Mutter erzählt alles Gesagte immer sofort dem Vater

vom 07.10.2014, 12:49 Uhr

Das Verhältnis mit meiner Mutter ist immer sehr schwer, da ich ihr einfach noch nie etwas anvertrauen konnte. Meine Mutter ist ohnehin nicht gerade die feinfühligste Person und auch dann, wenn ich mich dazu durchringen kann, ihr etwas zu erzählen, was mir auf dem Herzen liegt, weiß ich in dem Moment auch schon, dass das Geheimnis nicht gut aufgehoben bei ihr ist. Sie erzählt generell alles, was ich ihr sage, meinem Vater. Ich kann ihr einfach rein gar nichts im Vertrauen erzählen, da es fünf Minuten später mein Vater weiß.

Es müssen jedoch nicht einmal Geheimnisse sein, die ich meiner Mutter erzähle, sondern es kann sich auch um irgendwelche scheinbar unwichtige Informationen handeln oder einfach Sachen, die ich über den Tag erlebt habe. Trotzdem kann ich meine Hand dafür ins Feuer legen, dass sie das gleich meinem Vater erzählt, auch wenn ich noch so oft betone, dass sie das für sich behalten soll. Das scheint sie jedoch immer völlig zu ignorieren.

Oftmals erzähle ich meiner Mutter etwas im "Vertrauen", wobei ich dann fünf Minuten später einen riesigen Aufstand aus dem Wohnzimmer hören kann. In so einem Fall weiß ich dann immer, dass meine Mutter das schon wieder meinem Vater erzählt hat. Da er ein extrem cholerischer Mensch ist, rastet er dann natürlich immer völlig aus, obwohl er gar nicht richtig weiß, worum es geht. Trotzdem gibt es dann immer einen richtigen Familienstreit, der sich am besten noch über mehrere Stunden erstreckt.

Auch wenn es nicht zum Streit kommt, so höre ich dann trotzdem immer, wie die beiden über mich diskutieren, wenn ich auf Toilette gehe. Es scheint, als würden sie jedes meiner Worte sofort ausdiskutieren müssen. Dabei denke ich, dass meiner Mutter wohl einfach nur schrecklich langweilig sein muss, dass sie immer alles weiter erzählt. Immerhin ist sie Hausfrau und sitzt die meiste Zeit zu Hause, wobei sie und mein Vater nun auch keine richtigen Hobbys haben. Somit sitzen sie dann immer am Nachmittag zusammen und diskutieren stundenlang über mich und über andere Menschen.

Mittlerweile habe ich für mich beschlossen, dass ich mit meiner Mutter einfach rein gar nichts mehr reden werde. Es hat doch keinen Sinn, ihr etwas zu erzählen, wenn das gleich in den nächsten fünf Minuten mein Vater zu hören bekommt, der sich dann schrecklich über mich aufregt und einen Streit provoziert. Dabei kann es sich auch um völlig harmlose Dinge handeln, wie dass ich mir etwas neues gekauft habe. Die beiden finden immer einen Grund zur Diskussion.

Ist es sinnvoll, nur das nötigste mit der Mutter zu reden, obwohl man mit ihr gemeinsam unter einem Dach wohnt oder wird die Situation dadurch nur noch schlimmer?

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» Prinzessin_90 » Beiträge: 31524 » Talkpoints: 67,38 » Auszeichnung für 31000 Beiträge



Mensch Prinzessin_90, du wunderst dich, dass du behandelt wirst wie ein Kind zu hause und benimmst dich wie ein Kind. Du bist 24, wie in einem anderen Thread erwähnt wurde und da solltest du erwachsen genug sein zu wissen, wie du dich einem Menschen gegenüber verhalten solltest, der nichts bei sich behalten kann, was du ihm anvertraust.

Auch hier kann ich nur sagen "Zieh aus und zwar so schnell wie möglich". Es gibt aber immer Ausreden von dir, warum das nicht geht und ich sage mir, dass es immer geht, wenn man nur will. Erzähle deiner Mutter nichts mehr und halte dich einfach mit Aussagen zurück. Suche dir eine Wohnung und verschwinde. Ich weiß nicht wie viele Threads du schon über dein zuhause geschrieben hast und geschrieben hast wie schlimm es ist. Ziehe die Konsequenzen und zieh aus.

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» Diamante » Beiträge: 41755 » Talkpoints: 152,97 » Auszeichnung für 41000 Beiträge


Versetze dich mal einen Augenblick in die Rolle deiner Mutter. Ich kenne sie nicht und deinen Vater auch nicht. Aber ich vermute einfach mal ins Blaue hinein, dass das Eheleben mit einem Choleriker alles andere als einfach und angenehm sein dürfte. Meiner Ansicht nach ist hier vermutlich weniger dein Problem deine Mutter, sondern dein Vater. Hast du schon einmal überlegt, warum sie ihm alles erzählt? Vielleicht hat sie einfach Angst, dass er ausrastet, wenn sie es ihm nicht alles haarklein berichtet?

