Was hilft gegen Seekrankheit?

vom 11.10.2009, 17:08 Uhr

Ich bin seekrank und es lässt sich trotzdem nicht vermeiden, dass ich bald einige Strecken mit Booten zurücklegen muss. Weil ich mit meinem Freund demnächst durch Asien reise werde, möchten wir auch kleinere Inseln besuchen, die sich anders gar nicht erreichen lassen und ich bin mir sicher, dass man den Seegang in kleinen Booten deutlicher zu spüren bekommt als bisher in den Schiffen, auf denen zu Gast war. Weil ich damals schon empfindlich reagierte, ahne ich bereits, dass das nicht so angenehm enden wird und frage mich, ob es eine Möglichkeit gibt, die Seekrankheit zumindest einigermaßen zu lindern.

Vielleicht gibt es dagegen sogar Medikamente. Ich bin auch offen für Selbstheilung und womöglich gibt es bestimmte Rituale, mit denen man sich eine Bootsfahrt auf dem offenen Meer trotz Seekrankheit angenehm gestalten kann. Ich freue mich über Ratschläge.

» Sippschaft » Beiträge: 7575 » Talkpoints: 1,14 » Auszeichnung für 7000 Beiträge



Mir ist früher immer bei Auto-, Bus- und Schifffahrten schlecht geworden. Daraufhin habe ich immer Reisekaugummis gekaut, die in der Apotheke erhältlich sind. Die lähmen die Zunge (also natürlich nicht ganz :)) und dadurch kann man nicht erbrechen. Die helfen meistens. :) Du kannst dich natürlich noch besser in einer Apotheke informieren!

» Chelsea » Beiträge: 13 » Talkpoints: 7,62 »


Ich würde mit Medikamenten vorsichtig sein. Es gibt nämlich Sachen, die ganz fiese Nebenwirkungen haben. Ich habe persönlich nur die Erfahrung mit ausgetrockneten Schleimhäuten gemacht, aber eine Freundin ist Dank Medikamenten gegen Reiseübelkeit im Krankenhaus gelandet, weil sie teilweise nicht mehr ansprechbar war und befürchtet wurde, dass sie sich auf der Reise vielleicht einen Virus eingefangen haben könnte.

Ich habe mich dann auch mal ein bisschen kundig gemacht über die Substanzen, die für solche Medikamente eingesetzt werden und nachdem ich das alles gelesen haben würde ich nie wieder so eine Tablette nehmen. Wir haben diese damals in der Drogerie gekauft und deshalb bin ich davon ausgegangen, dass sie harmlos sind, aber da habe ich mir schwer getäuscht.

Ingwer soll aber gut helfen und wahrscheinlich gibt es den auch in Tablettenform, oder jedenfalls in einer Form, die einfacher zu handhaben ist als eine Ingwerwurzel. Bestimmt kann man dir da in der Apotheke weiter helfen.

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» Cloudy24 » Beiträge: 27476 » Talkpoints: 0,60 » Auszeichnung für 27000 Beiträge



Anstatt präventiv gegen die Seekrankheit vorzugehen, würde ich lieber in akuten Fällen handeln. Ich bin zwar aufgrund meines Wohnortes schon Windstärken bis 11 auf einer Fähre gewohnt, aber wenn einem dann doch mal schlecht wird, würde ich mich einfach bequem hinsetzen, und einen Punkt außerhalb des Schiffes fixieren. Dabei einfach gänzlich entspannen und leicht zurücklehnen. :wink:

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» Julix » Beiträge: 2566 » Talkpoints: -1,81 » Auszeichnung für 2000 Beiträge



Vorkehrungsmaßnahmen würde ich nicht-medikamentös treffen. Dazu gehören ganz einfache Verhaltensregeln.

Eine ist die, die eh schon Julix beschrieben hat. Längere Aufenthalte unter Deck vermeiden. Sich einen Platz in der Mitte des Bootes suchen. An Bug oder Heck wirken viel stärkere Schwankbewegungen. Als persönlich wichtig ist für mich auch, daß es zusätzlich keine Kreislauf belastenden Situationen gibt. Das sind für mich zu wenig Flüssigkeitsaufnahme und wenn mir zu heiß ist. Und ein Gedanke hat mir auch immer geholfen: So bald man festen Boden unter den Füßen hat, ist schlagartig alles vorbei.

