Trotz schlechter Leistung von sich überzeugt sein?

vom 15.10.2017, 13:41 Uhr

Als ich mit meinem Master angefangen habe, hatten wir einen neuen Studenten, der seinen Bachelor an einer anderen Universität gemacht hatte und einen sehr guten Notendurchschnitt hatte. Wir fanden das alle sehr faszinierend, da bei uns der Notendurchschnitt bei weitem nicht so gut war. Der Student war auch sehr von sich überzeugt und meldete sich in Vorlesungen und Seminaren häufiger zu Wort. Auch vor den Klausuren hatte man stets den Eindruck, dass er gute Leistung bringen wird und gut vorbereitet ist.

Dem war aber nicht so. Er fiel in vielen Klausuren durch und schrieb in den anderen sehr schlechte Noten. Einige Klausuren bestand er im zweiten Versuch mit einer 4.0. Seine beste mir bekannte Note ist bisher eine 2.7 gewesen, was im Master wirklich nicht sehr gut ist.

Seinem Selbstbewusstsein hat dies allerdings nicht geschadet. Er tritt nach wie vor sehr sicher und von sich überzeugt auf. Ich finde das inzwischen schon etwas merkwürdig, weil sein Auftreten einfach nicht mit seinen Leistungen übereinstimmt. Kennt ihr Menschen, die trotz schlechter Leistungen unbeirrt selbstbewusst und nahezu arrogant auftreten? Was bewegt Menschen zu einem solchen Verhalten? Ist das nicht irgendwann peinlich?

» Crispin » Beiträge: 14936 » Talkpoints: 6,93 » Auszeichnung für 14000 Beiträge



Solche Menschen habe ich leider auch schon getroffen. Wenn die Leistung dann schlecht ist, dann sind die anderen Schuld. In diesem Fall bewerten dann die Dozenten unfair oder die Kommilitonen wissen das eigene Wissen und die Bemühungen nicht zu schätzen. Ich finde Menschen mit einem derartigen Ego ohne Selbstreflektion ziemlich anstrengend und meide sie eher.

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» Täubchen » Beiträge: 21386 » Talkpoints: 0,19 » Auszeichnung für 21000 Beiträge


Das geht durchaus. Ego ohne Selbstreflexion, dem kann ich mir nur anschließen. Damit betreiben sich schließlich auch unzählige Fremdschäm-Shows, auch bekannt als Casting-Sendungen und dergleichen. Wenn sich da nur Leute bewerben würden, die aufgrund objektiver Leistungen und Qualifikationen wie z.B. einer soliden Karriere beim Zirkus oder Musical oder zumindest einer abgeschlossenen Ausbildung an einer renommierten Institution bewerben würden, wäre es ja langweilig.

Gerade für die Medien sind die, die sich für besonders toll halten, also gut geeignet. Und wie man so ein Selbstbild aufrecht erhalten kann, obwohl die Realität eine ganz andere Sprache spricht, kann ich mir auch vorstellen. Viele von uns halten sich gerne für ein bisschen toller, als sie objektiv betrachtet sind, und bei manchen geht das eben durch die Decke. Dann sind eben die anderen schuld, oder der Lehrer/Chef blöd oder das Talent wird verkannt oder man könnte, wenn man wollte.

» Gerbera » Beiträge: 6455 » Talkpoints: 0,14 » Auszeichnung für 6000 Beiträge



Solange du weißt wie du überzeugen und dich und deine Ideen gut rüber bringst, musst du nicht der Beste sein. Schlechte Leistungen kann man oft mit großem Selbstvertrauen gut machen. Das ist ja gerade das "Problem" vieler Menschen. Sie bringen gute Leistungen, sind aber nicht von sich überzeugt. Und dann kommen da die Menschen, die es eigentlich nicht so verdient haben, die aber

Alles erreichen weil sie einfach mit ihrer Art und Weise überzeugen können. Sie können Menschen gut um den Hals wickeln, vielleicht vom Thema so abschweifen, das die Kunden trotzdem kaufen. Da muss man in dem Fall auf sich selbst bauen und an sich selbst arbeiten. Denn ändern kann man Menschen mit großem Selbstbewusstsein nicht. Man kann es nur noch größer machen. :?

» Kobe » Beiträge: 469 » Talkpoints: 146,55 » Auszeichnung für 100 Beiträge



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