Medikamenten-Skandal wie Contergan auch heute noch möglich?
Mitauslöser für die Gründung der Aktion Sorgenkind/Mensch war der Contergan-Skandal. Dieses Schlafmittel hatte viele Familien ins Unglück gestürzt, deren Kinder missgebildet zur Welt kamen.
Beitrag eines Users. Diese Kinder leiden noch heute unter den Folgen. Der Staat zahlt ihnen eine Rente, obwohl es eigentlich eine moralische Verpflichtung der Herstellerfirma dieses damaligen Medikamentes ist. Ich weiß nicht, warum das Medikament solche Nebenwirkungen hatte, wie es dazu kam.
Aber es wäre interessant zu erfahren, ob es auch heute noch möglich ist, dass ein Medikament solche gravierenden Nebenwirkungen haben kann? Damals war das Medikament rezeptfrei zu erhalten
Die Herstellung eines neuen Medikamentes bis zur Zulassung benötigt viele Jahre der Prüfung. Ob das damals nicht so streng genommen wurde, ist mir nicht bekannt. Skandale gibt es immer wieder und auch Medikamente werden zurückgenommen, wegen aufgetauchter Probleme. Nur so heftig, wie bei Contergan, waren wohl die bei Zulassung nicht bekannten Nebenwirkungen nicht, oder etwa doch? Besteht trotz sorgfältiger Prüfungen immer noch die Möglichkeit, dass sich ein solcher Fall wiederholen kann?
Ich kann es so genau gar nicht sagen, ob sich ein solcher Fall in der Art nochmal ereignen kann. Aber in dem Ausmaß denke ich eigentlich nicht, dass es möglich ist. Ich weiß nicht, wie es vor 50 Jahren war, aber heutzutage ist es so, dass ein Arzneimittel immer erst mal verschreibungspflichtig ist, wenn es neu auf den Markt kommt. Dann dauert es erst mal eine lange Zeit und viele Prüfungen werden gemacht, ob es das Medikament vielleicht auch in einer bestimmten Dosis und Menge ohne Rezept geben kann. Erst dann kann es ein Medikament ohne ein Rezept geben.
Ich kann mir eigentlich nicht vorstellen, dass das vor 50 Jahren schon so gemacht wurde, weil ich denke, dass derartige Problem während der Verschreibungspflicht festgestellt worden wären und dann das Mittel sicher nicht in großem Rahmen an Schwangere empfohlen worden wäre. Diesen Wirkstoff gibt es ja heute wieder auf dem Markt, weil er gegen eine bestimmte Form von Krebs hilft. Allerdings gibt es natürlich strenge Auflagen, was die Verordnung betrifft.
Es ist ja auch so, dass allgemein bei den meisten Arzneimitteln angegeben ist, dass Schwangere diese nur nach Rücksprache oder auch vorsichtshalber überhaupt nicht einnehmen sollen, weil keine Studien dafür vorliegen. Das wird damals vielleicht auch anders gewesen sein, wenn dieses Mittel extra für Schwangere empfohlen wurde. Ich würde also sagen, dass sich ein ähnlicher Skandal so nicht mehr ereignen kann.
Wenn du schreibst, dass es das Mittel auch heute gibt gegen eine Sorte von Krebs, dann hoffe ich nur, dass nicht noch weitere Nebenwirkungen bekannt werden. Denn im Internet habe ich gesehen, dass Thalidomid in den USA auch bei schweren Lepra-Formen eingesetzt wird. Aber das sind beides Krankheiten, wo man froh sein kann, überhaupt ein wirksames Mittel dagegen zu bekommen.
Ich habe auch gelesen, dass ein Mitarbeiter der Herstellerfirma seiner schwangeren Frau dieses Mittel als Schlafmittel mitgenommen hatte. Das Ergebnis war ein Kind ohne Ohren. Das erste Opfer von Contergan. Hätte man da nicht schon reagieren müssen? Dann wäre 10.000 Kindern viel Leid erspart geblieben.
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