Zwei Ebola-Erkrankte sollen in Hamburg versorgt werden

vom 29.07.2014, 20:50 Uhr

Hier schrieb ich schon über die Situation in Afrika. Nun haben sich auch die behandelnden Ärzte angesteckt. Es liegen für zwei Mitarbeiter der Gesundheitsbehörde Anfragen in Hamburg-Eppendorf in der Universitätsklinik vor, ob dort die Mitarbeiter betreut werden können. Die Anfrage kam von der Weltgesundheitsorganisation. Nun wartet die Universitätsklinik auf die Patienten aus Sierra Leone und Liberia.

In Hamburg sind alle Sicherheitsvorkehrungen getroffen worden. Ein Patient ist wohl noch nicht transportfähig. Bei dem anderen weiß man nicht, wann und ob er kommt. Es wären die ersten Ebola Erkrankten in Europa. Angeblich besteht jedoch keine Gefahr für Ansteckung oder eine Verbreitung der Seuche. Für hochansteckende Krankheiten hat die Universitätsklinik in Hamburg ein eigenes Zentrum, das mit dem Institut für Tropenmedizin zusammenarbeitet. Da niemand weiß, was bei Ebola-Patienten den Tod herbeiführt, kann auch niemand wissen, wie sinnvoll eine Verlegung eines an Ebola Erkrankten in ein anderes Land ist.

Sollten Patienten nach Hamburg kommen, werden sie isoliert untergebracht. Eine bessere Technik als in Hamburg gibt es nicht. Wie sich der Arzt infiziert haben könnte, ist auch in Hamburg ein Rätsel. Es gibt weder ein Heilmittel noch einen Impfstoff gegen Ebola. Interview. Welche Meinung habt ihr über die Aufnahme von Ebola-Kranken in der Hamburger Universitätsklinik Eppendorf?

Wie ich gerade gelesen habe, ist Sheik Umar Khan an Ebola verstorben. Er war ein Top-Virologe und hat sich intensiv mit der Eindämmung der Seuche beschäftigt. Das wurde um 21.58 Uhr als Schlagzeile der BILDZeitung bekannt gegeben. Der Sheik war wohl einer der Patienten, der in Hamburg Eppendorf behandelt werden sollte. Das könnt ihr auf dem Link im Thread nachlesen.

» Cid » Beiträge: 20027 » Talkpoints: -1,03 » Auszeichnung für 20000 Beiträge



Ich habe das auch gehört und ich weiß nicht, ob ich das wirklich gut heißen will. Es wurde zwar gesagt, dass die Vorkehrungen so gut getroffen sind, dass nichts nach Draußen gelangt, aber irgendwie kann ich das nicht glauben. Abwasser, Luft und alles soll gesondert gefiltert werden. Das ist bestimmt kein großes Problem. Aber die Menschen, die mit der Pflege vertraut werden brauchen doch nur einmal ein wenig unvorsichtig zu sein.

Ich hätte es besser gefunden, wenn deutsche gute Ärzte in das Gebiet geflogen wären und vor Ort helfen würden. Wenn die Ärzte, die hier freiwillig helfen das in den Seuchengebieten machen, können sie auch helfen. Warum man einen Virus um den Globus schicken muss, weiß ich nicht. Und der Virus ist ja nicht gerade ungefährlich. Ich hoffe, dass es sich noch anders überlegt wird.

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» Diamante » Beiträge: 41749 » Talkpoints: -4,74 » Auszeichnung für 41000 Beiträge


Ich habe da eigentlich wenig Bedenken. Okay, ich gebe zu, nicht gar keine, aber eben wenig. Die Technik ist bestimmt ausgezeichnet. Wenn etwas nach draußen dringt, dann aufgrund menschlichen Versagens.

Aber man muss auch mal sehen, dass sich die Ärzte in Hamburg nicht nur ganz anders um den Patienten kümmern könnten als die Ärzte in Sierra Leone. Sie könnten auch das Virus untersuchen und ganz neue Erkenntnisse erlangen, die in der Bekämpfung der Seuche in Afrika hilfreich sein könnten. Unter den Extrembedingungen dort kann doch keine Forschung stattfinden.

So traurig es ist, dass dort Einheimische an dieser Seuche sterben. Ich finde es auch immer ganz besonders traurig, wenn die Helfer sterben. Wenn es sich wirklich um einen Virologen handelt, dann hat er sich seit Jahren mit dieser und anderen Krankheiten beschäftigt, immer auf der Suche nach einem Heilmittel. Er hat bestimmt hunderte Menschen sterben sehen und hat danach noch verzweifelter versucht, endlich ein Mittel zu finden. Und dann kostet ihn diese Arbeit sein Leben. Das ist tragisch.

