Diabetes als sehr schwere Behinderung empfinden

vom 24.08.2014, 21:48 Uhr

Die Schwester eines Arbeitskollegen hat im letzten Jahr ihr drittes Kind bekommen. Während der Schwangerschaft wurde Diabetes festgestellt. Etwas, was bei Schwangerschaften durchaus mal vorkommen kann und meistens hat sich das Thema nach der Schwangerschaft auch erledigt. Man nennt das auch Schwangerschaftsdiabetes.

Nun war aber wohl bei der Schwester meines Arbeitskollegen bald klar, dass das kein reiner Schwangerschaftsdiabetes ist, sondern ein Diabetes Typ 2, der mit Insulin behandelt werden muss, auch nach der Schwangerschaft.

Seit dem dreht sich scheinbar alles nur noch um die Diabetes-Erkrankung der Schwester meines Arbeitskollegen. Sie erzählt überall wie lebensgefährlich die Erkrankung ist und das sie beinahe daran gestorben wäre. Was noch dazu besonders schlimm gewesen ist, dass sie eben schwanger war. Nun sei sie an einer unheilbaren Erkrankung erkrankt und damit ja nun schwerst behindert.

Die Erkrankung ist Non-Stop Thema. Nur der beste Arzt darf behandeln, es wird als großes Problem dargestellt an die Medikamente zu kommen, immer und jederzeit ist alles zu der Erkrankung Thema. Ob beim Essen der Familien, wie auch so. Das Kind ist nun schon knapp ein Jahr alt und die Werte sind immer noch nicht richtig eingestellt.

Diabetes ist ja heutzutage behandelbar. Auch Insulin sollte mit keinem wirklichem Aufwand fast immer zu bekommen sein. Zu Fachärzten muss man auch keine Weltreise mehr machen, die gibt es mittlerweile in Ballungszentren doch recht häufig.

Denkt ihr Diabetes ist eine solch schlimme Behinderung, dass man sich nun nur noch bedauern muss und pausenlos davon sprechen muss, dass man ja nun lebensgefährlich erkrankt ist? Oder unterschätze ich nur die Gefahr, die bei einer Diabetes Erkrankung besteht?

» Fugasi » Beiträge: 1877 » Talkpoints: 1,33 » Auszeichnung für 1000 Beiträge



Am Anfang, wenn die Erkrankung recht frisch festgestellt wurde, ist sie natürlich erst einmal Thema Nummer 1. Aber irgendwann muss man sich damit abfinden. Ich selbst habe ebenfalls eine Diagnose bekommen, die mich momentan immer noch mitnimmt, aber sie bestimmt nicht mehr mein Leben. Das würde ich auch nicht mehr zulassen wollen. Wenn man im Freundeskreis und woanders auch ständig von der Erkrankung spricht, kann man sein Umfeld nerven und dadurch auch Kontakte verlieren.

Die Schwester des Arbeitskollegen sollte vielleicht anfangen, das Thema für sich aufzuarbeiten. Dass die Medikamente nicht richtig eingestellt sind, ist natürlich doof, aber immer auf der Lebensgefährlichkeit einer Erkrankung hinzuweisen, die man in den Griff bekommen kann, ist auch unnötig. Stattdessen muss man wirklich mitarbeiten. Diabetes birgt Gefahren, andere Erkrankungen auch. Ich würde als Familienmitglied auch irgendwann abblocken, wenn immer nur Diabetes das Gesprächsthema ist.

Hat die Gute sonst nichts mehr zu bereden, als diese Erkrankung? Wenn nicht, dann sollte sie sich vielleicht doch in psychotherapeutische Hilfe begeben, weil man sollte sich nie komplett der Erkrankung hingeben und auch noch versuchen ein Leben zu meistern, ich weiß wie schwer das fallen kann, aber es muss sein. Ich sehe nun kein großes Problem in der Diabetes, das Problem macht die Frau sich eindeutig selbst. Ob man mit Diabetes nun schwerbehindert ist, ist so eine Sache. So wie es sich anhört, scheint es jedoch nicht ganz so schlimm zu sein. Die Frau muss einfach lernen mit der Erkrankung klarzukommen.

» Wibbeldribbel » Beiträge: 12618 » Talkpoints: 5,12 » Auszeichnung für 12000 Beiträge


Diabetes ist schon eine ziemlich schwerwiegende Erkrankung, wenn sie nicht behandelt wird. Aber so war es doch bei der Schwester des Arbeitskollegen nicht. Bei ihr wurde die Erkrankung doch bei der Schwangerschaft festgestellt und direkt behandelt, darum sehe ich jetzt nicht so ein Problem in der Geschichte. Dass eine Erkrankung am Anfang erst mal sehr schwer zu verdauen ist, das verstehe ich schon gut. So sehe ich es auch ein, dass man erst mal viel darüber spricht. Jeder reagiert eben anders bei einer solchen Diagnose. Mancher redet dann gerne darüber und andere ziehen sich in ihr Schneckenhaus zurück.

Das muss man dann jedem zugestehen, selber zu entscheiden, wie er mit einer Diagnose zurecht kommt. Diabetes ist ja immerhin auch eine Erkrankung, bei der man das Leben ganz schön umkrempeln muss, wenn man immer wieder messen und spritzen muss. Dass es nun schon über ein Jahr dauert und die Erkrankung noch immer jede Gesprächsrunde bestimmt, das finde ich allerdings auch zu viel.

» Barbara Ann » Beiträge: 28946 » Talkpoints: 58,66 » Auszeichnung für 28000 Beiträge



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