Neuer Präsident der USA

vom 25.07.2007, 15:42 Uhr

Die Bewerber um die Präsidentschaftskandidatur der US Demokraten haben sich gestern den Fragen der Wähler gestellt. Ich hoffe jemand von euch hat das auch im Internet verfolgt. Wenn nicht hier kurz der Ablauf.

Die ganze Diskussion wurde mit einer per Intenet eingereichten Frage eröffnet:"In welchen Punkten werden sie anders sein?". Die Veranstaltung wurde in der MilitärakademieThe Citadel in South Carolina durchgeführt. Die Diskussion wurde auf CNN live übertragen, man konnte es auch glaube ich auf You Tube im Internet verfolgen, ich habe es auf CNN gesehen, allerdings war es nur eine Aufzeichnung wegen dem Zeitunterschied.

Es waren insgesammt vier Kandidaten. Senator von North Carolina John Edwards, Senatorin New York Hillary Clinton, Gouverneur von New Mexico Bill Richardson und der Senator Illinois Barack Obama. Die beste Frage war, frei von mir übersetzt: Können Sie als Politiker tatsächlich fragen beantworten, anstatt nur um den heißen Brei herumzureden?. Die Antwort aller Präsidentschaftskandidaten war ein eindeutiges Ja.

Senator John Edwards stellte sich während der Debatte auf die Seite der Frau und sich als den großen Förderer der Frauen. Bill Richardson nahm Homosexuelle in Schutz und für mehr Rechte für sexuelle Minderheiten. Frau Hillary Clinton wurde gefragt ob sie liberal sei, das hat sie ein bischen geärgert sie antwortete das sie sich nicht als liberal sondern als fortschrittlich sieht. Den das ist das amerikanische Wesen - Fortschritt.

Senator Barack Obama ist ein schwarzamerikaner, er wurde tatsächlich von einem Zuschauer gefragt ob er seiner Meinung nach schwarz genug sei. Das sit auch das amerikanisch Wesen, meine Anmerkung. Er sagte das er das immer wieder merkt, wenn er in New York ist, den die Taxifahrer sind dafür berühmt keine Schwarzen mitzunehmen, er wird auch nie mitgenommen.

Apropos auf eine Frage tatsächlich Antworten, es wurde gefragt mit Blick auf den Irakkrieg, ob man die eigenen Soldaten zurückziehen soll, da sie einduetig nur noch Angriffsziele im Irak darstellen. Die beste Antwort, die eigentlich keine war gab Barack Obama. er sagte sinngemäß: die Frage nach einem Rückzug aus dem "Golfstaat" (er sagte nicht Irak) hätte man stellen müssen, bevor man in den Krieg gezogen sei.

Gouverneur von New Mexico, Bill Richardson sagte als einziger, dass er binnen sechs Monate seine Jungs aus dem Irak abziehen wird. Sagte das im Blick auf Vietnam auch Richard Nixon, sogar bei beiden Wahlen. Richard Nixon hielt übrigens nicht sein versprechen sondern schickte noch mehr soldaten in den sicheren Tod im Vietnamkrieg.

Was glaubt ihr denn, was für einen Präsidenten braucht jetzt USA? Ist es nicht höchste Zeit eine Frau oder einen Schwarzamerikaner in diesem Amt zu sehen?

» kojibroj » Beiträge: 254 » Talkpoints: 3,03 » Auszeichnung für 100 Beiträge



Höchste Zeit für einen Schwarzen oder eine Frau? Wieso das denn?

Meinst du ernsthaft, dass man anhand des Geschlechts/der Hautfarbe/der sexuellen Gesinnung etc erkennen kann, ob jemand ein guter politischer Führer wäre?

Das ist meiner Meinung lachhaft!

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» Cala » Beiträge: 1666 » Talkpoints: 0,68 » Auszeichnung für 1000 Beiträge


In den Vereinigten Staaten von Amerika ist es ein ernsthaftes Problem. Wir in Europa sind von dieser Denkweise schon lange weg. Ich habe mehrere Jahre in den USA gelebt. Es wird noch sehr viele Jahre dauern bis die über dem Teich soweit sind.

Den die menschen Entscheiden nicht nach eigenem Ernessen. Das denkt nur der Mensch. Die Menschen machen nur nach dass was sie von anderen lernen. Der ander lernt aus mehr Sichten.

In Amerika ist nun mal die verbreitete Meinung und seit Jahren verbreitete Praxis (siehe Film Borat) eine andere als in Europa. Da sprich der Präsident von Achse des Bösen und Teufelsstaaten und Hilfe Gottes. Da werden einzelne Peersonen verteufelt, man gibt dem Bösen ein anfassbares Gesicht. Dieser Mann wird sogar ein zweites mal gewählt, jeder macht mal Fehler, aber bitte nicht zweimal den gleichen. Bei der ganzen Gottstory beziehungsweise in der Religion ist die Rolle der Frau klar definiert, somit ist für die meisten Nordamerikaner klar wo eine Frau hingehört, auf jeden Fall nicht auf den Präsidentenstuhl. Und der Senator Barack Obama, der steht noch schlechter da als Frau Clinton. Was die Nordamerikaner über die Schwarzamerikaner denken und welchen Zweck sie seit Jahrhunderten erfüllt haben muß man nicht groß in die Breite tretten.