So komisch das für ein Kind sein mag, auch Eltern sind nicht unendlich stark und unverwundbar. Vielleicht würde sie die Vertraulichkeiten auch lieber behalten und nicht erzählen. Wer weiß, was sie erlebt, wenn du nicht da bist und sie ihm nicht loyal ist oder er ihr Verhalten als nicht loyal interpretiert?

Ausziehen geht anscheinend ja nicht, auch wenn das die einfachste Lösung wäre. Wenn man studiert ist das ja nicht so einfach, wenn erschwinglicher Wohnraum so knapp ist. Aber ich würde einfach in Gegenwart beider Eltern eine Ansage machen, dass ich nun erwachsen bin und einige Dinge als Privatleben sehe und nicht mehr alles erzählen werde. Wichtig finde ich da, das beiden Eltern gleichzeitig ins Gesicht zu sagen und zwar ohne die Mutter vorzuwarnen.

Vielleicht solltest du als junge und erwachsene Frau ja auch mal deine Mutter einfühlsam fragen, warum sie sich so verhält. Vielleicht kann sie dir das ja erklären. Mache ihr dabei aber keine Vorwürfe, sondern versuche heraus zu finden, wie du ihr vielleicht helfen kannst. Ich gehe nämlich aus meiner Sicht als Mutter schon davon aus, dass es nicht unwahrscheinlich ist, dass sie unglücklich ist.

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» trüffelsucher » Beiträge: 12294 » Talkpoints: 36,62 » Auszeichnung für 12000 Beiträge



Als ich den Thread las fühlte ich mich irgendwie an meine Eltern erinnert, nur mit dem Unterschied dass mein Vater kein Choleriker ist und nicht ausrastet wegen jeder Kleinigkeit.

Als ich als Teenager versucht habe eine normale Beziehung zu meiner Mutter aufzubauen hatte ich dasselbe Problem. Es war egal, was ich ihr gesagt habe, sie rannte immer sofort zu meinem Vater um es ihm zu berichten. Dabei war sie immer so taktvoll und hat es ihm so gesagt, dass ich es direkt mitbekomme und hatte nicht einmal den Anstand zu warten bis ich im Bett bin oder unterwegs. Oft war es so, dass ich den Satz gerade beendet hatte, als sie auch schon seinen Namen rief oder aber direkt zu ihm hinlief um ihm die brandneuen Neuigkeiten zu berichten. Meine Mutter kann wirklich absolut gar nichts für sich behalten und als ich sie mal darauf ansprach, meinte sie, es wäre doch nur mein Vater dem sie das erzählt, angeblich niemand weiteres sonst. Oft kam es auch vor, dass ich ihr etwas erzählte und später beim Abendessen sie direkt neben mir saß und alles haarklein weiter tratschte und alle anwesenden Personen es mitbekamen.

Dieses Verhalten änderte sich auch nicht, als ich schon einige Monate nicht mehr zu Hause wohnte, sodass ich immer weiter den Kontakt einschränkte und ihr auch gar nichts mehr erzählte. Das Problem ist nur, dass meine Mutter zu Überinterpretationen neigt und das dann weitererzählt. Ich hatte irgendwann die Schnauze voll von den negativen Gerüchten, die sie erzählt.

Ich kann mich den Vorrednern nur anschließen. Ich finde, es ist Zeit, dass du ausziehst. Vielleicht kommst du ja vorübergehend bei deinem Freund unter? Soweit ich mich entsinne, hat er eine eigene Wohnung und du arbeitest parallel zum Studium. Da könntest du auch Hilfe beantragen, beispielsweise Wohngeld, auch wenn das nicht viel ist. Anspruch auf Arbeitslosengeld II hast du laut Gesetz nicht, da du offiziell in einer Ausbildung (Studium) bist. Ich glaube, du hast einfach viel zu viel Angst, dass deine Eltern dich weniger lieben könnten, wenn du jetzt ausziehst und machst dein Selbstwertgefühl von ihrer Reaktion dir gegenüber abhängig. Wag es einfach und zieh aus, du wirst sehen es ist weniger schlimm als befürchtet. Ich wohne mittlerweile 5 Jahre nicht mehr zu Hause und ich finde es toll.

