklich ganz normale Menschen. Dennoch haben sie mir das alles erst nach und nach erzählt, damit gehen sie nicht hausieren und vor allem lügen sie auch oft, wenn man sie danach fragt wie sie sich zum ersten Mal gesehen und wie sie zusammengekommen sind. Das kann ich auch irgendwie verstehen, aber ich würde da nicht lügen oder das verschweigen.

Man kann ja auch sagen, dass man sich in einem Club getroffen hat, sich gesehen hat und verliebt war. Die Tatsache, dass sie bei der Begegnung nackt war muss man meiner Meinung nach ja nicht erwähnen und auch die Art des Clubs würde ich weglassen. Kennt ihr auch solche Geschichten und wie würdet ihr auf solche Fragen antworten, lieber ehrlich oder würdet ihr lügen?

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» Ramones » Beiträge: 45872 » Talkpoints: 4,32 » Auszeichnung für 45000 Beiträge



Ich finde ehrlich gesagt, dass es niemanden etwas angeht, wie und unter welchen Umständen sich ein Paar kennengelernt hat. Ich würde das auch nicht so detailliert berichten, wenn ich ehrlich bin. Es reicht doch, wenn man sagt, dass man im selben Club gewesen ist und sich dann über den Weg gelaufen ist. Mehr würde ich da auch nicht erzählen und lügen schon gar nicht.

Ich kenne einen Mann, der auch immer solche Antworten gibt, wenn man ihn fragt, wie er seine Frau kennengelernt hat. Er sagt dann immer, dass die beiden in derselben Gegend aufgewachsen sind. Das ist auch so schwammig und nichtssagend, das könnte alles bedeuten. Er nennt aber keine Details und das muss man dann akzeptieren.

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» Täubchen » Beiträge: 33305 » Talkpoints: -0,78 » Auszeichnung für 33000 Beiträge


Ich finde auch, dass man da gar nicht so detailliert erzählen muss. Ich wüsste auch nicht, weshalb man da lügen sollte. Wie Täubchen geschrieben hat, reicht es doch voll und ganz aus, zu sagen, dass man sich in einem Club kennengelernt hat. Ich kann mir nicht vorstellen, dass jemandem diese Antwort nicht reicht und er dann weiterbohrt.

Ich muss schon sagen, dass mir so eine Kennenlerngeschichte, wie sie hier geschrieben steht, auch sehr unangenehm wäre, so dass ich dann auch nicht mehr darüber reden würde. Aber das muss man ja eben auch nicht. Es gibt Sachen, die niemanden etwas angehen und man muss ja nicht gleich so detailliert berichten. Man erzählt anderen schließlich auch nicht einfach so irgendwelche Details aus seinem Liebesleben.

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» Prinzessin_90 » Beiträge: 34336 » Talkpoints: 0,15 » Auszeichnung für 34000 Beiträge



Ich bin auch der Meinung, dass es eigentlich niemanden direkt etwas angeht, wo und wie man sich kennengelernt hat. Ich würde dann auch nur grob sagen, wie es dazu gekommen ist oder eben wo. Das muss ja nicht bis ins kleinste Detail erörtert werden. Wahrscheinlich interessiert es die Meisten auch gar nicht so brennen, wie das Kennenlernen denn abgelaufen ist und es ist nur eine Frage, die dann eben beiläufig gestellt wurde.

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» Nelchen » Beiträge: 32238 » Talkpoints: -0,25 » Auszeichnung für 32000 Beiträge



Ich finde auch, dass einen Details dazu, wie andere Paare sich kennengelernt haben, Außenstehende nichts angeht. An und für sich ist die Frage danach natürlich völlig legitim und für Verwandte und Freunde sicher auch interessant, ich habe Leute, die mir nahe stehen, auch schon danach gefragt. Das heißt ja aber nicht, dass man hier ins Detail gehen muss, ganz gleich ob es blöde oder gute Umstände waren.

Ich kenne ein Paar, das sich durch eine Affäre kennengelernt haben und aus denen ein verheiratetes Paar wurde. Ein paar enge Freunde wissen davon. Dass sie mit dieser Geschichte nicht hausieren gehen mögen, ist wohl klar, da die Affäre am Arbeitsplatz begann, lautet die Geschichte eben, dass sie sich am Arbeitsplatz kennengelernt haben, was ja im Grunde auch stimmt.

