Tularämie oder auch Hasenpest ist im Umlauf

vom 09.12.2014, 14:20 Uhr

Heute kam in den Lokalnachrichten, dass in Ostwestfalen die Tularämie, oder auch Hasenpest ausgebrochen ist. Im Norden Deutschlands soll das schon länger der Fall sein. Hasen und Kaninchen sind besonders davon betroffen. Diese Krankheit wird durch das Bakterium Francisella tularensis ausgelöst und es würde auch auf den Menschen übergehen. Man merkt es an grippeähnlichen Symptomen.

Es wurde gewarnt zu Weihnachten Hasen oder Kaninchen aus der Region zu essen und keine toten Kaninchen oder Hasen anzufassen, die einem auf dem Feld oder im Wald begegnen. Man sollte dem zuständigen Jäger oder den zuständigen Bauern benachrichtigen. Wenn man Kaninchen im Freien hält, solle man gut beobachten und den Tierarzt benachrichtigen, wenn Auffälligkeiten bekannt sind. Wer Wildkaninchen im Garten hat, soll sie auf keinen Fall füttern oder gar anfassen, wenn sie zutraulich werden. Das kann ein Anzeichen der beginnenden Krankheit sein.

Habt ihr von der Hasenpest schon mal was gehört? Oder ist das wieder einmal Panikmache? Denkt ihr, dass es gefährlich für uns Menschen sein könnte? Habt ihr bei euch im Garten auch wilde Kaninchen oder Hasen? Habt ihr dann besonders Angst?

Benutzeravatar

» Diamante » Beiträge: 41749 » Talkpoints: -4,74 » Auszeichnung für 41000 Beiträge



Ich hab jetzt gleich einen Schrecken bekommen, weil es einem meiner Kaninchen nicht sehr gut geht. Wir waren aber auch schon vor zwei Wochen beim Tierarzt und es hat eine Spritze bekommen. Die Symptome passen nicht und bei der kurzen Krankheitsdauer wäre mein Kaninchen schon längst tot. Aber wenn man von so einer grassierenden Krankheit mit dem ziemlich beunruhigendem Namen "Hasenpest" hört, horcht man schon auf.

Und das ist doch auch Sinn der Sache. Diese Krankheit ist sehr selten. Vor allem für den Menschen. Auf Wikipedia steht, dass in den letzten Jahren 10 bis 20 Fälle pro Jahr gemeldet wurden. Ich denke, es ist ziemlich schwierig als Arzt, überhaupt auf die Idee zu kommen, dass es so eine seltene Krankheit sein könnte. Und welcher Patient kommt im Krankenhaus auf die Idee, zu erwähnen, dass seine Kaninchen einen Schnupfen haben.

Ich denke, es kann helfen, wenn man als Arzt und auch als Kaninchenhalter in den Medien so einen Aufruf gelesen oder gehört hat. Dann ist es wenigstens im Hinterkopf, wenn tatsächlich Symptome auftauchen. Wenn man zuletzt vor etlichen Jahren von der Krankheit gehört hat, ist das Wissen ziemlich vergraben.

Daher würde ich das nicht als Panikmache bezeichnen. Die Medien haben eine Verpflichtung, solche Dinge zu verbreiten. Und es kann Leben retten. Immerhin sterben ein Drittel der Erkrankten, wenn sie nicht behandelt werden. Und Kontakt zu Kaninchen ist auch nichts wahnsinnig Seltenes, da es ja auch die Hauskaninchen treffen kann. Da sollte man ruhig ein Mal zu oft darüber reden als ein Mal zu wenig. Panikmache fängt meiner Meinung nach erst da an, wo die Informationen aufgemotzt werden. Das kann im Fernsehen durch eine besonders dramatische Musik sein, aber vor allem auch durch Übertreibungen. Aber einfach nur wichtige Informationen zu veröffentlichen, ist doch keine Panikmache.

Benutzeravatar

» Bienenkönigin » Beiträge: 9448 » Talkpoints: 19,93 » Auszeichnung für 9000 Beiträge


Die Hasenpest ist eher ein Spezialfall. Denn normalerweise sollte niemand ein totes Wildtier anfassen oder ein besonders zutrauliches Wildtier streicheln. Das sind nämlich auch Anzeichen von Tollwut. Diese gilt zwar in Deutschland als ausgerottet, jedoch hat Vorsicht schon immer die Überlebensrate der Menschheit gesteigert.

Bin ich Hasen- oder Kaninchenhalter sollte ich mich generell über entsprechende Krankheiten beim Tier kennen und mich auch über Übertragungswege beim Menschen informieren.

Ärzte bekommen über die Gesundheitsämter bzw. das Robert-Koch-Insitut regelmäßig Informationen über die aktuelle Gefahrenlage bezüglich Krankheiten in Deutschland. Es würde theoretisch ausreichen, das medizinische Personal auf diesem Wege zu informieren, als wiedereinmal die ganze Bevölkerung panisch zu machen. Aber irgendeine Krankheit braucht man in jedem Jahr und nachdem die Vogelgrippe und die Schweinepest "abgelutscht" sind, ist es diesmal eben die Hasenpest.

Die Warnung, auf den Verzehr von Hasen und Kaninchen aus der Region zu verzichten, ist definitiv übertrieben.

» Tulipani » Beiträge: 38 » Talkpoints: 13,30 »



Ähnliche Themen

Weitere interessante Themen

^