Sind Metastasen auf jeden Fall ein Todesurteil?
Mein Onkel hat heute die Diagnose bösartiger Parotistumor bekommen und er wird am Montag operiert. Wir hoffen natürlich alle, dass noch keine Metastasen entstanden sind. Ich habe schon oft gehört, dass Metastasen schon sehr schlimm sind und das ein Zeichen dafür ist, dass der Krebs schon gestreut hat. Ich habe auch gelesen, dass dann nicht mehr groß behandelt oder operiert wird und auch die Bestrahlungen und die Chemo nichts mehr bringen.
Sind Metastasen auf jeden Fall ein Todesurteil? Oder könnte man auch jede Tochtergeschwulst operieren? Oder ist das nicht machbar, dass man schon gestreuten Krebs operieren kann? Was machen die Ärzte, wenn sie sehen, dass der Krebs Metastasen gebildet hat?
Nein sind sie nicht, wobei sie es nicht gerade einfacher machen. Wenn der Krebs allerdings in die Lunge gestreut hat ist das ein sehr schlechtes Zeichen. Es gibt leider auch Bereiche, bei denen die Metastasen dann immer weiter verteilt werden und man nichts mehr machen kann. Dennoch gibt es auch Metastasen, die man mit behandeln kann und dann eben auch bestrahlt. Hoffnungslos sollte man das alles also nicht sehen und auf das hören, was der Arzt in dem Fall sagt, es ist ja auch jeder Patient ein bisschen anders.
Gerade bei Krankheiten wie Krebs sollte man mit Statistiken, Prognosen und vorschnellen Todesurteilen sehr vorsichtig sein. Die Behandlungsmethoden entwickeln sich immer weiter, jeder Patient reagiert anders, und selbst wenn eine vollständige Heilung nicht mehr möglich ist, so gelingt es doch immer wieder, zumindest den Fortschritt der Krankheit zu verlangsamen oder zu stoppen.
Wenn sich Metastasen gebildet haben, spricht man davon, dass der Krebs schon gestreut hat, also nicht mehr auf ein Organ oder Körperteil beschränkt ist. Das ist natürlich nicht ideal und macht die Behandlung schwieriger. Man kann ja leider die befallenen Teile nicht einfach herausschneiden, weil ab einem gewissen Stadium schon Krebszellen lose und unsichtbar im Körper herumwandern und andere Organe befallen können. Das funktioniert nur dann, wenn der Krebs noch nicht gestreut hat, und auch dann natürlich nicht immer. Und es nützt natürlich nichts, wenn man eine Tochtergeschwulst entfernt, den Patienten den Strapazen einer OP unterzieht und genau weiß, dass die Metastasen wiederkommen werden.
Aber mit Bestrahlung und Chemotherapie lässt sich in vielen Fällen doch noch einiges herausreißen. Meiner Erfahrung nach ist es nicht üblich, "nicht mehr groß zu behandeln", wenn Krebserkrankungen schon fortgeschritten sind. Es hängt natürlich vom Alter und Gesundheitszustand des Patienten ab. In der Regel wird auch die Lebensqualität des Patienten mit berücksichtigt.
Um es unverblümt zu sagen: Wenn jemand 85 Jahre alt, herzkrank und bettlägrig ist, geht es bei der Behandlung eher darum, die Symptome zu lindern und dem Betroffenen ein möglichst langes und angenehmes Leben zu ermöglichen. Die Hammer-Chemo, bei der die Behandelten wochenlang leiden wie die Hunde, wird dann natürlich nicht mehr ausgepackt. Aber das heißt noch lange nicht, dass man sofort die Hände in den Schoß legt.
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