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» Bienenkönigin » Beiträge: 9448 » Talkpoints: 19,93 » Auszeichnung für 9000 Beiträge



Sicher ist der Tod eines jeden Menschen traurig. Aber ich sehe das auch so. Wenn auch menschliches Versagen dazu führt, dass etwas nach Außen dringt, kann das eine derartige Kette auslösen, dass ein Mensch, der Außerhalb erkrankt viele Menschen anstecken kann und diese vielen Menschen wieder viele Menschen. Und dass, weil eben nicht genug aufgepasst wurden. Die Deutschen bekommen nicht mal Krankenhauserreger in den Griff woran Menschen sterben und dann holen sie sich Ebola Viren in ein Krankenhaus. Das kann ich nicht nachvollziehen.

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» Diamante » Beiträge: 41749 » Talkpoints: -4,74 » Auszeichnung für 41000 Beiträge



Das ist ganz bestimmt richtig, was du schreibst. Aber ein deutscher Arzt, der nach Afrika fliegt, um dem kranken amerikanischen Arzt zu helfen, ist in Afrika genauso hilflos, wie alle anderen auch. In Hamburg-Eppendorf, in der Spezialklinik werden die Chancen größer sein, weil dort die neuesten Geräte sind, ebenso wie die Möglichkeit, den Patienten zu stärken, damit er mit der Krankheit besser fertig werden kann. Denn ein Medikament gegen Ebola gibt es nicht in Afrika und nicht in Deutschland. Deshalb kann nur unter idealen Bedingungen versucht werden, dem Patienten anderweitig zu helfen.

Darum war die Anfrage der Weltgesundheitsorganisation an Hamburg gerichtet, weil dort das Tropeninstitut ist. Als Laie würde ich genau wie du sagen, dass es gefährlich ist. Aber ob man deswegen einen Menschen in Afrika sterben lassen sollte, der dort anderen Menschen geholfen hat, die Frage ist heikel - und ich würde sie spontan mit nein beantworten. Und zwar deshalb, weil ich den Versicherungen der Hamburger Ärzte Glauben schenken möchte, dass nichts passieren kann.

Wenn ich allerdings daran denke, dass auf dem Transport doch immer mal etwas passieren könnte und dann nicht nur die Crew und das Begleitpersonal sich anstecken würden, sondern auch diejenigen, die später helfen. Es muss nur irgendwo in die Anzüge ein kleines Loch oder Riss kommen.

» Cid » Beiträge: 20027 » Talkpoints: -1,03 » Auszeichnung für 20000 Beiträge


Klar kann man Ärzte und Pflegekräfte nach Afrika schicken, aber man kann nicht einfach so ein Tropeninstitut verlegen und eine komplette Isolierstation. Mal ganz davon abgesehen was sonst noch alles in Hamburg dran hängt wie die ganzen Labore, Transfusionsinstitute und so weiter.

Die besten Chancen geheilt zu werden hat man nunmal nicht in Afrika, sondern in Hamburg-Eppendorf. Das Virus kann so oder so nach Europa kommen. Da muss nur ein Tourist mit jemandem in Afrika in Kontakt kommen und schon wird das Virus ohne jegliche Vorkehrungen verbreitet. Hier dagegen soll ja ein geplanter Transport mit allen Sicherheitsvorkehrungen erfolgen. Wenn dabei etwas schief geht, dann gibt es wohl eh kein Halten vor dem Ebolavirus.

Auch der Vergleich mit multiresistenten Krankenhauserreger ist ein Vergleich wie Äpfel mit Birnen. Wenn wir jeden Patienten mit so einem Erreger so isolieren würde, wie man es in Hamburg mit dem Ebolaerkrankten machen will, dann hätte sich das schnell erledigt mit den Krankenhauserregern. Aber bei hunderttausenden Patienten kann man eben nicht so verfahren wie mit einem Einzelfall.

» Klehmchen » Beiträge: 5497 » Talkpoints: 1.016,89 » Auszeichnung für 5000 Beiträge


Der Arzt wird in Hamburg in besten Händen sein und der Verbreitung des Virus über diesen Arzt wird jeglicher Riegel vorgeschoben werden, da bin ich mir ziemlich sicher. Natürlich birgt es immer eine gewisse Gefahr, aber wie auch schon geschrieben wurde, birgt jeder Afrikabesuch diese Gefahr.

Für mich gebietet es eigentlich schon die Menschlichkeit diesen Menschen, der aus einem anderen Land kommt, der nach Afrika an die "Ebolafront" gegangen ist um den Menschen dort zu helfen, in ein erstklassiges Krankenhaus zu transportieren um ihm dort die bestmögliche Versorgung zu geben. Gleichfalls sehe ich auch einen gigantischen Vorteil darin, wenn es um die Forschung geht.

Die Forscher werden sich in Afrika zwar ein gutes Labor eingerichtet haben, aber unter deutschen Bedingungen wird dies eventuell noch einmal ein Quäntchen besser sein und die Forschung eventuell gut nach vorne bringen.

» thumper » Beiträge: 819 » Talkpoints: 0,54 » Auszeichnung für 500 Beiträge



Diamante hat geschrieben:Ich hätte es besser gefunden, wenn deutsche gute Ärzte in das Gebiet geflogen wären und vor Ort helfen würden.

