Beim Kochen weinen

vom 18.07.2008, 11:08 Uhr

Habt ihr auch schon beim Kochen vor Freude oder Trauer weinen müssen wenn die Kartoffeln nach langer Zeit endlich fertig waren? Oder die Klöße endlich nach oben schwammen? Oder das Steak endlich goldbraun war? Da können einem ja wahrlich Freudentränen über die rosigen Bäckchen laufen wenn es dann endlich soweit ist. So schön wie Weihnachten ist auch jedesmal Orangen schälen oder Töpfe schrubben.

Oder die traurigen Momente wenn die Pommes verbrutzelten oder die Lammschulter im Ofen immer schwärzer wurde? Auch hier wird man oft hart geprüft vom Herd und vom Leben. Welche Erfahrungen habt ihr denn gesammelt? Weint ihr auch vor Freude oder Trauer beim Kochen?

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» Subbotnik » Beiträge: 9374 » Talkpoints: 7,45 » Auszeichnung für 9000 Beiträge



Ich habe sicherlich im ganzen Leben noch nie über einen gelungenen Braten, noch über angebranntes Essen geweint und werde das ganz sicher auch nicht tun. Selbst bei der Herstellung von Geburtstagstorten kann ich mir die Tränen noch verkneifen. Im Gegenteil sitze ich gerade hier und lach mich halb unter den Tisch über Deinen Beitrag. Das meinst Du nicht wirklich ernst, oder? :lol:

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» Zwieback » Beiträge: 722 » Talkpoints: 20,00 » Auszeichnung für 500 Beiträge


Also geweint habe ich noch nie, außer natürlich beim Zwiebel schneiden, aber dafür habe ich schon einige extreme Gefühlsausbrüche in der Küche erlebt.

Wenn etwas misslingt, oder wenn ich die Vorahnung habe dass ein Gericht misslingen könnte, weil irgendwie so gar nichts klappen will, kann ich unglaublich zickig und gereizt werden. Da hilft nur Tür zu und mich in Ruhe lassen, damit ich meine Aggressionen nicht an meinen Mitmenschen auslassen kann, sondern nur kräftig mit dem Kochgeschirr rumscheppere. Manchmal mache ich mir auch völlig umsonst einen Kopf, weil die Muffins hinterher doch total lecker schmecken, auch wenn sie halt etwas dunkler geworden sind.

Ein besonders denkwürdiges Kocherlebnis war einmal ein Weihnachtsbraten: eine französische Brassiere-Ente, die entsprechend den Gepflogenheiten ihres Heimatlandes nicht ausgenommen war. Das Viech vorzubereiten glich einem Massaker wie im Horrorfilm. Ich musste u.a. die Lunge herausholen, und dabei schwappte auch ein dicker Blutschwall heraus. Gerupft war der Vogel auch nur oberflächlich, so dass ich noch geraume Zeit mit der Pinzette an seinem Fell herumzupfen musste, bis er einigermaßen vorzeigbar aussah.

Anfangs habe ich mich natürlich tierisch aufgeregt und laut herumgeflucht und war schon kurz davor, das Tier aus dem Fenster zu werfen (geöffnet hatte ich es immerhin schon). Aber dann wurde die Situation einfach so skurril, vor allem als das Blutbad losging, dass ich doch lieber 'nur' in hysterische Lachkrämpfe verfallen bin.

Der fertige Braten war dann übrigens sehr lecker, aber an dem Tag habe ich mir geschworen nie wieder Ente zu machen.

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» misspider » Beiträge: 1976 » Talkpoints: 8,11 » Auszeichnung für 1000 Beiträge



Nein, geweint habe ich noch nie, aber geflucht schon ab und an, wenn ich tatsächlich einmal den Reis auf dem Herd habe stehen lassen oder etwas anderes schief gelaufen ist. Leider bin ich nicht die geborene Köchin und lasse des Öfteren etwas anbrennen. :lol:

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» netti78 » Beiträge: 3224 » Talkpoints: 14,35 » Auszeichnung für 3000 Beiträge



Subbotnik hat geschrieben:Welche Erfahrungen habt ihr denn gesammelt? Weint ihr auch vor Freude oder Trauer beim Kochen?

Endlich darf ich hier mal meine Meinung und Erfahrungen niederschreiben. Ich kenne sie alle: die Tränen der Freude über den ersten gelungen Hefeteig, die Tränen der Scham als die begeisterten Kuchenesser erfuhren, dass dieser nur mit Hilfe einer Küchenmaschine gelungen ist.

Die Tränen der Wut darüber, dass fix-Gerichte nur selten fixer sind als die altmodische Herstellung, und die Tränen der Reue, weil eben jene Gerichte manchmal doch so super praktisch sind. Ich könnte ganze Romane drüber schreiben, würde ich nicht gerade jetzt von Tränen der Rührung überwältigt. :wink:

» JotJot » Beiträge: 14093 » Talkpoints: 13,28 » Auszeichnung für 14000 Beiträge


Ich muss in der Küche höchstens dann weinen, wenn ich den Zwiebeln zu Leibe rücke, wobei das nichts mit Freude oder Trauer zu tun hat sondern einfach mit dem Zwiebelsaft der ein wenig reizen kann. Abgesehen davon finde ich Tränen in der Küche total befremdlich und wenig nachvollziehbar. Es ist doch nur Essen und selbst wenn mal was misslingt ist das noch lange kein Weltuntergang. Ich definiere mich nicht über die Perfektion in der Küche.

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» Täubchen » Beiträge: 33313 » Talkpoints: -0,26 » Auszeichnung für 33000 Beiträge


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