Kinder: Durch lautes singen Angst überspielen

vom 21.03.2009, 14:13 Uhr

Als ich Kind war und in den Keller gehen musste, um was zu holen, habe ich immer lauthals gesungen. Ich hatte dann immer das Gefühl, dass mir nichts passieren kann und meine Mutter vielleicht zur Stelle war, wenn ich aufhöre zu singen. Auch, wenn ich auf der kleinen Gästetoilette ohne Fenster gesessen habe, habe ich immer lauthals gesungen. Ich kann mich erinnern, als wenn es heute gewesen wäre und weiß, dass ich es damals aus Angst getan habe.

Eine Bekannte hat ein kleines Mädchen, was genauso reagiert und immer, wenn sie ein mulmiges Gefühl hat, fängt die kleine lauthals an zu singen. Auch, wenn sie alleine im Kinderzimmer ist, wenn es dunkel ist und sie schlafen muss. Dann singt sie sich alleine in den Schlaf. Obwohl die Mutter auch ein Ritual hat zum Schlafengehen. Kennt ihr das, dass Kinder durch Singen ihre Angst überspielen und sich sicherer fühlen?

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» Diamante » Beiträge: 40694 » Talkpoints: 11,88 » Auszeichnung für 40000 Beiträge



Ich habe es früher ähnlich gemacht und mich mit meiner Mutter unterhalten, wenn ich in den Keller gehen sollte. Dann habe ich oft etwas zu ihr hoch gerufen oder ich habe vor mich hin gesummt oder gepfiffen. Ich denke auch, dass ich es gemacht habe, um das mulmige Gefühl zu unterdrücken.

Allerdings hat sich das heute bei mir schon verändert. Wenn ich jetzt mal Angst habe, dann kann ich schlecht Musik hören. Ich werde dann nur noch nervöser. Im Bekanntenkreis kenne ich aber nun keine Kinder, die ebenfalls summen oder singen, wenn sie in den Keller gehen oder sonst irgendwie Angst vor etwas haben.

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» Nelchen » Beiträge: 28905 » Talkpoints: 0,30 » Auszeichnung für 28000 Beiträge


Ja, es ging mir früher ebenso. Ich habe auch immer gesungen als Kind und ich oute mich jetzt mal, auch heute noch. Wenn ich vor was Angst habe, dann singe ich immer noch. Lauthals muß es aber bei mir dann nicht sein. Manchmal singe ich auch nur leise vor mich hin. Hauptsache ich bin abgelenkt. Das ist wohl auch der Grund, warum die Angst dann weniger wird. Man ist einfach abgelenkt von der Angst an sich.

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» MoneFö » Beiträge: 2941 » Talkpoints: -3,64 » Auszeichnung für 2000 Beiträge



Als Kind habe ich das auch gemacht. Aber nun habe ich auch nicht mehr so viel Angst, wenn ich in dunklen Kellern oder auf den Dachboden will. Mein Bruder macht das aber heute noch. Er singt dann zwar nicht, aber er pfeift.

Ich denke mal, dass es einem Sicherheit gibt. Denn wenn man verstummt, dann wissen die anderen dass da was ist. Oder man denkt als Kind, dass man damit "das Böse" vertreibt.

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» MissMarple » Beiträge: 6772 » Talkpoints: 0,00 » Auszeichnung für 6000 Beiträge



Ich habe das ehrlich gesagt nie gemacht und ich kenne auch kein Kind, das bei Angst laut angefangen hat zu singen. Das wäre mir auch nie in den Sinn gekommen. An sich ist das ja keine schlechte Idee, wenn es dem Kind eben hilft und die Methode auch funktioniert. Ich bin nicht sicher, ob mir das auch geholfen hätte, vermutlich eher nicht, sonst hätte ich das ja gemacht. Ich hatte eher andere Strategien um mit Ängsten fertig zu werden.

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» Täubchen » Beiträge: 26010 » Talkpoints: 1,67 » Auszeichnung für 26000 Beiträge


Ich finde mich in den von dir geschriebenen Zeilen wieder. Sowohl der Keller bei meinen Großeltern als auch unser eigener Keller war mir immer sehr unheimlich. Außerdem wurde er auch von anderen Personen in der Familie nicht gerade viel aufgesucht, weshalb sich dort die großen dunklen, für mich immer noch ekligen Kellerspinnen herum tummelten.

Da Singen schon als Kind meine absolute Leidenschaft war und ich es immer machte, um Stress abzubauen, sang ich ebenfalls immer aus lautem Halse, wenn ich etwas im Keller holen wollte oder musste. Man sieht das auch immer im Film und ich beobachte es selber auch bei Kindern, wenn sie Angst haben, dass sie dann singen.

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» nordseekrabbe » Beiträge: 8416 » Talkpoints: 65,17 » Auszeichnung für 8000 Beiträge


Ich kenne das gar nicht so von mir. Ich habe das noch nie so gemacht, wobei mir so etwas auch gar nicht ähnlich sieht. Bei mir ist es sogar eher umgekehrt. Wenn ich Angst habe, dann bin ich immer sehr leise und lausche nach irgendwelchen Geräuschen. Ich habe dann Angst, selbst Geräusche zu erzeugen, wobei ich auch schaue, ob mir irgendwelche Geräusche, die ich höre und wahrnehme merkwürdig vorkommen. Das war schon als Kind so bei mir.

Das mit dem Singen kenne ich nur aus Filmen. Aber es ist eben bei jedem anders. Manche sind sehr wachsam und versuchen, möglichst unauffällig zu sein und nach Geräuschen zu lauschen, die da nicht hingehören, wobei manche von dem nichts wissen wollen, so dass sie versuchen, sich abzulenken.

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» Prinzessin_90 » Beiträge: 29786 » Talkpoints: 62,57 » Auszeichnung für 29000 Beiträge



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