Manches Paar erzählt sicher gerne bereitwillig davon, wie sie sich kennengelernt haben, manchmal steckt ja auch eine sehr schöne oder besondere Geschichte dahinter. An und für sich danach zu fragen, finde ich nicht aufdringlich, wenn man nicht gerade nach Details fragt und wie man die Frage beantwortet, bleibt ja jedem selbst überlassen, ein einfaches "durch Freunde" wäre auch schon eine normale Antwort.

» Schneeblume » Beiträge: 3095 » Talkpoints: -0,03 » Auszeichnung für 3000 Beiträge


Bei "blöden Umständen" dachte ich eigentlich nicht an die gute, alte Stripperei, sondern eher an: "Ja, der Eberhard, der hat meinetwegen seine Frau mit drei Kindern sitzenlassen, nachdem ich ihn nach drei Jahren heimlichem Rumgebumse erpresst habe: Heiraten oder seine Alte bekommt unser Sexvideo! Und jetzt prozessiert er seit Jahren, weil er keinen Unterhalt zahlen will! Ist das nicht romantisch, wie wir uns kennengelernt haben?"

Ich finde auch das 1880er-Weltbild, das Leute, die in anrüchigen Etablissements "nackte Haut" zeigen oder sich anschauen, prinzipiell als "pervers triebgesteuert" ansieht, geradezu rührend in seiner Mischung aus naiv und arrogant. Aber trotzdem sind die Ex-Stripperin, und ihr Freund, den sie im Job kennengelernt hat, "nette Menschen", soso. Ich habe eher die Erfahrung gemacht, dass der Job wenig bis gar nichts über den Charakter eines Menschen aussagt.

Ich habe natürlich auch meine Vorurteile und fände es dagegen eher befremdlich, wenn jemand stolz damit hausieren geht, seine Zukünftige, objektiv gesprochen, aus irgendeinem ärmeren Drittland schlicht gekauft zu haben. Aber außer schlecht verbrämten Menschenhandel ist es mir eigentlich egal, wie sich Leute kennengelernt haben, sei es online, offline, im Job an der Supermarktkasse, im Job im "Cabaret erotique", im Krankenhaus, oder wie in der RomCom, weil sich die Hundeleinen im Park verheddert haben.

» Gerbera » Beiträge: 9984 » Talkpoints: 1,81 » Auszeichnung für 9000 Beiträge


Ich würde eine Stripperin nicht mit pervers und triebgesteuert assoziieren, sondern eher unter dem Genre Kunst und Kultur einordnen, wenn ich überhaupt eine Einordnung vornehmen würde.

Die Frage ist, was du unter "blöden Umständen" verstehst. Als erste Assoziationen würden mir peinliche Situationen einfallen, wie etwa ein misslungener Vortrag, Danebenbenehmen im Alkoholrausch oder ein Stolpern über eine Bananenschale mit Landung in einer Pfütze. Man kann so etwas verschweigen oder nicht. Es kommt darauf an, wem man davon erzählt. Einer Freundin, falls sie nicht gerade eine Klatschbase ist, würde ich eventuell erzählen, falls ich jemanden auf einer Herrentoilette kennengelernt hätte, in die ich mich verirrt hätte, aber nicht jedem Arbeitskollegen des betroffenen Mannes.

Die Frage kann man also gar nicht pauschal beantworten, ohne den Partner, die entsprechende Situation, seine eigenen Befindlichkeiten und die Person, der man es erzählt, zu berücksichtigen.

» blümchen » Beiträge: 3381 » Talkpoints: 14,28 » Auszeichnung für 3000 Beiträge



Ramones hat geschrieben:Das kann ich auch irgendwie verstehen, aber ich würde da nicht lügen oder das verschweigen.

Man kann ja auch sagen, dass man sich in einem Club getroffen hat, sich gesehen hat und verliebt war. Die Tatsache, dass sie bei der Begegnung nackt war muss man meiner Meinung nach ja nicht erwähnen und auch die Art des Clubs würde ich weglassen.

Na gut, aber da verschweigst du ja schon etwas, wenn du in dieser Situation wärst, oder? Vor allem wenn die ehemalige Stripperin ihre Vergangenheit hinter sich lassen möchte, finde ich es völlig legitim diese Kennlerngeschichte zu verheimlichen.

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» soulofsorrow » Beiträge: 9117 » Talkpoints: 7,33 » Auszeichnung für 9000 Beiträge


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