Kann Angst vor Jobverlust Depressionen auslösen?
Was denkt ihr, kann die reine angst vor dem Jobverlust eine Depression auslösen? Der Mann meiner Freundin arbeitet in einem Betrieb, wo es schlecht aussieht. Es ist so, dass schon einige Mitarbeiter gekündigt wurden, weil der Betrieb nicht mehr das abwirft, was er sollte. Meine Freundin macht sich nun Sorgen um ihren Mann. Der hat sich sehr geändert und ist still geworden. Er hat sichtlich Angst seinen Job zu verlieren. Denkt ihr, dass es wirklich möglich ist, dass er in Depressionen verfällt?
Ja, das ist möglich. Das kann man mit dem Damoklesschwert vergleichen. Diese ständige Bedrohung, die man empfindet und sieht, macht mit der Zeit mürbe und krank. Stell dir die Gedanken vor, die in dem Mann deiner Freundin vorgehen. Ich weiß nicht, ob Kinder da sind. Falls er alleine für den Unterhalt der Familie aufkommt, ein gewisses Alter hat, wo er nicht sofort eine neue Stelle findet, vielleicht noch Schulden, die ihn drücken, dann kreisen seine Gedanken um eine eventuelle Entlassung.
Die Angst, die er verspürt, hat ihn verändert und lässt ihn immer mehr erkranken. Vielleicht sollte er mal einen Arzt/Psychiater befragen. Aber das wird er nicht einsehen und nicht wollen.
Die Angst vor dem Jobverlust ist auf jeden Fall ein starker Stressor. Man hat wenig Einflussmöglichkeiten darauf und könnte jeden Tag davon überrascht werden, was mehr oder weniger wirklich eine zermürbende Situation ist. Man kann die Zermürbung ein wenig reduzieren indem man versucht Kontrolle über die Situation zu gewinnen.
Da er wenig Einflussmöglichkeiten auf die Firmeninterna haben wird, könntest du ihn einladen zu versuchen sich anderweitig nach einem Job umzusehen. Man findet einfach viel leichter einen Job wenn man schon einen Job hat, als wenn man keinen mehr hat. Dadurch hätte er das Gefühl etwas zu machen und an seiner Lebenssituation zu verändern, die Kontrolle zurückzugewinnen.
Der Angst von Jobverlust ist nicht zu unterschätzen. Ich kenne persönliche einige Fälle, wenn das zu Depressionen geführt hat. Überhaupt habe ich mehrmals gelesen, dass dies neben der Trennung unter den häufigsten Gründen zu negativen Gedanken und Depressionen ist.
Diamante hat geschrieben:Es ist so, dass schon einige Mitarbeiter gekündigt wurden, weil der Betrieb nicht mehr das abwirft, was er sollte.
Das mag zwar für die Eigentümer oder auch für Aktionäre unbefriedigend sein, aber eben nach deutschem Arbeitsrecht noch keinen wirklichen Grund für eine gültige Entlassung darstellen. Aber das ist hier wohl nicht das Thema.
Diamante hat geschrieben:Er hat sichtlich Angst seinen Job zu verlieren. Denkt ihr, dass es wirklich möglich ist, dass er in Depressionen verfällt?
Warum sollte das nicht "ausreichen"? Immerhin kann es sein, dass hier auch eine wirtschaftliche Existenz in Gefahr geraten kann. Und diese Sorge kann den Menschen schon massiv umtreiben. Wobei man natürlich vorsichtig mit der Diagnose einer Depression sein sollte und hier nicht jede Stimmungsschwankung entsprechend einstufen darf. Das wird weder dem Problem gerecht, noch trifft es auf das zu, was wirklich an Depressionen leidenden Menschen widerfährt.
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