Bei Medikamenten würde ich auch recht vorsichtig sein. Die meisten die Übelkeit unterdrücken, tun dies über das Zentralnervensystem über das Hemmen oder Ausschalten des "Übelkeit"-Zentrums.

» helgak62 » Beiträge: 68 » Talkpoints: 0,38 »


Ich habe ja oben geschrieben, dass wir nicht auf einer Fähre unterwegs sein werden oder auf großen Schiffen, sondern in erster Linie in kleinen Booten, in denen es keine Mitte gibt, sondern wo gerade mal zwei Leute, der Bootsführer und zwei Rucksäcke Platz haben. Deshalb hilft mir der Ratschlag, der eine Fähre betrifft, ungefähr überhaupt nicht. In unserem Fall gibt es eben keine Punkte außerhalb des Bootes, wo man sich bequem zurücklehnen kann.

Cloudy, danke für den Tipp mit dem Ingwer. Ich werde direkt morgen in der Apotheke mal nachfragen, ob es das in Tablettenform oder vielleicht als Tee zu kaufen gibt.

» Sippschaft » Beiträge: 7575 » Talkpoints: 1,14 » Auszeichnung für 7000 Beiträge


Sippschaft hat geschrieben: In unserem Fall gibt es eben keine Punkte außerhalb des Bootes, wo man sich bequem zurücklehnen kann.

Gerade auf kleinen Booten sollte es ein leichtes sein, sich einen Fixpunkt am Horizont, oder ähnliches zu suchen. Die nächste Insel, ein anderes Schiff, Hauptsache du einen festen Punkt auf den sich dein Blick richtet.

Denn die Seekrankheit wird eben nicht nur durch das Gleichgewichtssystem im Ohr ausgelöst, welches die Schwankungen des Bootes aufnimmt, sondern vielmehr dadurch verstärkt, dass sich dein Blickfeld ständig verschiebt. Wenn du versuchst durch einen starren Blick dein Gehirn darauf zu trimmen, dass es sich in einer geraden Umgebung befindet, kannst du die Übelkeit sehr leicht bekämpfen.

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» Julix » Beiträge: 2566 » Talkpoints: -1,81 » Auszeichnung für 2000 Beiträge



Einfaches und bewährtes Mittel ist Vitamin C. Hört sich einfach an, ist auch einfach. Wenn man sich nicht mehr so ganz wohl fühlt, dann reichlich Vitamin C reinschmeissen.

Warum wirkt Vitamin C? Seekrankheit ist eigentlich eine Art von Histaminvergiftung. Histamin wird bei Ruhe/Schlaf abgebaut, und eben mit Vitamin C. Da gibt es sogar Literatur dazu, von Prof.Dr.Reinhart Jarisch, unter dem Titel "Histamin-Intoleranz, Histamin und Seekrankheit".

Prophylaktisch auf Nahrungsmittel mit viel Histamin verzichten. Darunter fallen reife Tomaten, reifer Käse, Rotwein, Salami, Geräuchertes, Sauerkraut, Bier und noch ein paar andere Dinge. Findet man auch im Netz, oder bei Wikipedia.

» thisnamewasfree » Beiträge: 1102 » Talkpoints: 2,63 » Auszeichnung für 1000 Beiträge


Die Ingwer- Kapseln, die hier schon angesprochen wurden, sind eine gute, pflanzliche Alternative zu anderen Tabletten, allerdings habe ich noch keine Rückmeldung, ob sie bei einer Seekrankheit auch wirken. Unter dem Namen Zintona gibt es sie auf jeden Fall in der Apotheke zu kaufen. Wie lange dauert denn die Fahrt auf dem Boot? Die Reisetabletten, die man ja auch kaufen kann, haben den Nachteil, dass sie müde machen. Das ist bei einer kürzeren Bootsfahrt natürlich ungünstig, weil man danach ja wieder komplett wach sein möchte.

Aber sonst sind die Tabletten mit dem Wirkstoff Dimenhydrinat schon sehr gut bei Seekrankheit zu verwenden. Sie wirken gegen Übelkeit und auch gegen Schwindel, was ja bei einer Seekrankheit oft beides ein Problem ist. Verschreibungspflichtig gibt es noch Pflaster namens Scopoderm, aber davon habe ich auch nicht nur positive Rückmeldungen erhalten.

» Barbara Ann » Beiträge: 28946 » Talkpoints: 58,66 » Auszeichnung für 28000 Beiträge


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