Man muss aber bedenken, in welch große Gefahr sich diese Ärzte dabei begeben würden. Diese Gefahr ist mit Sicherheit größer, als die, die davon ausgehen würde, Erkrankte hier in Deutschland zu behandeln. Mit Sicherheit kann kein afrikanisches Krankenhaus den gleichen Sicherheitsstandard bieten kann, wie die Klinik in Hamburg oder andere deutsche Krankenhäuser. Ich habe von einem amerikanischen Arzt gelesen, der zum Helfen hingegangen und nun auch erkrankt ist. Sowas ist besonders schlimm, wenn man seine Hilfsbereitschaft (höchstwahrscheinlich) mit dem eigenen Leben bezahlt.

Diamante hat geschrieben:...und dann holen sie sich Ebola Viren in ein Krankenhaus.

Die holt man sich nicht erst jetzt. Auch in Deutschland werden Forschungen am Ebola-Virus betrieben, somit gibt es das Virus hierzulande bereits, in gut verschlossenen Laboren. Auch da könnte man dann ja theoretisch Angst haben, dass jemand nicht aufpasst und das Virus verbreitet.

Patienten in Deutschland zu behandeln, wäre zwar ein Tropfen auf den heißen Stein, da man die Epidemie damit natürlich auch nicht stoppen kann, aber man könnte vielleicht einigen wenigen Erkrankten das Leben retten und vielleicht auch neue Erkenntnisse darüber gewinnen, wie man die Krankheit erfolgreicher behandeln kann.

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» Jessy_86 » Beiträge: 5456 » Talkpoints: 0,18 » Auszeichnung für 5000 Beiträge


Es macht mir Angst, dass Patienten dieses Virus sich schon in Deutschland befinden. Wenn das so weiter geht, kann man nämlich gleich einmal von einer Pandemie sprechen. In Afrika verbreitet sich dieses Virus auch schlagartig und wie ich gerade in unseren Nachrichten gehört habe, sind bereits 700 Leute daran gestorben und das Virus hat sich schon nach Nigeria ausgebreitet.

Der betreffende Arzt, der vor Ort vom Moderator der Nachrichtensendung interviewt wurde, sagt, dass ein falscher Handgriff zur Ansteckung führen würde. Auf die Frage hin ob er Angst vor dem Virus hätte, antwortete der Fachmann, er würde es Respekt nennen. Es wäre angeblich schon zu spät, wenn man entweder mit Blut, Fäkalien oder Erbrochenem auch nur in Kontakt kommen würde.

Wir wissen alle, wie es um die Hygienebedingungen in Afrika steht. Wenn also ein Infizierter Erbrochenes an den Händen hat und sich anschließend nicht sauber die Hände wäscht und den nächsten mit Handschlag begrüßt, hat sich dieses Virus schon ausgebreitet. Ich nehme deshalb auch an, dass das Virus durch Körperausscheidungen wie starkem Schweiß ebenfalls übertragen werden kann, lege jetzt aber meine Hand nicht dafür ins Feuer, weil dies ja nicht gesagt wurde.

Allerdings muss man sich nur überlegen, wie leicht dieses Virus übertragbar ist, und bei wie vielen Menschen es schon zum Tod geführt hat. Jeder zweite Mensch stirbt an der Krankheit. In Afrika gab es bis jetzt nur einen infizierten, der das Virus überstanden hat und zurück ins Dorf gekommen ist. Also ich habe Angst. Und warum um Himmels Willen sind Patienten in Deutschland? Um ihnen zu helfen, das Virus einzudämmen, oder habe ich das jetzt falsch aufgefasst?

» nordseekrabbe » Beiträge: » Talkpoints: Gesperrt »


nordseekrabbe hat geschrieben: Und warum um Himmels Willen sind Patienten in Deutschland? Um ihnen zu helfen, das Virus einzudämmen, oder habe ich das jetzt falsch aufgefasst?

Das Virus ist doch eh schon da, gerade in Hamburg wird schon seit Jahren daran geforscht und auch schon Verdachtsfälle behandelt. Gerade weil es sich im ein so tödliches Virus handelt, muss an eine Behandlung geforscht werden und das wird schon seit Jahren getan.

Wenn sich dann Menschen mit diesem Virus infizieren, gibt es ja nur zwei Möglichkeiten. Entweder abschotten und auf gut Deutsch gesagt verrecken lassen, was moralisch aus meiner Sicht absolut verwerflich wäre oder eben die Menschen versuchen dort zu heilen, wo die besten Einrichtungen und das beste Personal zur Verfügung steht und dazu gehört eben auch Deutschland. Zumal ja gerade für solche Fälle in Hamburg, Berlin und München extra Isolierstationen vorgehalten werden.

» Klehmchen » Beiträge: 5497 » Talkpoints: 1.016,89 » Auszeichnung für 5000 Beiträge


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