Welche Therapie darf ein HNO-Arzt verordnen?
Heutzutage bekommen ja viele Kinder irgendwelche Therapien und gehen regelmäßig zum Ergotherapeuten oder Logopäden. Oftmals werden diese Therapien ja durch den Kinderarzt oder das SPZ verschrieben.
Nun kenne ich mehrere Fälle, in denen man mit seinem Kind bei einem Hals-Nasen-Ohren-Arzt vorstellig war, weil man vermutet hat, dass das Kind schlecht hört und deshalb unkonzentriert wirkt oder eben schlecht spricht. Ist auch irgendwie logisch, das Gehör erst mal abzuklären.
Oft kam vom HNO-Arzt dann die Rückmeldung, dass kein haben eine Aufmerksamkeitsstörung und hört sehr gut, man solle deshalb zur Ergotherapie gehen. Der HNO-Arzt erklärte wohl auch genau, wie er sich die Behandlung vorstellt. Als die Mutter dann um eine Verordnung bat, sagte der HNO-Arzt, dass er keine Therapien verordnen darf. Die Mutter soll deswegen zum Kinderarzt. Dieser aber sagt, wenn der Fachkollege das für nötig befindet, soll der die Therapie verschreiben.
Ähnlich erging es einer anderen Mutter. Das Kind hört ebenfalls sehr gut und der HNO-Arzt konnte keine Probleme mit dem Gehör feststellen. Die schlechte Sprache das Kindes soll durch einen Logopäden behandelt werden. Auch hier kam die Auskunft, dass man keine Logopädie verschreiben darf.
Welche Therapien darf aber nun ein HNO-Arzt verordnen? Immerhin rät er ja eindeutig zu den Therapien, müsste er diese nicht nicht auch verordnen? Oder muss man wirklich immer dann zurück zum Kinderarzt, der sich das auch noch mal ansieht oder eben auf den Rat des Fachkollegen hört und eine Verordnung ausstellt?
HNO-Ärzte dürfen Logopädie verschreiben, Ergotherapie dagegen nicht. Aber Sie haben auch für die Verordnung von Heilmitteln/-behandlungen ein Budget und geben daher gerne an andere ab, um das eigene Budget nicht zu überschreiten. Dem Kinderarzt geht es aber auch nicht anders, also verweist dieser an den HNO-Arzt, der die Maßnahme für sinnvoll hält.
Ich kann das bestätigen. Auch meine Freundin hatte von HNO-Arzt ihrer Tochter den Hinweis bekommen, eine Ergotherapie wäre wirklich sinnvoll. Sie hat sich dann weiter erkundigt und fand die Idee selbst für ihr Kind nicht schlecht. Aber der HNO-Arzt durfte auch keine Verordnung erstellen. Ich denke weil kein Zusammenhang direkt zwischen dem Fachbereich und der Therapieform besteht. Ich erinnere mich deshalb noch daran, weil sie damals wutentbrannt den Kinderarzt wechselte, weil dieser keine Anstalten machte, dem Kind die Ergotherapie zu verschreiben, die übrigens letztlich wirklich Erfolg gebracht hat.
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