Deshalb auch meine Frage ist es nicht an der Zeit, dass die Vereinigten Staaten von Amerika auch einen anderen, als Üblichen; Oberhaupt bekommen.

Nach diesem Auftritt wurde ich Frau Clinton und Herr Obama raten, sich gemeinsam in ein Boot zu setzen und so den Republikanern die Stirn zu zeigen. Den zwei (provozierend gesagt )Minderheiten haben meiner Meinung nach sehr gute Chancen.

» kojibroj » Beiträge: 254 » Talkpoints: 3,03 » Auszeichnung für 100 Beiträge



Ich glaube dass Clinton die Präsidentschaftskandidatin der Demokraten wird. Und ich denke auch dass sie dann wirklich gute Chancen hat die erste Präsidentin zu werden.

Das jedoch anhand des Geschlechts oder der Hautfarbe zu bewerten ist unvernünftig. Jedoch denke ich dass ein Schwarzer in den USA nicht zum Präsidenten gewählt würde, weil die Amerikaner dazu zu "rechts" und zu "konservativ" sind.

» Jack R » Beiträge: 1038 » Talkpoints: 49,43 » Auszeichnung für 1000 Beiträge



Naja, die Kinder im Irak können sich keine Brötchen dafür kaufen, dass sich Hillary Clinton dann für die Stellung der Frau in den USA stark macht... und du hast ja selbst gesagt, dass keiner der Kandidaten den Abzug der Truppen versprechen wollte, außer Bill Richardson, was meiner Meinung nach einfach nur Wahlkampf ist und nichts mit einem wirklichen Versprechen zu tun hat.

Im Übrigen ist das alles wirklich mal wieder ein schlechter Witz ist: jetzt fordern die amerikanischen Bürger, dass die Truppen aus dem Irak abgezogen werden... jetzt wo sie ein paar Söhne/Brüder/Väter verloren haben und im Irak wirklich die Luft brennt... klar wollen sie dann "lieber keinen Krieg mehr"...

Die Aufbauarbeit übernehmen dann natürlich wieder die klugen Europäer, während Amerika Krieg mit dem nächsten Land, wahrscheinlich Iran, anfängt.

Im Grunde ist es eh egal, wer den Präsidenten stellt... ob Republikaner oder Demokraten... die Fäden ziehen die Leute (zum Beispiel diverse Lobbys) im Hintergrund, der Präsident ist dann die Marionette.

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» Cala » Beiträge: 1666 » Talkpoints: 0,68 » Auszeichnung für 1000 Beiträge


Mal ganz nebenbei: Schwarzamerikaner? Ich glaube, Du meinst eher Afro-Amerikaner oder "Schwarze":wink:. Wir haben ja auch keine Weiß-, Schwarz-, Braun- oder Gelbeuropäer.

Nebenbei: Hillary Clinton wird deswegen fortschrittlich gesagt haben und nicht liberal, weil für US Amerikaner "liberal" fast ein Schimpfwort ist, das in ihren Augen für weichliche, verachtenswerte Eigenschaften steht. Schließlich sind die Demokraten die "Liberals" und dieser Ausdruck wurde von den Republikanern im Bewußtsein der Amerikaner sehr in die "Feigheit & Tatenlosigkeit" Ecke gerückt. Daran haben aber auch die Demokraten selbst Schuld, da sie durch ihre zögerlichen Hin-und Her Taktik und ihre fehlende Konsequenz in vielen Angelegenheiten bzw. ihr "Umfallen" den Republikanern diesen Trumpf in die Hand gespielt haben.

Ich glaube das amerikanische Wesen ist eher: Horatio Alger und der American Way. Das hat weniger mit Fortschritt zu tun (denn die Amerikaner sind an zivilisatorischen Maßstäben gemessen eher rückschrittlich), sondern mit Pragmatismus pur. Dazu kommt noch ein seit dem 2. Weltkrieg wachsenser Egoismus und Nationalismus/Chauvinismus.

Ich glaube weniger an ein Zusammengehen von Obama und Clinton, da es schon immer das Problem der "Linken" in den USA war - wie fast überall auf der Welt - dass sie untereinander sehr stark zerstritten sind und sich eher selber bekämpfen statt den politischen Gegner. Aber das liegt, glaube ich, an den Grundproblem zwischen Links und Rechts. Die Rechten sind ja prinzipiell fast immer nur gegen etwas (da ist man sich leicht einig) bzw. wollen althergebrachtes bewahren, am liebsten stillstehen (sagt ja schon das Wort: konservativ = conservare = bewahren) - und die Linken streben prinzipiell nach einer Weiterentwicklung und Verbesserung der Gesellschaft. Da man hierbei natürlich neue Gedanken und Prinzipien entwickeln muss, gibt es auch viel mehr verschiedene (oft auch: falsche) Ansichten und mehr unterschiedliche Meinungen, also mehr Streit. Da sich Geschichte aber stets weiterentwickelt und im stetigen Fluss befindet, eine Evolution der Werte stattfindet, gibt es kein Stillstehen bzw. bewahren. Würde man so denken (überspitzt gesagt), wären wir immernoch auf dem Stand von 1750 - was das bedeuten würde, wär ja klar.

kojibroj hat geschrieben:Den die menschen Entscheiden nicht nach eigenem Ernessen. Das denkt nur der Mensch. Die Menschen machen nur nach dass was sie von anderen lernen. Der ander lernt aus mehr Sichten.