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» Olly173 » Beiträge: 14702 » Talkpoints: -1,38 » Auszeichnung für 14000 Beiträge



Ich bleibe bei meiner Meinung, dass du das mit deiner Mutter direkt klären solltest. Ein Auszug ist nicht die Lösung für alles, dadurch hast du dich nicht durchgesetzt und im Konflikt nicht gewonnen. Such das Gespräch mit deiner Mutter und sag ihr, dass du es nicht okay findest, wenn sie alles an deinen Vater weitertratscht. Sag ihr, dass eine vertrauensvolle Beziehung so nicht mehr möglich ist und dass du überlegst, ob du ihr überhaupt noch etwas sagst.

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» ninjafan » Beiträge: 1456 » Talkpoints: -0,16 » Auszeichnung für 1000 Beiträge


Eine logische Konsequenz wäre es ja nun, das Gespräch eher auf ein geringes Level zu bringen und nur das Notwendige oder Oberflächliches zu berichten. Sicher wird die Mutter in dem Fall dann vermutlich auch fragen, was los sei und sich dann irgendwie fragen oder nach den Berichten Deinerseits fragen. Bei einer ehrlichen Antwort wird sie wohl traurig reagieren und Dir Vorwürfe machen, aber meine Güte, wenn man nichts für sich behalten mag, dann frage ich mich, weshalb sie dies tut. Immerhin ist ein solches Verhalten leider ein Missbrauch eines Vertrauens.

Hier berichteten einige, dass nach einem Auszug aus dem Elternhaus sich das Verhältnis verbessert habe. Aber das muss dann sowieso individuell betrachtet werden. Aber ich denke auch, für Dich und Dein Seelenleben wäre ein Auszug doch das Beste. Die Umstellung wird schon nicht einfach werden, vielleicht hängst Du auch sehr an Deinen Eltern, trotz der Kontrolle und des Ärgers, aber ich denke, das würde sich doch irgendwie geben.

Auf Dauer wird es aber nicht funktionieren, zumal Ihr scheinbar ja Euch nicht aus dem Wege gehen könnt. Du musst für Dich selbst Konsequenzen ziehen und diese auch wirklich umsetzen, wenn Du die Situation des Weitererzählens und die cholerischen Ausbrüche nicht weiter akzeptieren und ertragen magst oder auch kannst.

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» *steph* » Beiträge: 18520 » Talkpoints: 47,30 » Auszeichnung für 18000 Beiträge


Mach es anders herum und erzähle einfach alles gleich deinem Vater. Das machst du eine Woche lang und wenn sie dann kommt und fragt, warum du nicht zu ihr kommst, kannst du die Sache klären. Du kannst sagen, dass das nicht so weiter geht. Vielleicht hilft ja diese Paradoxe Intervention (scheinbar widersprüchliches Verhalten) bei deiner Mutter.

Ansonsten bleibt dir wohl nichts anderes mehr übrig, als deiner Mutter nichts mehr zu erzählen und dann schlussendlich auszuziehen. Wenn dein Nick deinem Alter entspricht, dürftest du ja langsam aber sicher im Alter und auch in der Lage sein, auszuziehen, oder? Es kann nur besser werden, wenn du dir ein eigenes Heim suchst, wenn du so unzufrieden mit der gesamten Familiensituation bist.

Deine Mutter ist nun einmal so, wie sie ist, und wird sich wahrscheinlich auch nicht mehr ändern, weil sie ein Leben lang schon so gelebt hat. Es ist sehr schwierig, einem Menschen in einem bestimmten Alter ein ewig angewandtes Verhalten abzugewöhnen.

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» nordseekrabbe » Beiträge: 8553 » Talkpoints: 61,70 » Auszeichnung für 8000 Beiträge



trüffelsucher hat geschrieben:Hast du schon einmal überlegt, warum sie ihm alles erzählt? Vielleicht hat sie einfach Angst, dass er ausrastet, wenn sie es ihm nicht alles haarklein berichtet?

Das ist ein sehr interessanter Gedankengang wie ich finde. Da könnte doch tatsächlich was dran sein. Wenn ich es recht bedenke, ist die Mutter Hausfrau ohne großartige soziale Kontakte. Sie ist also finanziell abhängig von ihrem Mann und wenn er tatsächlich Choleriker ist, ist möglicherweise auch eine emotionale oder psychische Abhängigkeit vorhanden. Hinzu kommt, dass sie gebürtig aus dem Ausland stammt und sich vielleicht nicht zutraut in der Fremde alleine klarzukommen, fernab von der restlichen Verwandtschaft.

Da kann es natürlich sein, dass sie quasi im vorauseilenden Gehorsam alles dem Mann erzählt, um sich mit ihm gut zu stellen. Wir wissen auch nicht, wie er mit ihr umgeht und das Kind bekommt nichts davon mit. Wie dem auch sei, muss man da für sich die Konsequenzen draus ziehen.

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» Täubchen » Beiträge: 32724 » Talkpoints: 0,13 » Auszeichnung für 32000 Beiträge


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