Ich hab den Satz jetzt mehrmals gelesen und werd immernoch nicht draus schlau :wink:. Was meinst Du denn überhaupt?

Was hat denn das alles mit Borat zu tun? Das die US Amerikaner für mich Rassisten sind bzw. rassistisches Gedankengut an den Tag legen und sich geistig, sowie politisch, irgendwo im Europa des 18. / 19. Jahrhunderts bewegen ist ja kein Geheimnis :D. Naja, es gibt auch cosmopolitische US Amerikaner, aber die bilden eine verschwindend kleine Minderheit im Gegensatz zum Rest. Das einzig europäisch denkende und uns (Europa) relativ bis fast gleiche Land auf dem nordamerikanischen Kontinent ist Canada, welches von den US Amerikanern als "kleiner, behinderter Bruder" gesehen wird. Das sagt für mich schon alles.

» Midgaardslang » Beiträge: 4261 » Talkpoints: 4,81 » Auszeichnung für 4000 Beiträge

Zuletzt geändert von Midgaardslang am 25.07.2007, 17:41, insgesamt 1-mal geändert.

Ich fand diese youtube Aktion ziemlich gut(habs heute morgen in den Nachrichten gesehen) und würde mich freuen wenn man so etwas bei der nächsten Wahl in Deutschland auch machen könnte

» ma!k » Beiträge: 30 » Talkpoints: 0,87 »



Das wirst Du hier nicht erleben, die Europäer/Deutschen sind meiner Meinung nach einfach nicht so plump wie die Amis, daher würden sie auch wesentlich komplexere Fragen mit einem höheren Anspruch stellen, die man auch weitaus schwieriger beantworten kann. Da braucht die Antwort auf 3 gut gestellte und formulierte Fragen dann schon die ganze Sendezeit.

@Midgaardslang
Naja, aber aus dem Grund werden die Linken nie die Mehrheit bekommen, weil die meisten Menschen sich eben einen Stillstand wünschen, so nach dem Motto: "Ich bin ganz froh, wenn es so bleibt.". Und viele haben Angst vor irgendwelchen Auswrikungen, die sich dann ergeben würden, denn Fortschritt/Evolution bedeutet ja auch immer wieder, dass man sich selber neu finden muss und neue Antworten auf neue Fragen. Und der Mensch ist eben ein Gewohnheitstier. Mal abgesehen davon, dass man ja vorher nie so 100%ig weiß, ob es auch ein echter Fortschritt ist. Da ist "konservieren" schon leichter, oder noch besser: So wie die es am ganz rechten Rand fordern, statt stillstehen ganz zurückdrehen, weil beim Kaiser und beim Adolf "sah es ja noch am besten für uns aus", also für die Deutschen. Da wußte man, woran man war - einfache, schnöde "Wahrheiten" (*lach*), und der Staat nimmt einem alles ab (Denken, Handeln usw.)
Langsam wird`s doch OT :D :D :D.

Ich habs auch gesehen, war ja wie die Kinderfragestunde im Landtag :D.

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» Subbotnik » Beiträge: 9374 » Talkpoints: 7,45 » Auszeichnung für 9000 Beiträge

Zuletzt geändert von Subbotnik am 25.07.2007, 17:50, insgesamt 1-mal geändert.

Ja außerdem war das ja nur ein riesen Medienspektakel und eine super Werbung für Youtube. Hinter Youtube steht ja Google und wahrscheinlich haben die eine riesige Wahlkampfspende an die demokratische Partei gegeben.

Hier in Deutschland ist der Wahlkampf dann doch noch mehr sachlicher.

Dass man den Wähler einbeziehen will find ich generell eine gute Sache. Aber man kann doch auch ganz einfach eine Art Gästebuch im Internet eröffnen wo jeder seine Fragen reinschreiben kann und die besten oder vernünftigsten werden dann von einer Jury ausgesucht und in einer Diskussionsrunde gestellt.

Aber diese Veranstaltung ist ja noch nicht der eigentliche Präsidentschaftswahlmkampf sondern nur der innerparteiliche Wahlkampf der Demokraten bei dem es darum geht einen Kandidaten zu wählen. so etwas gibt es hier in Deutschland ja auch gar nicht.

» Jack R » Beiträge: 1038 » Talkpoints: 49,43 » Auszeichnung für 1000 Beiträge


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